News-Site gehackt

30. Mai 2011 11:07; Akt: 30.05.2011 12:31 Print

Tupacs Auferstehung von den Toten

Unbekannte haben eine Falschmeldung über den 1996 erschossenen Gangster-Rapper Tupac Shakur publiziert. Es ist ein politisch motivierter Angriff auf die Erfinder der «Sesamstrasse».

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Die falsche Tupac-Story ist noch immer im Netz zu finden, aber natürlich nicht mehr auf der manipulierten News-Site. (Screenshot: 20 Minuten Online)

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Glaubwürdigkeit ist im Nachrichtengeschäft entscheidend. Umso schlimmer trifft es Anbieter, wenn in ihrem Namen Falschmeldungen verbreitet werden. Eine besonders krasse Falschmeldung war am Wochenende auf einem bekannten amerikanischen News-Portal zu finden. Tupac Shakur sei am Leben, hiess es auf der Website des «Public Broadcast Service» (PBS). Der berüchtigte Gangster-Rapper sei nicht 1996 bei einer Schiesserei in Las Vegas getötet worden. Er lebe vielmehr unerkannt in Neuseeland.

Das Fernseh-Netzwerk PBS ist als Schöpferin der legendären Kindersehsendung «Sesamstrasse» bekannt geworden. Die falsche Tupac-Story wurde inzwischen von der Website entfernt - sie verbreitete sich aber in Windeseile über Twitter und Facebook und ist auch noch auf Cache-Seiten zu finden. Verantwortliche des Medienunternehmens dementierten die Falschmeldung umgehend auf Twitter. Doch gelang es ihnen lange Zeit nicht, die Kontrolle über die gehackten Rechner zurückzugewinnen.

Laut verschiedener Medienberichte hatte sich eine Gruppe von Hackern Zugang zu den Servern verschafft. Die Angreifer veröffentlichten am Wochenende nicht nur die falsche Story über den Gangster-Rapper. Sie brachten auch interne Dokumente des Medienunternehmens über den Twitter-Account «LulzSec» in Umlauf, darunter Passwörter und andere vertrauliche Daten.

Nicht das erste Opfer

Auslöser war anscheinend ein umstrittener TV-Beitrag zum Thema Wikileaks, der kürzlich ausgestrahlt wurde. Aus einem Online-Bekennerschreiben geht hervor, dass die Hacker gar nicht erfreut waren. Die Gruppe nennt sich «LulzSec» und betont, nichts mit Anonymous zu tun zu haben. In der Vergangenheit sollen die Unbekannten «aus Spass» auch schon andere US-Medienunternehmen attackiert haben, zuletzt war der rechts-konservative TV-Sender Fox News betroffen.

(dsc)