Urheberrecht

30. März 2011 13:19; Akt: 30.03.2011 14:22 Print

US-Plattenfirmen kritisieren Amazon

Mit seinem neuen Cloud-Musikdienst ist Amazon den Konkurrenten Google und Apple zuvorgekommen - und hat die Musikkonzerne massiv verärgert.

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Amazon hofft, über das Online-Angebot für Endkunden mehr Musik verkaufen zu können, da der Nutzer seine Songs überall hören kann. (Screenshot: 20 Minuten Online)

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Vertreter von Musikkonzernen kritisieren in diversen US-Medienberichten, dass der Online-Einzelhändler für seinen Cloud-Service nicht über neue Lizenzen verhandelt habe. So behält sich etwas Sony rechtliche Schritte vor, wie eine Sprecherin gegenüber Reuters sagte.

Amazon konterte, bei der Kombination aus Cloud Player und Cloud Drive handle es sich letztlich nur um eine Art externe Festplatte, auch wenn sie virtuell ist und sich im Internet befindet. Daher seien aus Sicht des Konzerns keine neuen Lizenzverhandlungen notwendig gewesen.

Musik vom Server

Mit Amazons neuem Dienst, der vorerst nur in den USA zur Verfügung steht, können Nutzer ihre Musik auf Server des Konzerns hochladen - und von dort aus über den Cloud Player auf jedem beliebigen Computer abspielen. Aber auch Alben, die man im MP3-Shop des Online-Händlers kauft, werden automatisch auch auf der virtuellen Festplatte (Cloud Drive) bei Amazon gespeichert.

Unter anderem in der «New York Times» zweifelten Manager mehrerer Plattenfirmen an, ob dieses Nutzungsszenario von den aktuellen Amazon-Lizenzen auf ihre Songs abgedeckt ist. Allerdings wollten sie sich nicht offiziell äussern, weil die Verträge vertraulich seien.

Auch Google und Apple arbeiten dem Vernehmen nach an Cloud- Musikdiensten - stecken aber in schwierigen Rechte-Verhandlungen mit den Musikfirmen fest.

Daten jeglicher Art

Im Online-Speicherplatz Cloud Drive können Dateien jeglicher Art gespeichert werden. Also nicht nur Musik, sondern auch Fotos oder Videos. Abgelegt werden sie auf den Servern von Amazon, die über einen Browser zu erreichen sind. Über den Cloud Player kann man, einen Internetanschluss vorausgesetzt, die Musik überall hören, wenn man einen Computer oder ein Smartphone hat, das mit dem Google-Betriebssystem Android läuft. Andere Dateien werden mit einem Programm der Wahl geöffnet.

Für Amazon-Kunden gibt es beim Cloud Drive 5 Gigabyte Speicherplatz kostenlos. Weiterer Platz kostet dann Geld. Mit dem Angebot wendet Amazon sich nun gezielt an Endkunden, einen Online-Speicher für Firmen gibt es schon unter dem Namen Amazon S3. Aber Amazon hofft auch, über das Online-Angebot für Endkunden mehr Musik verkaufen zu können, da der Nutzer seine Songs überall hören kann und nicht auf ein bestimmtes Gerät angewiesen ist.

(sda/ap)