Achtung Phishing

20. Januar 2012 12:30; Akt: 20.01.2012 23:19 Print

Hände weg von Megaupload-Nachfolgern!

Nach der Zerschlagung des Filesharing-Portals tauchen Gerüchte um eine Nachfolge-Seite auf - die von Ganoven gefälscht sein könnte. Die Spur von Megaupload führt auch in die Schweiz.

Kim Schmitz alias Kim Dotcom wird dem Richter vorgeführt. Im Video ist auch seine Villa in Neuseeland zu sehen. Quelle: YouTube
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In den letzten Stunden verbreitete sich die Nachricht vom «Tod» der populären Filesharing-Seite Megaupload.com wie ein Lauffeuer (20 Minuten Online berichtete). Wer dachte, dass die US-Justiz den Filehoster so leicht in die Knie gezwungen hat, könnte nun eines Besseren belehrt werden. Das FBI hat zwar die Internet-Adresse megaupload.com gesperrt, über die IP-Adresse 109.236.83.66 ist die Webseite aber weiterhin erreichbar. So scheint es zumindest.

Umfrage
Haben Sie Megaupload auch schon für Downloads von urheberrechtlich geschützten Inhalten genutzt?
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39 %
Insgesamt 4245 Teilnehmer

«Wir haben im Moment keine richtige Internet-Adresse», schreiben die vermeintlichen Betreiber auf der neuen Seite. Die User sollen die IP-Adresse als Lesezeichen speichern und nicht auf Phishing-Seiten hereinfallen. Kriminelle werden nun mit grösster Wahrscheinlichkeit versuchen, mit nachgebauten Megaupload-Seiten die Nutzer hinters Licht zu führen.

Auf einer angeblich provisorischen Seite kündigen die Unbekannten an, die volle Funktionalität bald wieder herstellen zu wollen. Ob es sich bei dieser Webseite nicht selbst um eine Phishing-Seite handelt, ist allerdings unklar. Stutzig macht: Die Betreiber haben das Wort «Phishing» falsch geschrieben. Möglicherweise ist der Hinweis auf Phishing-Seiten ein fieses Täuschungsmanöver, um Seriosität vorzugaukeln. Megaupload-Nutzer sollten sich derzeit auf keinen Fall auf angeblichen Nachfolge-Seiten anmelden.

Kommt Megaupload zurück?

Das Hacker-Kollektiv Anonymous hat inzwischen über seinen Twitter-Account verkündet, dass Megaupload unter der neuen Domain megavideo.bz zurückkommen werde. Die Adresse führt zur gleichen Seite, wie die erwähnte IP-Adresse.

Da Megaupload in verschiedenen Ländern aktiv war, ist es durchaus möglich, dass es den Hintermännern gelingt, bald eine neue Adresse in Betrieb zu nehmen. Vorderhand steht es allerdings noch eins zu null für das FBI: Derzeit sind auch andere Angebote der Megaupload-Betreiber – etwa Megavideoclips.com oder Megaporn.com – offline. Die Hintermänner um den selbsternannten Superhacker, Playboy und Hochstapler Kim Schmitz betrieben ein millionenschweres Imperium mit unzähligen Filesharing-Seiten.

Die Spur führt in die Schweiz

Die Mitarbeiter des Filehosters sollen in mindestens neun Ländern tätig gewesen sein. Eine Spur führt auch in die Schweiz, wie die «Handelszeitung Online» schreibt. Einer der Hintermänner tummelte sich im Adressbuchschwindel- und SMS-Abzocke-Geschäft. Der Deutsche sei in der Computerszene eine feste Grösse und habe Verbindungen in die Schweiz.

Bei den Nutzern gehen die Wogen hoch

Der Schlag gegen die «Filesharing-Mafia» führt in der Online-Community zu wilden Diskussionen, da Megaupload keineswegs nur für den Tausch von urheberrechtlich geschütztem Material genutzt wurde. Über den Dienst werden – vergleichbar mit Dropbox – auch legitime Dateien getauscht. Im Unterschied zu anderen Filesharing-Plattformen gab es auch keine Suchmaschine. Die getauschten Inhalte konnten also nur über einen direkten Link gefunden werden.

Bei den Lesern von 20 Minuten Online sind die Meinungen zum Thema Filesharing längst gemacht. Stellvertretend für die überwiegende Mehrheit schreibt Leser Myster iÖS: «Geht eine Filesharing-Seite down, folgen zehn neue, die sich um den Platz als Nachfolger streiten.» Nicht mal die USA könnten sich gegen die Download-Bewegung stellen.

Der Sinn der Aktion der US-Behörden muss in der Tat in Frage gestellt werden. Bereits die Zerschlagung der führenden Filmstreaming-Seite Kino.to im letzten Sommer hat mehr als deutlich vor Augen geführt, dass von solchen Aktionen lediglich andere Filesharing- oder Streaming-Portale profitieren.

Schweizer Nutzer haben nichts zu befürchten

Der auf IT- und Urheberrechts-Fragen spezialisierte Jurist David Rosenthal hat nach der Zerschlagung des Filmesharing-Portals Kino.to erklärt, dass es in der Schweiz vollkommen legal ist, Filme oder Musik für den Eigengebrauch herunterzuladen. Diese liberale Praxis hat der Bundesrat Ende 2011 bestätigt. Davon ausgeschlossen ist allerdings der Tausch von urheberrechtlich geschützter Software wie PC-Programme oder Games. Die Filmindustrie und ihre Vertreter sehen das erwartungsgemäss anders. «Aus etwas klar Illegalem wird nie etwas Legales», sagte Adriano Viganò. Er ist Rechtsanwalt und Berater der Schweizerischen Vereinigung zur Bekämpfung der Piraterie (Safe).

(owi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus D am 20.01.2012 07:51 Report Diesen Beitrag melden

    WTF...

    Ich will mein Geld für mein Premium Account zurück!

  • marc am 20.01.2012 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Neeeeeiiiiinnn

    Sehr Schade ich mochte die Seite sehr aber danke Anonymus für die Rache. Free Internet!

  • joerg am 20.01.2012 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Was kommt als nächstets?

    Die Unterhaltungsindustrie tut so als stände sie am Abgrund. Das nehme ich ihnen aber nicht ab, denn wer weiss schon wieviel geld nur schon mit Product-Placement gemacht wird? Habt ihr das gefühl die Industrie verarmt? Schaut mal die Gewinne und Gagen an.

Die neusten Leser-Kommentare

  • joerg am 20.01.2012 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Was kommt als nächstets?

    Die Unterhaltungsindustrie tut so als stände sie am Abgrund. Das nehme ich ihnen aber nicht ab, denn wer weiss schon wieviel geld nur schon mit Product-Placement gemacht wird? Habt ihr das gefühl die Industrie verarmt? Schaut mal die Gewinne und Gagen an.

  • Ein Anderer am 20.01.2012 17:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zufallsabschaltung

    Da wurde extrem willkürlich gehandelt, da hier die Nutzer rechtswidrig gehandelt haben. Die Seitenbetreiber haben schliesslich keine illegalen Inhalte selbst zur Verfügung gestellt, sondern lediglich Dateien von Drittpersonen. Weiter stellt sich auch die Frage ob Betreiber einer Webseite eine Datei (welche als Privates Eigentum hochgeladen wurde) betrachten und bearbeiten dürfen. Oder darf Google etwa bei allen GMail Accounts mitlesen? Dass wäre meines Erachtens eine Verletzung der Privatsphäre. Und die Post wird auch nicht dicht gemacht, weil illegale Ware gelagert und befördert wurde.

  • sunshine am 20.01.2012 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    reiches Land

    Ist das USA größtes Problem? Anscheinden die können sich echt glücklich schätzen. Und wie schon gesagt eine Seite fällt 10 neue kommen nach. Das ist nur der Anfang der Zensur.

  • Mike Shiva am 20.01.2012 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Comback soon

    Ich bin sicher das megaupload bald wieder unter einer Veränderten domain aufs netz gehen wird war bei kino.to genau so jetzt heisst es kinox.to

  • Nico Meier am 20.01.2012 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt dutzende andere...

    megaupload doch nichts schlimmes. ich kenne da noch viel schlimmere. Was ist mit denen?