Wegen Zensur

26. Januar 2011 16:54; Akt: 26.01.2011 17:19 Print

Anonymous attackiert Ägypten

Gegen eine ägyptische Regierungs-Website sind Angriffe im Gang. Die Hacker-Gruppierung Anonymous reagiert so auf die staatliche Zensur.

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Hacker rund um den Globus attackieren zurzeit eine ägyptische Regierungs-Website, wie die Sicherheitsfirma Sophos berichtet. Über einen sogenannten DDoS-Angriff soll die Website des Ministeriums für Kommunikation und Informationstechnologie in die Knie gezwungen werden. Erklärtes Ziel ist es, die Zensurmassnahmen der ägyptischen Regierung im Internet zu beenden. Am Mittwochnachmittag war die Website vorübergehend nicht zu erreichen.

Seit einigen Tagen haben Unbekannte auf einer eigens eingerichteten Facebook-Seite zur «Operation Egypt» aufgerufen. «Anonymous fordert alle heraus, die in die Zensur involviert sind», heisst es da. Und weiter: Anonymous wolle den Bürgern Ägyptens freien und unzensierten Zugang zum Internet und zu den Medien ermöglichen. Die Regierung wird gewarnt: «Falls Sie unsere Nachricht ignorieren, werden wir nicht nur Regierungs-Websites attackieren. Wir werden auch sicherstellen, dass die internationalen Medien die schreckliche Realität sehen, die Sie über Ihr Volk gebracht haben.»

Auf der Facebook-Seite prangt auch ein «Rekrutierungsposter». Darauf werden Anweisungen gegeben, wie man ein «Care Package» herunterladen kann. Wer auf die Info-Seite klickt, wird zu einer Website der AnonOps geführt. Das ist eine Gruppe, die in Zusammenhang mit den DDoS-Angriffen auf den Bezahldienst Paypal bekannt geworden ist. Bei solchen «Distributed Denial of Service»-Attacken sollen Server ausser Kraft gesetzt werden, indem man sie mit unzähligen Anfragen bombardiert.

Laut dem Online-Dienst netcraft.com ruft die Gruppe in Internet-Chaträumen dazu auf, eine spezielle Website zu besuchen. Darauf soll sich eine webbasierte Variante der «Low Orbit Ion Cannon» befinden. Mit dieser «Kanone» können relativ einfach DDoS-Angriffe ausgeführt werden.

Zensur im Internet

Über einen offiziellen Account hatte Twitter kürzlich bestätigt, dass die ägyptische Regierung den Bürgern den Zugang zur Microblogging-Website versperre. Weiter teilte Twitter mit, dass die Gesellschaft vom freien Austausch von Informationen und Meinungen profitiere und dies zu einer besseren Verständigung zwischen Regierung und Volk führe.

(dsc)