Digitaler Alltag

18. Januar 2011 12:32; Akt: 13.06.2011 13:18 Print

«Augmented Reality» auf dem Vormarsch

von Olivier Marti - Die virtuelle Realität hält Einzug in unseren Alltag und erweitert so Schritt für Schritt unsere Wahrnehmung.

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Im Film Terminator ist Arnold Schwarzenegger mit speziellen Linsen ausgestattet, welche es ihm ermöglichten, zu jedem Objekt in seinem Sichtfeld Informationen abzurufen. Dabei handelt es sich im Grunde um nichts anderes als «AugmentedReality», also eine erweiterte, angereicherte Realität. Die Armee hat auch durchaus Interesse daran, solche und ähnliche Szenarien Wirklichkeit werden zu lassen. So haben moderne Kampfjets beispielsweise nicht mehr eine Vielzahl von Lämpchen und Messgeräten im Cockpit, statt dessen werden alle relevanten Informationen dem Piloten direkt im Sichtfeld angezeigt.

Doch nicht nur für das Militär ist solch eine erweiterte Realität interessant, sondern auch für Herr und Frau Normalbürger, und somit hält die «AugmentedReality» auch immer stärkeren Einzug im Alltag. Wäre es zum Beispiel nicht praktisch, in einer fremden Stadt zu wissen, wo sich das nächste Restaurant befindet? Oder sich in einem Geschäft direkt darüber informieren zu können, ob die DVD, welche man in den Händen hält, nicht noch irgendwo günstiger zu erwerben ist?

Solche und ähnliche Anwendungen sind bereits auf dem Smartphone Realität. So lassen sich mit der App fürs iPhone «ComparisSmartshopper» direkt Produkte via Barcode-Scan in die Einkaufsliste übernehmen. Dazu genügt es, die Kamera des Handys auf den Barcode zu richten. Und mit Applikationen wie «AroundMe» hat man stetes im Blick, welche Restaurants, Geschäfte, etc. sich in ihrer Nähe befinden.

AugmentedReality Browser wie Junaio wollen sogar noch einen Schritt weiter gehen. Sie erkennen Plakatwände und stellen direkt im Smartphone den Weg nach nächsten Händler dar. Auch für Zeitungen und Zeitschriften ist «AugmentedReality» eine Möglichkeit, dem Leser über Smartphones weiterführende Informationen zu einem Artikel vermitteln zu können. So nutzen verschiedene Schweizer Medienhäuser den Dienst von Kooaba, um dem Print-Leser übers Smartphone weiterführende Informationen zum Artikel zu bieten.

Forscher tüfteln bereits an Kontaktlinsen, welche einen integrierten Bildschirm haben sollen, die es ermöglichen, neben der effektiv gesehenen noch weitere Informationen aus dem digitalen Äther dargestellt zu bekommen. «AugmentedReality» ist also erst dabei, sich zu etablieren.


"Augmented Reality" in Aktion. Werbung von Coca-Cola und dem Avatar-Film.