«Fieuvulp»

02. Juli 2009 07:54; Akt: 02.07.2009 14:58 Print

Firefox spricht nun Rumantsch

Im Internet kann nun auch auf Rätoromanisch gesurft werden. Die rätoromanische Benutzeroberfläche steht mit der neuen Version des Internet-Browsers Mozilla Firefox zur Verfügung.

Fehler gesehen?

Dies teilte die rätoromanische Jugendorganisation Giuventetgna Rumantscha (GiuRu) am Donnerstag mit. Die Übersetzung des Programms wurde von Gion-Andri und Martin Cantieni aus Sagogn (GR) besorgt und von der Rätoromanen-Dachorganisation Lia Rumantscha lektoriert. Insgesamt sind über 5500 Zeilen Text übersetzt worden. Dabei galt es laut der Mitteilung diverse sprachliche und technische Probleme zu bewältigen.

So hätten für etliche technische Begriffe rund ums Internet neue Wörter gefunden werden müssen. Die Zusammenarbeit mit der Lia Rumantscha habe es ermöglicht, einheitliche Ausdrücke festzulegen, und garantiere eine konsequente Verwendung der Begriffe, die teilweise bereits mit der Übersetzung von Microsoft Office 2003 entstanden seien.

Kleinsprache in moderner Welt

Mit dem romanischen Firefox wollen die Übersetzer nach eigenen Angaben aufzeigen, dass auch das Rätoromanische als Kleinsprache durchaus in der modernen Informationstechnologie verwendet werden kann. Ausserdem sei ein Browser, dessen häufigste Funktionen einfach zu bedienen seien, sehr geeignet, sich mit den teilweise neuen romanischen Begriffen auseinanderzusetzen, sagte Gion-Andri Cantieni laut der Mitteilung, und weiter: «Abgesehen davon ist das einfach cool, ein Programm, das romanisch kann.»

Die Realisierung des Projekts sei nur möglich geworden, weil Firefox ein Open-Source-Programm ist. Dies bedeutet, dass der Programmcode offen ist und allen zur Verfügung steht, die ihn verwenden wollen. So sei es möglich, die nötigen Änderungen vorzunehmen, ohne dass eine Genehmigung von Seiten Mozillas nötig gewesen wäre, heisst es in der Mitteilung. Die vollständig übersetzte Version sei nun aber von Mozilla akzeptiert worden und werde auf der offiziellen Webseite vertrieben.

(dapd)