«Blood and Honour»

01. September 2008 11:48; Akt: 01.09.2008 14:26 Print

Hacker knacken Nazi-NetzwerkHacker knacken Nazi-Netzwerk

Mitgliedern der «Datenantifa» ist es gelungen, in das rechtsextreme Netzwerk «Blood and Honour» einzudringen und über 30 000 Datensätze zu kopieren. Das gesicherte Material steht im Internet zur freien Verfügung.

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«Blood and Honour» wird von Neonazi-Bands genutzt, um über Auftritte zu informieren und braunes Gedankengut zu verbreiten. Der Name leitet sich vom Leitspruch der Hitlerjugend «Blut und Ehre» ab. Das Blood-and-Honour-Netzwerk hat seinen Ursprung in Grossbritannien und ist mittlerweile weltweit aktiv.

Computercracks der antifaschistischen Hackergruppe «Datenantifa» haben nun die Zugangscodes auf den streng abgeschirmten Server geknackt und Datensätze von 31 948 Neonazis kopiert. Darunter befinden sich zahlreiche Fotos, Forenbeiträge und E-Mail-Adressen, die von den Mitgliedern auf die Server hochgeladen wurden. Nach Angaben der Datenantifa selbst handelte es sich um eine «aufwendig vorbereitete Nacht-und-Nebel-Aktion», die durch eine Kooperation mit «befreundeten Gruppen aus dem In- und Ausland ermöglicht wurde». Einige Portale berichten, dass sich die linken Aktivisten dafür auch physischen Zugang zu den Servern verschafften.

Die Hacker entschlossen sich, sämtliche gesicherten Datensätze im Internet zu veröffentlichen. Darunter sollen laut der «Frankfurter Rundschau» auch persönliche Daten von über 500 deutschen Sympathisanten zu finden sein. «Jetzt werden einige Leute im rechtsextremen Umfeld, darunter sicher auch Aktivisten der NPD, sehr nervös werden», sagt Günther Hoffmann vom Zentrum Demokratische Kultur, gegenüber der Frankfurter Rundschau.

Seit September 2000 ist Blood and Honour in Deutschland als verfassungsfeindliche Gruppierung offiziell verboten. Der gesamte Datensatz ist 800 Mb gross und kann auf verschiedenen P2P-Netzen und 1-Click-Hostern runtergeladen werden.

(mbu)