Petition gestartet

30. Dezember 2008 14:00; Akt: 30.12.2008 14:00 Print

Welche Brüste soll Facebook zeigen?

von Henning Steier - «Stillen im Stillen» ist nicht das Motto tausender Mütter, die gegen Facebook mobil machen. Denn sie möchten Bilder ihrer Babys beim Muttermilch-Trinken zeigen. Die Seitenbetreiber wollen diese der Netzwelt allerdings nicht zumuten.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Zwar ist öffentliches Stillen in den USA mittlerweile nicht mehr als Exhibitionismus strafbar. Experten raten Müttern jedoch weiterhin, beispielsweise in Restaurants darauf zu verzichten. Auch bei Facebook ist die günstigste Art der Babyernährung nicht gern gesehen.

Daher haben Mütter unter dem Motto: «Hey Facebook, breastfeeding is not obscene» den Kampf gegen das soziale Netzwerk aufgenommen. Ihre gleichnamige Gruppe hat mittlerweile über 70 000 Mitglieder. Sie alle protestieren mit ihrer Petition dagegen, dass Facebook Fotos stillender Frauen löscht, wenn sie als obszön eingestuft werden. Beispiele dafür sind in der obigen Bildstrecke zusammengestellt.

«Was soll daran obszön sein, ein Baby an der Mutterbrust zu zeigen?», fragen die Initianten der Gruppe auf ihrer Seite. Schliesslich gebe es viel anzüglichere Bilder im grössten sozialen Netzwerk der Welt. Die Forderung: Facebook soll alle Bilder stillender Mütter ab sofort wieder zulassen.

Demonstration vor der Firmenzentrale

Am vergangenen Samstag fand die erste Demonstration der Gruppenmitglieder vor der Unternehmenszentrale im kalifornischen Palo Alto statt. 11 000 Teilnehmer zählten die Veranstalter nach eigenen Angaben. Organisiert wurde der Protest unter anderem von Heather Farley, die in einem offenen Brief an das Unternehmen schrieb: «Seit vielen Jahren weist die Weltgesundheitsorganisation darauf hin, dass Stillen überaus wichtig für die Entwicklung von Kindern ist. Wenn Facebook unsere Fotos entfernt, ist das kontraproduktiv und diskriminierend.»

Facebook schweigt

Farley forderte das soziale Netzwerk auf, den entsprechenden Passus seiner Nutzungsbedingungen in etwa wie folgt zu ändern: «Nicht erlaubt sind Bilder, die Nacktheit, Drogenmissbrauch oder sonstige anstössige Inhalte zeigen. Das Zeigen von Bildern aller stillenden Mütter ist hingegen gestattet.»

«Grundsätzlich haben wir nichts gegen solche Fotos auf unserer Seite», sagt ein Facebook-Sprecher. Das Unternehmen habe aber eine Grenze ziehen müssen und sie liege bei sichtbaren Brustwarzenhöfen. Bilder, welche diese zeigen, werde man auch weiterhin entfernen.