Wie Phönix aus der Asche

11. August 2011 11:56; Akt: 11.08.2011 22:44 Print

Apples triumphaler Aufstieg

von Barbara Ortutay, ap - Apple hat den Ölkonzern Exxon als weltweit wertvollstes Unternehmen abgelöst. Damit hat eine einzigartige Aufholjagd ihren Höhepunkt erreicht. Trotzdem ist die Zukunft ungewiss.

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Zwischen 1997 und 2011 hat Apple die Wende vom Konkurskandidaten zum wertvollsten Unternehmen der Welt geschafft. (Bild: Keystone/AP/Fotomontage)

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Erdöl sicherte Exxon Mobil über Jahre den Spitzenplatz im Ranking der wertvollsten US-Unternehmen. Mit iPads, iPods und ähnlichen technischen Geräten macht Apple dem Ölkonzern die Position nun jedoch streitig. Zu einem ersten, kurzzeitigen Überholmanöver an der Wall Street setzte das Unternehmen aus dem kalifornischen Cupertino bereits am Dienstag an. Am Mittwoch konnte Apple dann auch bis nach Börsenschluss die Nase vorn behalten. Experten gehen davon aus, dass die neue Rangordnung von Dauer sein könnte.

Inmitten des derzeitigen Abwärtstrends an den Börsen verlor am Mittwoch auch die Apple-Aktie an Wert. Doch die Exxon-Aktie fiel noch stärker. Das von Steve Jobs geführte Unternehmen schloss mit einer Marktkapitalisierung von etwa 337 Milliarden Dollar - auf Seiten des Ölmultis aus Texas waren demgegenüber «nur» 331 Milliarden vorzuweisen. Nachdem Apple erst im vergangenen Jahr die damalige Nummer zwei Microsoft überholt hatte, war Exxon Mobil damit erstmals seit 2005 vom Spitzenplatz verdrängt.

Triumphales Comeback

Für den im Jahr 1976 gegründeten Technologiekonzern, der seit den 90er Jahren ein geradezu triumphales Comeback feiert, ist mit dem wenn auch symbolischen Erfolg ein entscheidender Meilenstein erreicht. Und es scheint weit mehr zu sein, als nur ein Comeback. Apple biete den Investoren etwas, das es in dieser Form nie zuvor gegeben habe, sagt der Analyst Brian Marshall von der Investmentfirma Gleacher & Co.

Apple lebt von seinem Image, aber auch die Zahlen sprechen für sich. So lag etwa der Umsatz im zurückliegenden Quartal bei nahezu 30 Milliarden Dollar. Das Unternehmen sei 35 Jahre alt, aber es wachse wie ein Start-up, sagt Marschall. Selbst in den Krisenjahren 2008 und 2009 habe es sich prächtig entwickelt. In dem Geschäftsjahr, das im vergangenen September zu Ende ging, steigerte Apple seinen Gewinn um 70 Prozent, im Geschäftsjahr davor um 35 Prozent.

Die Kunst, neue Bedürfnisse zu wecken

Nicht immer war Apple der Liebling der Investoren. Anfang der 90er Jahre geriet es zunehmend in Schwierigkeiten - bis Firmengründer Steve Jobs im Jahr 1997 erneut das Ruder übernahm. Seitdem ist das Unternehmen dafür bekannt, neue Produkte zu entwickeln, von denen niemand gewusst hatte, dass er sie braucht - bis er sie in die Hand nimmt, oder sie in den Händen von Freunden und Verwandten sieht.

Und trotz aller Erfolge beherrscht Apple bisher nur einen Bruchteil des Gesamtmarktes für Smartphones und neuartige Tablet-Computer. Mit anderen Worten: Das Potenzial für weiteres Wachstum ist enorm. Die einzige Variable, die aus Sicht vieler Investoren einschränkend wirken könnte, ist die Innovationskraft. Solange das Unternehmen aber wie bisher etwa alle drei Jahre ein vollkommen neues Produkt auf den Markt bringe, werde der Weg weiter steil bergauf gehen, so die allgemeine Erwartung.

Zielstrebige Aufholjagd

Das Prädikat «wertvollstes Unternehmen» hielten über lange Zeit hinweg wechselweise Exxon Mobil und der Mischkonzern General Electric - bis sie auf der Höhe der Dotcom-Blase im Jahr 1999 beide von Microsoft überholt wurden. Ein Jahr später hatte General Electric Platz eins zurückerobert. In der folgenden Zeit lieferten sich die drei Unternehmen ein Kopf an Kopf rennen. Doch Apple holte zielstrebig auf und kam immer näher an die Spitzengruppe heran.

Apples Durchmarsch an die Spitze sei ein Zeichen der Zeit, sagt der Analyst Howard Silverblatt von der Ratingagentur Standard & Poor's. Welches Unternehmen das wertvollste sei, spiegle oft wider, was für die Konsumenten aktuell von grösster Bedeutung sei. Die Platzierungen an der Spitze «sagen uns etwas über die Gesellschaft, nicht nur über den Markt», sagt Silverblatt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • itler am 12.08.2011 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    alles hat ein ende :) zum glück auch StJ

    Apple hat sich durch geschicktes Marketing und Klagewellen und ausbremsen der Konkurrenz an die Spitze gebracht. Die Preise für Apple Produkte sind nur wegen einem "schönem" Design absolut nicht gerecht fertig. Obwohl auch das Design eher Geschmackssache ist. Apple mag zwar durch die Kriese vorübergehend die Nummer 1 sein, werden sie jedoch bei den Konsumenten an Anhänger verlieren. Konkurrenz Produkte sind gleich oder besser als Apple und noch preisgünstiger. PS: Im OS- Markt führend Android (Mobile) und Microsoft(Desktop) nicht Apple

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  • Erich Kern am 12.08.2011 05:56 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage der Zeit!

    Apple hat in den letzten Jahren durch aggresives Marketing sehr viele Anhänger gefunden, welche die sogenannten "Kultobjekte" haben wollen. Jedoch macht Apple in den letzten Monaten sehr viel negativ Schlagzeilen und macht sich somit sehr unbeliebt auch bei Usern von Apple Produkten. 1. Schlechte bis unzumutbare Arbeitsbedingungen bei der Produktionsfirma. 2. Auch Store Mitarbeiter sind mit den Anstellungsbedingungen unzufrieden. 3. Apple hat Angst vor der Konkurrenz und probiert es mit fragwürdigen Klagen. 4. Apple verkauft seine "Innovationen" als hätten sie es erfunden, was nicht stimmt!

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  • Reto Meier am 12.08.2011 07:54 Report Diesen Beitrag melden

    An apple for the day keeps troubles away

    Steve Jobs ist der Beste! Die Apple Produkte sind verlässlich, neu, trendig, schön und einzigartig.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sandro am 13.08.2011 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Innovation der Produkte zählt

    Ob die Aktie steigt oder nicht ist mir wurscht, die Innovation und vor allem die Qualität der Produkte zählt. Und da - ob es Einigen passt oder nicht - ist Apple spitze!

  • itler am 12.08.2011 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    alles hat ein ende :) zum glück auch StJ

    Apple hat sich durch geschicktes Marketing und Klagewellen und ausbremsen der Konkurrenz an die Spitze gebracht. Die Preise für Apple Produkte sind nur wegen einem "schönem" Design absolut nicht gerecht fertig. Obwohl auch das Design eher Geschmackssache ist. Apple mag zwar durch die Kriese vorübergehend die Nummer 1 sein, werden sie jedoch bei den Konsumenten an Anhänger verlieren. Konkurrenz Produkte sind gleich oder besser als Apple und noch preisgünstiger. PS: Im OS- Markt führend Android (Mobile) und Microsoft(Desktop) nicht Apple

    • Anderson Jabbah am 14.08.2011 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Die Wurst hat zwei

      Ein Statement von Anti-Apple-Itler konnte nicht ausbleiben. Ob's ihne gefällt oder nicht: Apple fährt alle anderen an die Wand. So schlecht können Geräte, Strategie und Design alsomnicht sein. Und nein, ich habe keinen Mac und auch kein iPhone.

    • Thomas Mangold am 21.08.2011 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Trittbrettfahre der OpenSource Community

      Ich hatte ein iPhone und werde nie mehr eines haben. Solange Apple nur von OpenSource profitiert (OSX) aber nichts zurückgibt (Synchronisierung auf Linux nur teilweise, OS-Update gar nicht vorgesehen) ist für mich diese Firma gestorben.

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  • Mister M am 12.08.2011 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    STOOOP

    Wenn jeder hier so viel Herzblut in andere Dinge setzt die wirklich wichtig sind, wie in diese Kommentare, wäre die Welt um einiges besser. Ist doch egal ob Apple oder Microsoft. Soll doch jeder das kaufen was ihm Freude und Spass macht. Deshalb gibt es ja auch mehrere Anbieter. Finde es komisch das bei einigen "erwachsenen Personen" immer noch "meines ist besser als deines" so wichtig ist.

  • Hans Peter Landmeier am 12.08.2011 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    An alle Apple-Hasser

    Ich finde es toll das es ein Unternehmen wie Apple gibt. Das gute an Apple ist das sie Technik mit SCHÖNEM Design machen. Das negative ist das sie sich manchmal wirklich überschätzen, indem sie alte Techniken als neue verkaufen. Aber diese ausreden mit Apple hat es nur durch verklagen der Konkurrenz an die spitze geschaft ist nicht wahr. Schaut euch mal die ganze Technikbranche an, alle verklagen alle. Das ist nun mal so. Ich habe mehr Angst das Apple nicht unbeliebt wird sondern was aus Apple wird wenn Steve Jobs nicht mehr da ist.

    • CS Banker am 12.08.2011 15:47 Report Diesen Beitrag melden

      Die Aktie wird fallen!

      Wenn Steve Jobs wirklich nicht mehr da ist, was angesichts seiner Krankheit bald der Fall sein könnte, dann sinkt die Aktie und zwar sehr sehr tief.

    • Laredo am 12.08.2011 22:40 Report Diesen Beitrag melden

      Hassen? Blödsinn

      Ich hasse Apple nicht, ist doch sowas von blöd, zu behaupten, man könne Apple hassen. Aber dennoch mag ich Apple nicht, schlicht einfach drum, komme nicht klar damit. Ist halt Geschmackssache

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  • Jean-Francois Morf am 12.08.2011 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Apple Aktionäre sind naiv zu glauben...

    Dass Apple soviel Wert hat wie 1/3 der gedrückten $ Menge die in der ganzen Welt zirkulieren! (Googlen Sie in bildern: global narrow money supply). Sonst bin ich sehr zufrieden von mein i-Mac mit BildProzessor, der den Raster einer kleinen 20 Kb Bild.jpg unsichtbar macht, 60 cm breit dargestellt! (Dafür muss man die Ikone der Bildern auf Safari verschieben, damit BildProzessor eingeschaltet wird, und nicht einfach aufs Bild Ikone klicken).