Nie müde oder abgelenkt

10. Oktober 2010 10:18; Akt: 19.10.2010 13:43 Print

Google testet Roboter-Autos

Google arbeitet an Roboter-Autos - und lässt eine Testflotte bereits im kalifornischen Strassenverkehr fahren. Den ersten Roboter-Verkehrsunfall gabs auch schon.

Googles computergesteuerter Prius. (Video: Ben Tseitlin/Vimeo)

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Die Autos sind mit Kameras, Radar-Sensoren und einem Laser- Messgerät ausgerüstet, wie der verantwortliche Entwickler Sebastian Thrun in einem Blog-Eintrag erklärte.

Die Roboter-Autos führen nicht nur sicherer, sondern auch zügiger als menschliche Fahrer, ergaben die Tests gemäss einem Bericht der «New York Times» vom Sonntag. Die Testflotte besteht demnach aus sechs Toyota Prius und einem Audi TT.

Die Roboter-Autos zeigen, wie weit die Ambitionen von Google über das Internet-Geschäft hinausgehen. Bei der Steuerung der Autos ist künstliche Intelligenz mit im Spiel. Die Testwagen legten bereits etwa 140 000 Meilen (225 000 Kilometer) zurück. Ganz ohne zutun von Menschen waren es laut Zeitungsbericht 1000 Meilen.

Die Google-Entwickler gehen demnach davon aus, dass die Strassen doppelt soviel Verkehr fassen könnten, wenn Computer statt Menschen die Fahrzeuge steuerten - ganz abgesehen von einer umweltfreundlichen Fahrweise.

Kleiner Blechschaden

Ausserdem seien Roboter am Steuer naturgemäss nie müde oder abgelenkt. Bei den Testfahrten habe es nur einen kleinen Verkehrsunfall mit Blechschaden gegeben - als ein Fahrer von hinten auf ein Google-Auto auffuhr, das an einem Lichtsignal hielt.

Allerdings müssten die Computersysteme insgesamt noch deutlich verlässlicher werden, bevor Roboter-Autos in Massen auf die Strassen dürften, räumten die Ingenieure ein. Sie rechnen mit einem Zeitraum von mindestens acht Jahren.

Um die Sicherheit der Testfahrten zu gewährleisten, sitze immer ein speziell ausgebildeter Fahrer am Steuer der Wagen und könne jederzeit eingreifen, betonte Thrun. Als Beifahrer sei ein Software- Techniker an Bord.

Die Testautos seien durch belebte Strassen wie den Hollywood Boulevard oder die Lombard Street in San Francisco gefahren. Auch die Golden Gate Brücke haben sie schon überquert.

Mit Street-View-Daten

Zur Orientierung greifen die Roboter-Autos unter anderem auf die Daten von Street View zurück, wie aus Thruns Blog-Eintrag hervorgeht. Die Fahrzeuge haben - wie die Autos zum Erstellen von Street-View-Aufnahmen - Kameras auf ihren Dächern montiert - wenn auch weniger auffällige.

Google-Chef Eric Schmidt hatte schon mehrfach signalisiert, dass der Internet-Konzern sich in Richtung künstlicher Intelligenz vorarbeite. So sei die nächste Etappe bei der Internet-Suche, den Menschen Informationen zu bieten, die sie interessieren, auch wenn sie sich dessen vielleicht gar nicht bewusst seien. Dafür brauche Google allerdings möglichst viele Informationen über einen Nutzer.

(sda)