Online-Speicherdienst

21. Januar 2012 09:00; Akt: 21.01.2012 09:05 Print

Clinton-Anwalt verteidigt Megaupload

Die Chefs der Internetplattform Megaupload haben einen prominenten Anwalt verpflichtet. Robert Bennett vertrat vor Gericht den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton in der Affäre Lewinsky.

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Vier Verantwortliche von Megaupload.com wurden in Neuseeland verhaftet. (Bild: Keystone)

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Die von der US-Justiz wegen Urheberrechtsverletzungen angeklagten führenden Vertreter des Online-Speicherdienstes Megaupload werden vor Gericht von einem der prominentesten Anwälte der USA verteidigt. Robert Bennett teilte am Freitag mit, dass er das Unternehmen vertrete.

Bennett versprach eine engagierte Verteidigung. Er lehnte es aber ab, auf Einzelheiten des Falles einzugehen.

Clinton und Enron verteidigt

Bennett wurde nicht zuletzt durch seine Verteidigung des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton bekannt. Dieser war von seiner Praktikantin Monica Lewinsky vor Gericht gezerrt worden. Sie warf ihm sexuelle Belästigung vor. Bennett war auch Verteidiger des US-Energiekonzerns Enron, der nach massiven Bilanzfälschungen 2001 Insolvenz anmelden musste.

Die US-Justiz hat Anklage gegen sieben Personen erhoben, darunter vier Deutsche. Vier Megaupload-Manager wurden am Donnerstag in Neuseeland festgenommen. Drei sind noch flüchtig. Wann der Fall in den USA vor Gericht kommt, ist noch unklar. Allein eine Auslieferung der Beschuldigten von Neuseeland an die USA kann ein Jahr oder länger dauern, wenn sie dagegen vorgehen.

Anonymous greift weitere Website an

Offenbar aus Rache für die Megaupload-Schliessung hat die Hackergruppe Anonymous die Website des französischen Präsidialamtes angegriffen. Am Ende der Adresszeile auf der Internetseite des Elysée-Palastes waren vorübergehend Sprüche zu lesen, etwa der Anonymous-Slogan «We Are Legion» («Wir sind eine Heerschar»).

Auch andere Sprüche wie «Die lächerlichste Präsidentschaft der Geschichte» waren in englischer Sprache eingefügt. Am Abend war die Website wieder in ihrer normalen Fassung zu sehen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatte die Schliessung von Megaupload.com begrüsst.

Anonymous hatte bereits kurz nach Bekanntwerden der Sperrung von Megaupload am Donnerstag in den USA Rache geübt: Die Hacker legten die Internetauftritte des US-Justizministeriums, des Konzerns Universal Music sowie des Verbandes der US-Musikindustrie für mehrere Stunden lahm.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Paul Meier am 20.01.2012 10:37 Report Diesen Beitrag melden

    Rapidshare

    wird danke sagen, denn da der Firmensitz von Rapidshare in der Schweiz ist kann den Daten bei Rapidshare kaum was passieren. Nach CH Gesetz darf ich meine Daten (Filme Musik etc) auf einem externen Surver lagern - wie eben Rapidshare. Ich darf die auch da wieder runter laden und meinen Freunden darf ich den link geben, damit sie die Datei dann auch runter laden können. Und wenn man fecebook kennt, weiss man wieviele Freunde man manchmal hat :-)

    einklappen einklappen
  • Nico Meier am 20.01.2012 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt dutzende andere...

    megaupload doch nichts schlimmes. ich kenne da noch viel schlimmere. Was ist mit denen?

  • H. Fischer aus Fischingen am 20.01.2012 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hahaha

    "Kriminelle werden nun mit grösster Wahrscheinlichkeit versuchen, mit nachgebauten Megaupload-Seiten die Nutzer hinters Licht zu führen." - hahaha, Kriminelle haben Angst von anderen Kriminellen. Passt auf vor Fisch-Attacken, wenn ihr urheberhechtlich geschütztes Material runterlädt :-) es könnten Kriminelle dahinterstecken. Die nicht kriminellen wurden ja jetzt verhaftet.

Die neusten Leser-Kommentare

  • joerg am 20.01.2012 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Was kommt als nächstets?

    Die Unterhaltungsindustrie tut so als stände sie am Abgrund. Das nehme ich ihnen aber nicht ab, denn wer weiss schon wieviel geld nur schon mit Product-Placement gemacht wird? Habt ihr das gefühl die Industrie verarmt? Schaut mal die Gewinne und Gagen an.

  • Ein Anderer am 20.01.2012 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zufallsabschaltung

    Da wurde extrem willkürlich gehandelt, da hier die Nutzer rechtswidrig gehandelt haben. Die Seitenbetreiber haben schliesslich keine illegalen Inhalte selbst zur Verfügung gestellt, sondern lediglich Dateien von Drittpersonen. Weiter stellt sich auch die Frage ob Betreiber einer Webseite eine Datei (welche als Privates Eigentum hochgeladen wurde) betrachten und bearbeiten dürfen. Oder darf Google etwa bei allen GMail Accounts mitlesen? Dass wäre meines Erachtens eine Verletzung der Privatsphäre. Und die Post wird auch nicht dicht gemacht, weil illegale Ware gelagert und befördert wurde.

  • sunshine am 20.01.2012 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    reiches Land

    Ist das USA größtes Problem? Anscheinden die können sich echt glücklich schätzen. Und wie schon gesagt eine Seite fällt 10 neue kommen nach. Das ist nur der Anfang der Zensur.

  • Mike Shiva am 20.01.2012 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Comback soon

    Ich bin sicher das megaupload bald wieder unter einer Veränderten domain aufs netz gehen wird war bei kino.to genau so jetzt heisst es kinox.to

  • Nico Meier am 20.01.2012 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt dutzende andere...

    megaupload doch nichts schlimmes. ich kenne da noch viel schlimmere. Was ist mit denen?