Whistleblower

26. Februar 2010 09:48; Akt: 26.02.2010 10:06 Print

Microsoft rudert zurück

Die Website cryptome.org veröffentlicht interne Dokumente - darunter auch eins der Redmonder. Deshalb hatten sie dafür gesorgt, dass die Seite vom Netz genommen wurde. Nun haben sie ihre Beschwerde zurückgezogen.

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Cryptome.org: Microsoft zog Beschwerde zurück.

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Microsoft hat seine Beschwerde gegen cryptome.org zurückgezogen. Dies teilten die Seitenbetreiber mit, die überdies den E-Mail Verkehr mit dem Unternehmen veröffentlicht haben. Wie es in der Mitteilung heisst, sei man dabei die Ersatz-Domain zu schliessen und die alte Seite wieder ins Netz zu stellen. Diese war vom Provider Network Solutions eingefroren worden. Wie aus einer E-Mail von Microsofts Anwalt hervorgeht, sollen die Redmonder nicht beabsichtigt haben, die ganze Webseite aus dem Netz entfernen zu lassen. Man sei aber weiterhin der Ansicht, dass Microsofts Urheberrechte durch das Veröffentlichen des Dokuments verletzt worden sei.

Wie 20 Minuten Online berichtete, hatten die Macher von cryptome.org am 20. Februar ein Dokument namens «Microsoft Online Services - Global Criminal Compliance Handbook» ins Netz gestellt. Es stammt vom März 2008 und listet auf, wie das Unternehmen vorgeht, wenn Ermittler Daten von Nutzern verlangen. Nachdem sich die Websitebetreiber John Young und Deborah Natsios geweigert hatten, die Datei zu löschen, wandte sich Microsoft an den Provider und liess die Seite vom Netz nehmen - auf Basis des US-Urheberrechtsgesetzes Digital Millennium Copyright Act (DMCA). Wie die Website wikileaks.org veröffentlicht Cryptome interne Dokumente von Grossunternehmen und Behörden. Mit Microsofts Anleitung vergleichbare Dokumente von Facebook, Yahoo und Skype hatte Cryptome bereits ins Netz gestellt. Die Seite gibt es seit 1996.

Das 22-seitige Arbeitspapier war ohnehin weiterhin im Netz zu finden - unter anderem auf der Plattform scribd.com und bei WikiLeaks. Unter anderem ist darin zu lesen, dass Microsoft Namen, Adressen, Rechnungsdaten, IP-Adressen und Pseudonyme seiner Nutzer an Strafverfolger weitergeben kann, was wenig überraschend ist und sich im üblichen Rahmen bewegt.

(hst)