Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Filesharing
20. Juli 2009 12:23; Akt: 20.07.2009 12:47 Print
Kazaa zurück im Rennen
Kazaa war lange die unangefochtene Nummer eins der Online-Tauschbörsen. Dann kam der Service unter einer Schwemme an Klagen zum Erliegen. Jetzt ist er wieder am Start - dieses Mal legal.
Kazaa wurde von dem Schweden Niklas Zennström und seinem dänischen Kollegen Janus Friis entwickelt. Mit Kazaa können User basierend auf einem Peer-to-Peer-System Musikdateien, Videos, Textdokumente und Bilder tauschen. Die Online-Tauschbörse der zwei Skandinavier wurde schnell zur Nummer eins unter den File-Sharing Clients.
Der Musikindustrie war der Dienst von Anfang an ein Dorn im Auge, zu gross war die Angst vor drohenden Umsatzeinbussen. Schnell wurden die Anwälte damit beauftragt, den Tausch von urheberrechtlich geschützten Werken möglichst schnell zu unterbinden. 2006 ist es der Musikindustrie schlussendlich gelungen, die Online-Tauschbörse in die Knie zu zwingen. Vor Gericht wurden die Kazaa-Betreiber zu einer hohen Schadenersatz-Zahlung verurteilt. Die Höhe der Busse wurde nie offiziell kommuniziert. Die Betreiber wurden dazu verpflichtet, sicherzustellen, dass kein urheberrechtlich geschütztes Material mehr getauscht werden kann - bei einem Peer-to-Peer-Netzwerk eine nicht wirklich einfach zu bewerkstelligende Auflage.
Nun versucht Kazaa aus seinem einst so erfolgreichen Namen auf legalem Wege wieder Profit zu schlagen. Für ein Abonnement in der Höhe von 20 US-Dollar sollen User unbegrenzt Musik herunterladen können. Das Mutterunternehmen Brilliant Digital Entertainment versichert, dass es mit allen vier grossen Major Labels entsprechenden Verträge geschlossen habe. Der Haken an der Sache: Die Dateien lassen sich nicht vervielfältigen, da sie DRM-geschützt sind. Ausserdem können sie auf keinem portablen MP3-Player abgespielt werden und lassen sich auf maximal drei PCs nutzen. Unter diesen Umständen dürften die Erfolgsaussichten für die Online-Tauschbörse eher düster sein.
Die einstigen Kazaa-Betreiber Zennström und Friis machten vor drei Jahren mit dem Verkauf von Skype an eBay von sich reden, der Preis für den VoIP-Dienst lag bei satten 2,6 Milliarden US-Dollar.
(mbu)

























