Illegales Filesharing

07. Mai 2009 11:53; Akt: 12.07.2010 14:51 Print

Facebook spioniert Nutzer aus

von Henning Steier - Das weltgrösste soziale Netzwerk hat ein neues Mittel, um Piraten zu bekämpfen. Doch dieses trifft auch User, die nichts Kriminelles im Sinn haben und sorgt für Frust in der Community.

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Zu den beliebtesten Funktionen von Facebook gehören private Nachrichten an Freunde. Wer sich fragt, warum manche davon nicht ankommen, könnte die Antwort im Kampf des sozialen Netzwerks gegen illegales Filesharing finden. Denn wie ein Test von 20 Minuten Online ergab, werden unter anderem Messages, die Links zur Torrent-Seite The Pirate Bay enthalten, nicht mehr zugestellt. Stattdessen erscheint ein Fenster, in dem zum Beispiel steht: «Warnung! Inhalte dieser Nachricht wurden von Facebook-Nutzern als missbräuchlich gemeldet.»

Kein Login mehr möglich

Wer es weiter probiert, bekommt plötzlich folgende Meldung: «Da ist etwas schiefgelaufen. Wir arbeiten daran, dies so schnell wie möglich zu beheben. Du kannst es später noch einmal versuchen.» Doch ein Einloggen ist nicht mehr möglich. Erst ein Blick ins private E-Mail-Fach macht klar, warum: In einer Nachricht der Seitenbetreiber heisst es, man habe verdächtige Aktivitäten im Account des Nutzers bemerkt und daher aus Sicherheitsgründen das Passwort deaktiviert. Man braucht also ein Neues, was lästig sein kann, wenn man viele Seiten nutzt, die einen Login benötigen und daher aus Bequemlichkeit überall dasselbe Passwort verwendet. Zwar ist dies aus Sicherheitsgründen nicht empfehlenswert. Doch nicht nur Nutzern mit schlechtem Gedächtnis ist das verhältnismässig gleichgültig: Wie eine im März veröffentlichte Studie des Sicherheitsanbieters Sophos ergab, verwenden ein Drittel der Surfer für alle von ihnen genutzten Seiten dieselbe Kennung.

Nachdem 20 Minuten Online Ende März berichtet hatte, dass Filesharer über einen «Share-on-Facebook»-Button auf The Pirate Bay Links direkt über das weltgrösste soziale Netzwerk an Freunde senden oder die Links im eigenen Profil posten konnten, liess sich Facebook rund einen Monat Zeit, um das zu verhindern.

Nun gehen die Seitenbetreiber einen Schritt weiter. Dass sie dabei Nachrichten mit Links zu Torrents, die den Download urheberrechtlich geschützter Inhalte ermöglichen, blockieren, erscheint auf den ersten Blick als gutes Mittel, Piraterie einzudämmen. Doch wie in der obigen Bilderstrecke zu sehen ist, hat das Ganze einige Haken. Denn zwar lassen sich keine Nachrichten mehr mit Verweisen auf Seiten wie The Pirate Bay oder btjunkie versenden. Und auch der Austausch von solchen Links über die Chat-Funktion klappt nicht mehr. Doch auf der eigenen Pinnwand lassen sich Raubkopien-Links zu btjunkie oder Rapidshare nach wie vor problemlos posten. Letztgenannte bringen den Surfer auf die Seite des gleichnamigen Schweizer Unternehmens, bei dem es sich um einen so genannten One-Click-Hoster handelt, der - grob verkürzt - virtuelle Festplatten anbietet, über welche seine Nutzer mit wenigen Klicks grosse Dateien austauschen können. Das Angebot ist allerdings auch bei Piraten beliebt.

Nazis haben freie Fahrt

In seinen Nutzungsbedingungen behält sich Facebook das Recht vor, Inhalte zu entfernen, die Urheberrechte verletzen oder aus weiteren Gründen illegal sind. Doch mit seinem neuen Ansatz blockiert das Portal auch Nachrichten und Chat-Messages, die Links zu unproblematischen Torrents enthalten. Dabei handelt es sich beispielsweise um solche, die auf den Gratis-Browser Firefox oder Bücher verweisen, deren Copyright abgelaufen ist. Nicht zuletzt filtern auch E-Mail-Anbieter wie GMX die Nachrichten ihrer Nutzern, um beispielsweise Spam herauszufischen. Doch die Nachrichten werden im Unterschied zu Facebook in jedem Fall zugestellt. Und wer anderweitig problematische Beiträge wie die Links zu Nazi-Seiten oder Hasstiraden gegen Juden über Facebook verbreiten möchte, kann dies nach wie vor relativ ungehindert tun, wie ein kurzer Test von 20 Minuten Online ergab.


Lesen Sie auch bei unserem deutschen Partner stern.de: "Soziale Netzwerke - Facebook, StudiVZ, Twitter & Co."

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mib81 am 07.05.2009 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld..

    ..wer musik, filme und games illegal runterlädt, und das auch noch auf facebook verlinkt, der muss sich nicht wundern. Weiss nicht, wo das Problem ist, ich bin und bleibe jedenfalls zufriedener facebookler.

  • Reto G am 07.05.2009 15:48 Report Diesen Beitrag melden

    So what ? I

    Nichts ist gratis,Facebook lässt sich durch das Wissen über die Benutzer bezahlen.Der Verkauf der Information verhindert dann einen Mitgliederbeitrag.FB hätte keine Mitglieder,wenn es kostenpflichtig wäre,da ja alle knausrig sind.Statt Geld, zahlen wir also mit unseren Infos. So what ?

  • blub am 07.05.2009 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    was

    erwartet ihr, die musiklabel etc. können halt bissle mehr druck machen als ein paar anti-nazi vereine

Die neusten Leser-Kommentare

  • FürstDerFinsterniss am 14.05.2009 03:54 Report Diesen Beitrag melden

    Es lässt sich NIE überwachen!

    Es lässt sich NIE überwachen! Es ginbt immer Wege und Mittel!

  • hans zimmer am 10.05.2009 09:13 Report Diesen Beitrag melden

    weg mit dem dräck!

    sowas braucht die welt doch nicht! soziales network is doch irgendwie doppelt gemopelt! geht lieber raus, es ist schönes wetter, und die frauen seht ihr in 3D!!!!

  • Rapidshare User am 09.05.2009 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Download in der Schweiz nich illegal

    Bekanntlich ist der reine Download in der CH nicht illegal. (anders als in vielen Ländern) Deswegen: Gesuchter Filmtitel mit dem Zusatz "Rapidshare" bei Google eingeben, ein paar Links anklicken und bequem downloaden. Dauert ca. 15min pro Film. Facebook hin oder her.

  • Flyer am 09.05.2009 10:15 Report Diesen Beitrag melden

    Naiv und Dümmlich

    1. Facebook ist nur ein Faktor in der Dekadenz der User. 2. Arme Menschen die so um Aufmerksamkeit buhlen. Unfähig im RL Sozialkontake zu pflegen. 3. Man macht nicht mit weil man es super findet sondern weil alle andern mitmachen Fazit nur die Dummenmassen benützen Facebook.

  • zürcher daniel am 08.05.2009 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    danke facebook

    ich wurde von facebook gespeert weil ich angeblich zuviele freundes anfragen gemacht haben soll. zum lachen gröhl gröhl ich werde schauen das so viel wie möglich von meinen freunden nicht mehr macht im face