LNK-Lücke

03. August 2010 11:12; Akt: 03.08.2010 13:25 Print

Microsoft mit Notfallpatch

User von Windows XP, Vista und 7 wird geraten, umgehend ihr Betriebssystem auf den aktuellen Stand zu bringen. Ansonsten droht der Malware-Befall.

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Laut Microsofts COO Kevin Turner kommt Windows Phone 7 im Oktober auf den Markt.

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Microsoft hat gestern kurzfristig einen Patch veröffentlicht, der die bereits seit mehreren Wochen bekannte Lücke wieder schliessen soll. Dabei wird die Systemdatei Shell32.dll angepasst. Gleich mehrere Familien von Schadsoftware zielten laut Microsoft auf die nun geschlossene Sicherheitslücke. Mittels der eingeschleusten Malware konnten Hacker die Kontrolle über fremde Rechner übernehmen. In manchen Fällen genügte es bereits, einen Ordner zu öffnen, um den Rechner mit Schadcode zu infizieren. Microsoft hatte zwischenzeitlich eine Lösung präsentiert, die scharfe Kritik erntete. Denn sie ersetzte Verknüpfungssymbole durch weisse Platzhalter, so dass das Arbeiten am PC unnötig erschwert wurde, weil nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar war, was sich hinter dem jeweiligen Icon verbarg.

Angriffe richteten sich unter anderem gegen Kraftwerke und andere wichtige Infrastruktur. Der Konzern forderte die Nutzer aller Windows- Versionen auf, ihr Betriebssystem dringend auf den aktuellen Stand zu bringen, um ihren Computer zu schützen. Wer Windows XP auf seinem Rechner laufen hat, muss zwingend das Service Pack 3 installiert haben, um das Sicherheits-Update installieren zu können.

Windows Phone 7 ab Oktober

Laut Microsofts COO Kevin Turner wird das Windows Phone 7 im Oktober nach Europa kommen. In der USA soll es einen Monat später soweit sein, schreibt der US-Blog engadget.com. Mitte Juli hatte Aaron Woodman von Microsoft einige Details zu dem mobilen Betriebssystem verraten. Daten sollen sich über die Plattform Zune und ein WLAN synchronisieren lassen - ein grosser Unterschied zum iPhone, welches dazu per Kabel mit dem Rechner verbunden werden muss. Ausserdem werde es eine Webseite namens Windows Phone Live geben, zu der alle Besitzer eines Smartphones mit dem neuen Betriebssystem Zugang haben. Sie können dort Fotos hochladen oder beispielsweise Kontakte und Onenote-Notizen synchronisieren. Ebenfalls über die Seite nutzbar sein wird eine Funktion namens Find My Phone. Besitzer können ihr verlorenes oder gestohlenes Gerät orten, sperren oder löschen. Das Ganze erinnert an Apples MobileMe. Microsoft will die Dienste aber gratis anbieten.

Mehr Apps für Bing Maps

Für die Weiterentwicklung ihres Kartendienstes Bing Maps hat Microsoft Dritt-Entwickler in Rahmen eines Wettbewerbes zur Programmierung von Apps aufgerufen. Der Sieger steht noch nicht fest. Zu den potentiellen Anwärtern zählt die App «Taxi Fare Calculator». Sie soll Taxikunden dabei helfen, nicht über den Tisch gezogen zu werden. Dafür muss in den virtuellen Kartendienst lediglich die Start- und Zieldesitnation eingegeben werden und schon verrät die App den üblichen Preis für die Taxifahrt.

Bereits integriert wurden Karten des Projekts OpenStreetMap, wie Microsoft mitteilte. Um sie nutzen zu können, muss man die Betaversion von Bing Maps starten. So gelangt man zu einer Seite, auf der alle Applikationen für den Dienst zu finden sind und kann den zusätzlichen Layer auswählen. OpenStreetMap ist - grob verkürzt - eine Wikipedia für Kartenmaterial. Freiwillige fügen seit Jahren Strassen und Sehenswürdigkeiten zum Dienst hinzu. Jeder kann ausserdem Daten korrigieren.

(mbu)