Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
USA
06. September 2010 15:07; Akt: 06.09.2010 15:08 Print
Craigslist verbannt Erotik-Anzeigen
Das erfolgreichste Kleinanzeigen-Portal im Internet verzichtet ab sofort auf Anzeigen aus der Sparte Erotik. Zu diesem Schritt haben sich die Macher allerdings nicht ganz freiwillig entschieden.

Craigslist: In den USA wird die Rubrik «Dienstleistungen für Erwachsene» neu zensiert.
Craig Newmark wurde mit seinem Kleinanzeigen-Portal im Internet zum Multimillionär. Die US- Zeitschrift «Time» führte ihn auch schon in der Liste der 100 einflussreichsten Amerikaner auf. Auf der äusserst schlicht gehaltenen Webseite wird von Immobilien, über Jobs bis hin zu Katzenfutter so ziemlich alles angeboten, was man sich vorstellen kann. Nun wurde das Angebot allerdings reduziert - zumindest in den USA.
Nichts verpassenDas Ressort Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie neben unseren Tweets die interessantesten Tech-News anderer Websites.
www.twitter.com/20min_digital
Das Kleinanzeigen-Portal ist in die Kritik geraten, weil Mitglieder in der Rubrik «Dienstleistungen für Erwachsene» sexuelle Dienste angeboten, beziehungsweise gesucht hatten. Kritiker sprachen von Prostitution und Menschenhandel. Die Generalstaatsanwälte von 17 US-Bundesstaaten forderten deshalb in einem gemeinsamen Brief, dass die Rubrik entfernt wird. In der Folge entbrannte im Internet ein Diskurs darüber, inwieweit Seitenbetreiber für den durch die User veröffentlichten Inhalt verantwortlich sind. Offenbar wurde der öffentliche Druck dermassen gross, dass die angeprangerte Rubrik in den USA nun mit einem schwarzen Balken zensiert wird.
Richard Blumenthal, Staatswalt in Connecticut, zeigte sich darüber erfreut und sagte gegenüber CNN Online: «Wir begrüssen jeden Schritt in Richtung der Entfernung der Erotik-Anzeigen und Prostitutions-Werbungen, so wie wir es gefordert haben und werden das Vorgehen des Unternehmens weiterhin beobachten.» Monatlich werden über drei Milliarden Seitenaufrufe auf dem grössten Kleinanzeige-Portal der Welt gemacht.
Wo wohnt diese Unbekannte?
Zwei Informatiker des International Computer Science Institute (ICSI) im kalifornischen Berkeley hatten eine kleine Software geschrieben, die den RSS-Feed von craigslist.com auswertet. Aus den Metadaten hochgeladener Fotos konnten sie die Koordinaten der Orte, an denen die Bilder gemacht wurden, auslesen. Dies kann gerade für Prostituierte, die ihren Wohnort oftmals bewusst geheim halten wollen, unangenehme Folgen mit sich bringen.
(mbu)

























