Bessere Verbindungen

21. Dezember 2011 10:32; Akt: 21.12.2011 17:13 Print

Die Swisscom rüstet auf

Die Swisscom investiert mehrere hundert Millionen ins Handy-Netz. An stark frequentierten Orten wird die Kapazität ausgebaut. Der UMTS-Nachfolger LTE steht vor der Tür.

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Bis Mitte 2014 will die Swisscom ihre 6000 Mobilfunkstationen mit neuer Hard- und Software aufrüsten und an schnelle Glasfaserleitungen anschliessen. (Bild: Steffen Schmidt)

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Gute Nachrichten für Schweizer Handy-Nutzer. Die Swisscom erneuert ihr Mobilfunknetz grundlegend und investiert dafür in den nächsten fünf Jahren mehrere hundert Millionen Franken. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, wird die Technik sämtlicher Mobilfunkstationen modernisiert. Strategischer Partner für den Netzausbau ist Ericsson.

An stark frequentierten Orten soll die Netzkapazität durch sogenannte Mikrozellen erhöht werden. Zusätzlich wird die maximal mögliche Geschwindigkeit im bestehenden HSPA-Netz flächendeckend auf bis zu 84 Mbit/s angehoben und damit verdoppelt.

Derzeit beläuft sich die maximale Surfgeschwindigkeit des Swisscom-Mobilfunknetzes mit der bisherigen HSPA-Technik auf 42 Mbit/s. Allerdings steht dieses Tempo nicht flächendeckend, sondern nur an vielbesuchten Orten zur Verfügung.

«Strahlengrenzwerte werden eingehalten»

Alle 6000 Mobilfunkstationen im Land werden bis Mitte 2014 aufgerüstet und an Glasfaserleitungen angeschlossen, wie die Swisscom mitteilt. Damit seien die Standorte auch bereits für die neue Mobilfunktechnologie LTE vorbereitet. Mit der Umsetzung der Massnahmen wird im Januar 2012 gestartet. Auch die jährlich über 300 neuen Mobilfunkstandorte werden fortan so ausgerüstet. Die Antennenanlagen bleiben laut Swisscom davon unberührt, «die strengen Strahlengrenzwerte werden weiterhin eingehalten», heisst es.

LTE-Einführung ist offen

Wann die Swisscom LTE in Schweizer Ballungszentren einführen wird, steht noch nicht fest. Dazu muss der Bund zunächst eine neue Konzession für Mobilfunkfrequenzen erteilen. Diese werden voraussichtlich im nächsten Frühjahr versteigert. Derzeit läuft bereits ein LTE-Pilotprojekt in sieben Tourismusgebieten, später wird das LTE-Netz wahrscheinlich zuerst in Grossstädten, an Flughäfen und Bahnhöfen verfügbar sein.

LTE ist die Abkürzung für die vierte Mobilfunkgeneration namens Long Term Evolution. Dabei handelt es sich um den Nachfolger der bisherigen UMTS/HSPA-Funktechnologie, auch 3G genannt. Das mobile Surfen im Internet wird mit LTE um ein Vielfaches schneller. Durch die erhöhte Netzkapazität soll den Usern ein Surferlebnis geboten werden, wie sie es von einem WLAN her kennen. Es ist von Download-Raten bis zu 100 Mbit/s die Rede. Laut Experten bringt die neue Handy-Technologie aber auch eine bessere Funkabdeckung und Stabilität der Verbindungen.

(dsc)