Bund völlig überfordert

26. Januar 2012 23:14; Akt: 26.01.2012 23:50 Print

Cybermobbing wird immer grausamerCybermobbing wird immer grausamer

Verleumdungen im Netz, gefälschte Profile auf Facebook, bitterböse Beleidigungen im Chat: Die Fälle von Cybermobbing unter Schülern nehmen neue Dimensionen an. Oft muss die Schule eingreifen.

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Erschreckende Zunahme: Immer mehr Schüler werden nicht nur auf Facebook Opfer von Cybermobbing.

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«Die Schüler werden paranoid – und zwar zu Recht.» Dies sagt einer, der es wissen muss: Sébastien Gogniat von der Waadtländer Schuldirektion. Die Zahl der Fälle nehme immer mehr zu, sagt der Pädagoge, der an einer Studie zu ­Cybermobbing arbeitet (siehe Info-Boxen).

Laut einer Befragung der Universität Zürich wurde bereits jeder fünfte Siebtklässler mindestens einmal in den letzten vier Monaten Opfer von ­Cybermobbing. Das geht so weit, dass Primarschüler mit ihrer Familie den Wohnort wechseln müssen. In anderen Fällen werden im Internet Fotos der Schüler auf gemeinste Art und Weise manipuliert, wie Nadia Garcia vom Beratungsangebot Eltern.net erzählt. «Erschreckend oft werden auch falsche Facebook-Accounts erstellt.»

Vieler Eltern überfordert

In Frankreich hat der Staat diese Woche nun eine grosse Kampagne gegen Cybermobbing lanciert. Zudem müssen dort die Lehrer überwachen, ob ihre Schüler online über andere herziehen. In der Schweiz ist man davon noch weit entfernt. Zwar sind die Lehrer alarmiert: «Cybermobbing ist an Elternabenden häufig ein Thema», sagt Beat Zemp, Präsident des Lehrerverbands.

Viele Eltern sind mit dem Problem nämlich völlig überfordert und fordern, dass die Schule eingreift. Ab 2014 wird Medienpädagogik deshalb schon in der Primarstufe gelehrt. Zudem ist Cybermobbing im Februar Schwerpunktthema bei der Schweizerischen Kriminalprävention. Laut CVP-Nationalrätin Barbara Schmid- Federer fehlt es aber an Koordination: Der Bund müsse endlich das Heft in die Hand nehmen (siehe Interviewin Info-Box).

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(hal)

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  • Mohamad Haider am 28.01.2012 04:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Facebook ist das Böse sondern der Mensch

    Das ganze wir überbewertet ich wurde im echten Leben gemobbt und ist viel schlimmer. Facebook hat z.B Sicherheitseinstellungen wer auf das Profil zugreifen kann geschweige danach suchen alles fein justierbar, nicht Facebook ist das Böse sondern der Mensch! Bei falschen Profilen sollte der Provider mit den IP Adressen herausruecken sowie und die Polizei bei einer Anzeige das Ganze nicht verharmlosen.

  • Helvetier am 28.01.2012 01:55 Report Diesen Beitrag melden

    CVP-Tanti

    Was nun, Schmid oder Federer? Wie soll ich diese Tante ernst nehmen, wenn sie sich nicht mal für einen Namen entscheiden kann? Und eine 50jährige CVPlerin kann ich sowieso nicht als "Internetbeauftragte" ernst nehmen.

  • Susanne Zumstein am 27.01.2012 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Ist das Ihr voller Ernst?

    Etwas schockiert bin ich schon: kann man von über 50-jährigen Politikern nicht erwarten, dass sie sich auch noch mit der Gegenwart - und dazu gehört das Internet nun mal - beschäftigen? Zumindeste scheint Frau Schmid-Federer davon auszugehen. Na dann gute Nacht. Ich bin selber weit über 50, aber das kann ich nicht nachvollziehen.