Musikindustrie

08. September 2010 22:57; Akt: 09.09.2010 07:58 Print

Keine Gnade für InternetpiratenKeine Gnade für Internetpiraten

Die Musikindustrie sagt Piraten den Kampf an: Sie verklagt immer mehr User, die Songs im Internet zum Herunterladen anbieten. Die Piratenpartei befürchtet nun, dass Tausende Schweizer kriminalisiert werden.

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Musikpiraten geht es an den Kragen. (Symbolbild: Nicolas Y. Aebi)

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3100 Songs hat eine 21-Jährige in Schaffhausen übers Internet heruntergeladen.

Was sie offenbar nicht wusste: Über ihr Tausch-Programm bot sie die Musikdateien auch anderen Usern zum Download an. Dies ist im Gegensatz zum reinen Herunterladen illegal – und wird von der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) seit kurzem konsequent verfolgt (Siehe Interview). So wurde die Frau angezeigt, worauf die Schaffhauser Polizei ihre Wohnung durchsuchte und ihren Computer beschlagnahmte.

«Rechtlich hat sie ein Vergehen begangen. Da kann man nicht von einem ‹Kavaliersdelikt› sprechen», so Untersuchungsrichter Peter Neukomm. Nun erwartet die Frau eine Busse von einigen hundert Franken. Fast 10 000 Franken dürfte hingegen die zivilrechtliche Forderung betragen: Die IFPI etwa verlangt 3 Franken pro Song.

Für Denis Simonet von der Piratenpartei ist dies inakzeptabel: «Das Filesharing ist für uns kein Delikt. Beim Anbieten und Downloaden von Musik geht es um den Austausch von Kultur. Das darf ­niemals illegal sein.» Er fordert, dass die private Vervielfältigung von Songs nicht bestraft werden kann. Sonst würden Tausende Leute kriminalisiert.

(hal/20 Minuten)