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Microblogging
20. Mai 2010 15:24; Akt: 20.05.2010 17:42 Print
Das Who is Who 2.0 der Schweiz
von Henning Steier - Twitter wächst täglich um 300 000 Mitglieder. Aber welche haben das Sagen? Das US-Start-up Klout hat die 25 einflussreichsten User hierzulande ermittelt.
Das sind die einflussreichsten Twitterer der Schweiz
Mit rund 4,9 Millionen Followern ist er der unbestritten beliebteste User von Twitter: Schauspieler Ashton Kutcher. Doch Sängerin Britney Spears liegt mittlerweile nur noch wenige Tausend Anhänger dahinter. Der Popstar der Politik, Barack Obama, verzeichnet fast eine Million weniger. Doch wenn es um den Einfluss geht, liegt der US-Präsident nicht nur in der realen Welt vorn. Auch der so genannte Klout Score des Start-ups Klout liegt für ihn bei 100 - dem Maximum. Das Minimum liegt bei 1, der Durchschnittswert beträgt 24.
Klout-Gründer Joe Fernandez
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Dieser Index versucht eine Antwort auf die Frage nach den einflussreichsten Mitgliedern des Microblogging-Dienstes zu geben. «Die Zahl der Follower ist dabei nur von untergeordneter Bedeutung», erläuterte Klout-Chef Joe Fernandez im Gespräch mit 20 Minuten Online. In den Klout Score flössen unter anderem Faktoren wie der so genannte True Reach ein. Für diesen wird beispielsweise ermittelt, ob ein Account eines Followers überhaupt noch aktiv ist, also in den vergangenen 30 Tagen mindestens ein Tweet über ihn abgesetzt wurde. «Ausserdem analysieren wir die Themen der Beiträge eines Nutzers und wie viele Retweets jemand verzeichnet», erklärt der 32-Jährige. Auch die Informatiker Changhyun Lee, Haewoon Kwak, Sue Moon und Hosung Park vom koreanischen Forschungszentrum Kaist betonten in einer Studie wie wichtig die Zahl der Retweets ist, um die Bedeutung eines Users zu messen. Die naheliegende Begründung der Forscher: Wer den Tweet eines anderen mit einem Klick in seinem Account veröffentlicht, ist von dessen Relevanz in der Regel überzeugt. Weil der Studie zufolge rund 50 Prozent der Tweets Nachrichten sind, liegen bei der Zahl der Retweets auch News-Portale wie CNN vorn.
1,8 Millionen Dollar Risikokapital erhalten
Auch Twitter selbst versucht seit März aus den über 55 Millionen Tweets täglich die wichtigsten herauszufiltern. User können sie sich über twitter.com/toptweets anschauen. «Unser Algorithmus berücksichtigt unter anderem Retweets und Favoriten von Usern», sagte Abdur Chowdhury, Chefentwickler des Dienstes gegenüber searchengineland.com. Klout geht allerdings weiter und hat wohl auch deshalb unlängst eine Risikokapitalspritze von 1,8 Millionen US-Dollar erhalten. Anfang 2011 will man profitabel sein. «Wir denken, dass es am nützlichsten ist, den Einfluss einer Person zu verstehen, wenn man die Themen kennt, bei denen ihr viele User zu vertrauen scheinen», sagt Joe Fernandez. Und genau diese so genannten Influencer versucht die Firma ihren Werbekunden zu liefern. So ist aktuell auf klout.com beispielsweise zu lesen, dass mashable, Scobleizer und ShebaJo die einflussreichsten User sein sollen, wenn es um das iPhone geht.
«Unsere Schnittstelle wird bereits von etwa 300 Unternehmen genutzt», erzählt Fernandez, «so wollen beispielsweise einige Hotels aus Las Vegas herausfinden, welcher ihrer Gäste den grössten Twitter-Einfluss hat und ihm den Besuch einer Show schenken. Filmproduzenten suchen nach den einflussreichsten Mitgliedern, die sich zu einem bestimmen Werk geäussert haben, um sie das nächste Mal zu Vorab-Vorführungen ähnlicher Streifen einzuladen und um ihre Meinung zu bitten.» Auch Starbucks konnte Klout kürzlich als Kunden gewinnen. Das Unternehmen bat um die wichtigsten Influencer zum Thema Kaffee. Klout schrieb sie per E-Mail an und fragte, ob Starbucks ihnen eine neue Sorte nach Hause schicken und ihre Meinung einholen könnte. «Starbucks war es egal, ob sich die User positiv oder negativ äusserten», betont der Klout-Chef, «Hauptsache, sie erzeugten Aufmerksamkeit.» Das sei auch ein grosser Unterschied zu den so genannten Sponsored Tweets. Denn diese Werbe-Beiträge, welche ungefiltert für Produkte trommeln, könnten an der Glaubwürdigkeit des jeweiligen Nutzers kratzen.
Geschäftsidee dank Operation
«Im Dezember 2007 wurde ich am Kiefer operiert und konnte daher am leichtesten via Twitter und Facebook mit Freunden kommunizieren», erzählt der Informatiker, «mir wurde klar, dass ich manchen Leuten am meisten vertraute, wenn sie mir rieten, bestimmte Restaurants zu besuchen oder Filme zu sehen. Daraus entstand die Idee, solche User auf Twitter zu finden.» Das Unternehmen Twitalyzer sieht er zwar als wichtigen, aber nicht direkten Konkurrenten: «Wir konzentrieren uns auf den Einfluss von Usern, während sie ein Dashboard für Unternehmen anbieten. Ich denke, die Chancen stehen gut, dass wir eines Tages zusammenarbeiten.» Datenschutzbedenken hat er nicht, denn Klout werte nur Konten aus, deren Nutzer ihre Daten freigegeben hätten. Weil das Unternehmen zurzeit nur rund zehn von über 100 Millionen Accounts analysiert, will Fernandez seine Zahlen allenfalls als Trendwerte verstanden wissen. Bislang hat er unter anderem Listen der einflussreichsten Twitter-User aus Deutschland und den Niederlanden erstellt. Die Schweizer Top 25 sind in der obigen Bilderstrecke zu finden. Auf den ersten Platz kam die in New York lebende Designerin Tina Roth Eisenberg. Sie ist als swissmiss auf Twitter zu finden.

























