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Betrügerischer Hacker
15. Januar 2012 14:59; Akt: 15.01.2012 15:00 Print
Er kapert Konten und verschickt Bettel-Mails
von Manuel Bühlmann - Fritz N. kann es nicht glauben: In seinem Namen werden von seiner E-Mail-Adresse aus Bettelbriefe an gespeicherte Kontakte verschickt. Die Polizei ist machtlos.

Auch im Fall von Fritz N. wollten die Betrüger das Geld auf ein Western-Union-Konto überwiesen haben. (Bild: Colourbox)
Seit über zehn Jahren unterhält Fritz N. (Name der Redaktion bekannt) bei yahoo.de eine E-Mail-Adresse. Seit Anfang Woche hat er jedoch keinen Zugriff mehr darauf. Der Verkäufer wurde Opfer eines gemeinen Hackers. Diesem ist es gelungen, die Login-Daten herauszufinden und den Mail-Account zu übernehmen.
So prüfen Sie Ihr PasswortWie sicher Ihre Passwörter sind, können Sie im Passwort-Check auf der Website des Datenschutzbeauftragten des Kantons Zürichs im Detail testen. Die Seite empfiehlt korrekterweise nicht das eigene Kennwort anzugeben, sondern ein ähnliches. Lautet ihr Geheimcode «sonne?12», können Sie beispielsweise das fiktive Passwort «sonne!21» testen.
Je länger Ihr Kennwort ist, desto besser. Bereits grossen Schutz bieten zehn Zeichen. Grossbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen erhöhen die Sicherheit zudem massiv. Ein Passwort wie «IchWurdeInZürich8001GEBoren*» ist daher leicht zu merken und so gut wie unknackbar.
Noch sicherer sind Passwörter mit Sonderzeichen, die nicht auf der Tastatur stehen, da diese seltenen Zeichen bei Angriffen oft unbeachtet bleiben. Beispielsweise kann das ®-Zeichen nur über das Eintippen der Zahlen 0174 bei gedrückter ALT-Taste eingegeben werden. Ebenfalls auf der sicheren Seite ist, wer auf ein General-Passwort verzichtet und die individuellen Kennwörter weder auf dem PC, Handy noch im E-Mail-Konto speichert.
Im Namen von Fritz N. verschickt er nun rührige Bettelbriefe: «Ich bin nach Madrid, Spanien
verreist und habe meine Tasche verloren samt Reisepass und Kreditkarte.» Was dann folgt, ist die alte Leiher: Die Botschaft lasse ihn ohne Pass ausfliegen, Hotelrechnung und Ticketkosten stünden allerdings noch offen. «Ich habe schon Kontakt mit meiner Bank aufgenommen, aber sie brauchen mehr Zeit, um mir eine neue Kreditkarte zu schicken. Ich wollte dich fragen, ob du mir ein bisschen Geld so schnell wie möglich leihen kannst.»
+34632256302: Achtung Falle
Bei Fragen könne man ihn über E-Mail oder die Rezeption des Hotels Blue Island kontaktieren. Die Telefonnummer laute: +34632256302. Wer die Nummer anruft, landet auf einem spanischen Telefonbeantworter, der angeblich voll ist. Wer die Nummer googelt, merkt schnell, dass Betrüger am Werk sind. In mehreren Treffern wird vor der miesen Masche gewarnt.
Wird per E-Mail auf den Hilfeschrei geantwortet, wird man vom Hacker aufgefordert, Geld auf einen Western-Union-Account zu überweisen – natürlich im Namen von Fritz N.
Als Fritz N. von Freunden auf sein vermeintliches Bettelschreiben angesprochen wurde, fiel er aus allen Wolken: «Ich habe mich sofort in Zürich auf einem Detektivposten der Polizei gemeldet. Den Beamten kam die Masche zwar bekannt vor, sie haben auch die spanische Telefonnummer angerufen. Am Ende konnten sie mir aber leider auch nicht weiterhelfen.»
Hoffen auf Yahoo
Im Anschluss kontaktierte er yahoo.de und schilderte den Fall. «Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ich möglichst schnell wieder Zugriff auf meinen Mail-Account erhalte.» Eine Reaktion seitens von Yahoo habe er bislang keine erhalten, ärgert sich Fritz N. der inzwischen zu einem anderen Anbieter gewechselt hat. An die Kontakte, die er sich notiert hatte, schrieb er von seiner neuen E-Mail-Adresse aus eine Warnung. Zudem brachte er eine Warnung auf seiner Website an. Fritz N. ist die ganze Angelegenheit sehr unangenehm: «Hoffentlich ist den Betrügern niemand auf den Leim gekrochen.»






























