MySpace

18. März 2010 12:47; Akt: 18.03.2010 14:05 Print

Handel mit Userdaten?Handel mit Userdaten?

Die zweitgrösste Social Community steht unter Verdacht, mit User-Informationen gehandelt zu haben. Das Unternehmen dementiert die Vorwürfe.

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MySpace-Usern wird empfohlen, die Einstellungen zur Privatsphäre zu überprüfen.

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«MySpace hat damit begonnen, Informationen an Dritte wie Analysten und Marketing-Unternehmen zu verkaufen», berichtete gestern das amerikanische IT-Newsportal pcworld.com. Im Artikel wurde auf die Webseite des US-Datendienstleisters Infochimps verwiesen, wo insgesamt 22 entsprechende Datensätze angeboten wurden. Sie beinhalteten unter anderem Fotos, Blogeinträge, Musikbewertungen, Postleitzahlen und Benutzernamen und wurden in verschiedenen Preisklassen angeboten. Das günstigste Datenpaket kostet zehn Dollar.

Kurz nach Erscheinen des Artikels musste er auch schon wieder revidiert werden. MySpace will klargestellt haben, dass zu keinem Zeitpunkt vertrauliche Daten verkauft oder weitergegeben wurden. Die von Infochimps angebotenen Datenpakete würden sich auch frei zugänglichen Informationen zusammensetzen, die über den offenen Real-Time-Stream aggregiert werden können. Die User können über die Einstellungen bestimmen, welche Informationen darüber öffentlich gemacht werden sollen und welche nicht.

Ende des vergangenen Jahres hat MySpace damit begonnen, Programmierschnittstellen (APIs) zu implementieren, die es unter anderem Drittanbieter ermöglichen, auf öffentlich gemachte Userdaten zuzugreifen. So wird im Kampf gegen den Platzhirschen Facebook versucht, die Reichweite zu vergrössern, denn Inhalte lassen sich mit Hilfe der APIs auch direkt in andere Webseiten eingebauen.

Auch Facebook sieht sich immer wieder mit Fragen zum Datenschutz konfrontiert. In der Folge wurden im vergangenen Dezember die Einstellungen zur Privatsphäre angepasst (20 Minuten Online berichtete). Die Mitglieder der Community können selber bestimmen, wer welche Informationen von ihnen sehen darf und wer nicht. Dies macht auch durchaus Sinn, denn als Voreinstellung werden etwa Statusmeldungen per se allen zugänglich macht. Zusätzlich können die User seit Mitte Februar selbst bestimmen, für wen Mitteilungen von Anwendungen sichtbar sein dürfen und für wen nicht. Wer etwa mit dem Spiel Brain Challenge seine grauen Hirnzellen trainiert, sich aber für das erzielte Resultat schämt, braucht keine Bedenken mehr zu haben, dass die Kontakte aus der Freundesliste davon erfahren.

Facebook feierte Anfang Februar sein sechsjähriges Bestehen. Der Gründer Mark Zuckerberg nützte die Gelegenheit, um auf dem offiziellen Blog mitzuteilen, dass Facebook mittlerweile 400 Millionen Mitglieder zählt. Somit sind in den vergangenen zwei Monaten ganze 50 Millionen Neumitglieder dazugekommen.

(mbu)