Gehackt

11. Mai 2011 17:40; Akt: 11.05.2011 17:40 Print

Chaos bei Anonymous

Noch immer ist unklar, ob Anonymous-Mitglieder für den massiven Angriff auf Sony-Netzwerke verantwortlich sind. Derweil tobt hinter den Kulissen ein erbitterter Machtkampf. Das Hacker-Kollektiv wankt.

storybild

Ein abtrünniger Hacker hat seine Kollegen von Anonymous angegriffen. Eine Website des Hacker-Kollektivs wurde «defaced», also absichtlich verunstaltet. (Fotomontage: 20 Minuten Online)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Angesichts der jüngsten Ereignisse ist es kaum mehr angebracht, Anonymous auch nur als loses Kollektiv zu bezeichnen. Innerhalb der Gruppierung, die keine feste Mitgliedschaft kennt, tobt ein gnadenloser Richtungskrieg. Ein abtrünniges Mitglied namens «Ryan» hat anscheinend mehrere Chat-Server der Gruppierung gehackt und ausser Gefecht gesetzt.

Ryan hat auf die beliebteste Angriffsmethode von Anonymous zurückgegriffen: DDoS, was für Distributed Denial of Service steht. Dabei werden Server solange gezielt mit Anfragen bombardiert, bis sie nur noch langsam funktionieren oder ganz zusammenbrechen. Damit nicht genug, sind auch noch die IP-Adressen von über 650 mutmasslichen Anonymous-Mitgliedern im Internet veröffentlicht worden. Sie wurden erfasst, als sie sich in einschlägigen Chat-Räumen von Anonymous aufhielten.

Betroffen waren die Domains AnonOps.ru und AnonOps.net. Anonymous warnte in einer Mitteilung davor, diese Server zu besuchen, sei seien nicht sicher.

Mit der Attacke wurde Anonymous mitten ins Herz getroffen: Um neue Angriffe zu planen und zu koordinieren, verabreden sich die Anonymous-Mitglieder in solchen anonymen Chats. Die Chat-Räume funktionieren mit einem eigenen Internet-Protokoll, dem Internet Relay Chat, kurz IRC. Betrieben und moderiert werden die IRC-Server von einer Gruppe namens «AnonOps». Die AnonOps gelten als heimliche Führer von Anonymous, denn sie verfügen über viel Knowhow und ziehen im Hintergrund die Fäden. Schliesslich verlangt auch der Betrieb der Server ein Mindestmass an Organisation.

Kriegserklärung online

Der abtrünnige Ryan soll selbst zu diesem elitären Zirkel gehört haben, bis er am vergangenen Wochenende die Kontrolle über die IRC-Server und die entsprechenden Websites erlangte. Auf AnonOps.ru fand darum in den letzten Tagen kein lebhafter Austausch in den Chat-Räumen statt. Auf der Startseite hiess es lediglich: «anonops dead go home», eine Kriegserklärung von Ryan an die Adresse seiner ehemaligen Kollegen und alle Anonymous-Mitglieder.

Die Hacker sind also selbst das Opfer von Hackern geworden. Über die Beweggründe wird heftig spekuliert. Ryan habe sich gegen eine führerlose Kommandostruktur entschieden, liessen die AnonOps verlauten. Deshalb habe er gemeinsam mit einigen Freunden einen «Staatsstreich» organisiert.

18-jähriger Brite

Beim Abtrünnigen soll es sich um einen 18-jährigen Briten aus Essex handeln. Er sagte gegenüber einem Tech-Portal, dass er zusammen mit Verbündeten eine Splittergruppe gegründet habe. Damit wolle man gegen die «zentralisierte» Struktur und die PR-hungrigen Anon-Ops protestieren. Es gebe einen regelrechten Personenkult um einzelne Anonymous-Mitglieder. Das Hacken der Anonymous-Infrastruktur sei ein bedauernswerter aber nötiger Schritt gewesen, sagte der junge Mann in einem Interview, das von «thinq_» veröffentlicht wurde.

Die AnonOps ihrerseits werfen dem Abtrünnigen vor, er habe gegen demokratische Grundregeln von Anonymous verstossen. Unter anderem habe er auch andere Mitglieder massiv bedroht.

(dsc)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pi T am 12.05.2011 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    AnonyT is right....

    Bitte besser recherchieren: Wer schon Zugriffsrechte hat, kann nicht hacken, sondern nur das tun, was er sowieso darf.

  • AnonyT am 11.05.2011 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht wirklich...

    1. Anonymous wankt nicht... 2. Ryan hat nichts gehackt, er war Operator und der Channel "hostete" er, er hatte alle Daten und jeder kleine 10 jährige Scrypt kiddie hätte das geschafft... 3. Ausserdem war der Angriff vor 2 Tagen ein paar Stunden und Anon hat einen neuen Chat server. Sachen werden sich verändern, aber das ist überall so. Ryan hatte 15 min. Ruhm und jetzt ist dies auch vorbei.

    einklappen einklappen
  • Dani am 11.05.2011 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schade drum..

    Das Problem kennt unsere Linke ja auch ziemlich gut. Die so oft ausgerufene Anarchie hat auch nur dazu geführt, dass es heute innerhalb der "Linken" unzählige Splittergruppen gibt mit einem mehr oder weniger hohem Masse an Strukturen. Gebracht hat es nichts, ausser ein unkontrollierter, unsteuerbarer Haufen, der so ziemlich jeden Anlass in sich selbst zusammenfallen lässt. Anonymous wird es nicht anderst ergehen. Schon längst sind zuviele Trittbrettfahrer unter dem Namen Anonymous aufgetreten und haben innerhalb der Gruppierung für Zerwürfnisse gesorgt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • AnyPony am 17.05.2011 20:34 Report Diesen Beitrag melden

    Anonymous gibt es nicht!

    Ein machtkampf in einer organisation die es nicht gibt :S Bitte leute, lernt es doch endlich. Anonymous ist eine Idee und keine organisation. Jeder der eine operation starten will kann es versuchen, man muss seine idee nur überall im internet rumspammen und fertig. Dann macht einer nen chatroom auf, ein weiterer macht einen flyer usw. AnonOps wird/wurde von einem grossteil von "anonymous" eh verachtet. V

  • Pi T am 12.05.2011 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    AnonyT is right....

    Bitte besser recherchieren: Wer schon Zugriffsrechte hat, kann nicht hacken, sondern nur das tun, was er sowieso darf.

  • AnonyT am 11.05.2011 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht wirklich...

    1. Anonymous wankt nicht... 2. Ryan hat nichts gehackt, er war Operator und der Channel "hostete" er, er hatte alle Daten und jeder kleine 10 jährige Scrypt kiddie hätte das geschafft... 3. Ausserdem war der Angriff vor 2 Tagen ein paar Stunden und Anon hat einen neuen Chat server. Sachen werden sich verändern, aber das ist überall so. Ryan hatte 15 min. Ruhm und jetzt ist dies auch vorbei.

    • NightWind am 13.05.2011 07:58 Report Diesen Beitrag melden

      Tja....

      Wie geil ist dass denn? ob es sich gelohnt hat für diese 15Min? ;)

    • Raphael Jülich am 18.05.2011 09:10 Report Diesen Beitrag melden

      Die Rache wird brutal

      So wie Anonymous die eine Firma kaputt gemacht hat die behauptet hat, dass Sie die Daten der Anonymous Mitglieder hat, tut mir der Junge schon jetzt leid! ^^

    • IT Lehrling am 03.06.2011 09:04 Report Diesen Beitrag melden

      was wird kommen?

      Denke ich nicht, denn viel können sie ihm ja nicht kapputt machen..

    einklappen einklappen
  • Dani am 11.05.2011 18:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schade drum..

    Das Problem kennt unsere Linke ja auch ziemlich gut. Die so oft ausgerufene Anarchie hat auch nur dazu geführt, dass es heute innerhalb der "Linken" unzählige Splittergruppen gibt mit einem mehr oder weniger hohem Masse an Strukturen. Gebracht hat es nichts, ausser ein unkontrollierter, unsteuerbarer Haufen, der so ziemlich jeden Anlass in sich selbst zusammenfallen lässt. Anonymous wird es nicht anderst ergehen. Schon längst sind zuviele Trittbrettfahrer unter dem Namen Anonymous aufgetreten und haben innerhalb der Gruppierung für Zerwürfnisse gesorgt.

  • Roflcopter am 11.05.2011 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Hacker und Cracker

    Etwas sollte noch klargestellt werden, Hacker sind die Personen, die Fehler finden und die Fehler melden, ohne sich zu bereichern (Die Guten, die Bösen nennt man Cracker, das sind die Personen, die die Fehler ausnutzen und sich bereichern wollen oder was auch immer. Also Hacker= Gut Cracker= Böse ;)

    • Falsch 1 am 11.05.2011 23:14 Report Diesen Beitrag melden

      Rofl neeeee

      Hacker ist immer schlecht^^ Ein Hacker dringt ein, ein Programmierer sucht Fehler / behebt sie, niemand sucht ein Hacker für eine Firma sondern immer ein Programierer ;) Hacken kann man auch ohne programmieren zu können...

    • Zytrus am 12.05.2011 01:37 Report Diesen Beitrag melden

      Ja wenigstens 1er...

      Wenigstens einer wo es versteht...

    • Thomas am 12.05.2011 09:08 Report Diesen Beitrag melden

      @Falsch 1

      Bitte gib doch keine Kommentare ab wenn du keine Ahnung hast wovon du redest! Hacker sind bei Firmen sehr begehrt, da sie deren Programmierern Sicherheitslücken aufzeigen und dafür werden sie fürstlich entlöhnt. Informier dich erst einmal über die Begriffe Hacker und Cracker!

    • Flup am 12.05.2011 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      dochdoch..

      Nein, richtig hacken (nicht DDoSen und fertig-Exploits anwenden..) kann man nur wenn man programmieren kann. Man kann keine Sicherheitslücken finden wenn man den Code nicht versteht.

    • Patrick Borgogno am 12.05.2011 13:09 Report Diesen Beitrag melden

      da hat ja einer viel ahnung

      Der Begriff Cracker ist im Volksmund aber wenig bekannt. Ausserdem wird dieser fast ausschliesslich für Software verwenden. Wer denkt, dass Hacker schlecht sind, haben zu wenig studiert. Wie allen bekannt ist, lernt ein Mensch am besten, und vielfach auch erst dann, wenns zu spät ist. Durch erfolgreiche Hackangriffe kann wieder die Sicherheit erhöht werden. Stellt euch vor bei Sicherheitsfirmen gäbe es keine Hacker/Cracker. Diese sind dafür da Sicherheitslücken aufzudecken, damit diese behoben werden. So far...

    • Tino am 12.05.2011 13:56 Report Diesen Beitrag melden

      Nein

      Sprache ist, wie sie verwendet wird. Und da ist der Begriff Hacker meist negativ konnotiert.

    • Ron Fleming am 13.05.2011 08:46 Report Diesen Beitrag melden

      k.A.

      Cracker = Software... Aha... und ich dachte immer das sei ein "Crack" hergestellt von einem "Cracker" der dazu einen Debugger oder Disassembler benutzt um den Kopierschutz von Software zu umgehen. Damit z.B. aus einer Adobe Trial Version eine Vollversion wird. Aber jetzt weiss ich ja wie es richtig ist.

    • Sebastian Röthlisberger am 13.05.2011 10:30 Report Diesen Beitrag melden

      unglaubwürdig!

      Hacker sind die besseren Programmierer, sie verfügen über Fähigkeiten von denen die meisten Programmierer nur träumen können. Desshalb ist es auch schwer zu glauben das ein 18-jähriger eine Website hacken kann!

    • Anypony am 17.05.2011 20:24 Report Diesen Beitrag melden

      naja

      Hacker (gesprochen wie Hackfleisch) sind einfache bastler. Grundsätzlich geht es darum, irgendwelche geräte anders zu verwenden als sie eigentlich gedacht wären. Ein Hacker baut also z.B. aus einem rasenmähermotor und etwas schrott ein lustiges fahrzeug. Leute die ungefragt in systeme eindringen sind Cyberkriminelle. Natürlich gibt es leute die auf kreative weise code manipulieren und darum eben auch "bastler" sind, dies hat aber nichts mit kriminalität zu tun. Ein Cyberkrimineller kann aber natürlich gleichzeitig auch ein Hacker sein.

    einklappen einklappen