Private Dateien futsch

27. Januar 2012 13:47; Akt: 30.01.2012 15:43 Print

MegaUpload-Nutzer wollen FBI verklagenMegaUpload-Nutzer wollen FBI verklagen

Von der Schliessung der populären Filesharing-Plattform sind nicht nur Software-Piraten betroffen, sondern auch viele legale Nutzer. Jetzt machen die Piratenparteien mobil.

storybild

Das FBI hat die MegaUpload-Plattform abgeschaltet und damit auch legale Angebote vom Netz verbannt. Das sei unverhältnismässig gewesen, finden Betroffene. (Bild: Colourbox)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Während der MegaUpload-Gründer Kim Schmitz in einem neuseeländischen Gefängnis vor der Auslieferung bibbert, eröffnen die MegaUpload-Sympathisanten eine neue Front. Sie wollen sich mit juristischen Mitteln gegen die Schliessung der populären Filesharing-Plattform wehren. Angeblich ist auch eine Sammelklage gegen die US-Behörden in Vorbereitung.

MegaUpload sei nicht ausschliesslich ein Tummelplatz für Piraten gewesen, hält das auf Filesharing-Nachrichten spezialisierte Online-Portal «TorrentFreak» fest. Dem pflichtet der Präsident der Schweizer Piratenpartei, Denis Simonet, bei: «Grundsätzlich war MegaUpload ein Online-Speicherplatz, auf dem viele Menschen wichtige Dateien gespeichert hatten.»

Ob wissenschaftliche Daten, Firmendokumente oder private Filmsammlungen mit selbstgedrehten Videos: All dies ist nach der Beschlagnahmung der MegaUpload-Server nicht mehr verfügbar. Die Besitzer sind nicht einmal sicher, ob sie ihr persönliches Eigentum jemals zurückerhalten werden.

Initiative der Piratenpartei

Federführend beim Protest gegen die FBI-Aktion sind laut «TorrentFreak» die Piratenpartei von Katalonien sowie die internationale Dachorganisation der Piratenparteien (PPI). Sie argumentieren, dass die plötzliche Schliessung von MegaUpload beträchtlichen Kollateralschaden angerichtet habe und völlig unverhältnismässig sei. Es gehe nun darum, den Schaden zu beziffern und den Geschädigten zu ihrem Recht zu verhelfen. Ausserdem soll geprüft werden, ob die US-Behörden mit ihrem rigorosen Vorgehen gegen amerikanisches Recht verstossen haben.

Betroffene und Sympathisanten der Initiative können sich auf einer von der Piratenpartei Katalonien eingerichteten Webseite registrieren. Neben den Kontaktdaten soll man auch angeben, in welcher Geschäftsbeziehung man zu MegaUpload stand – ob Premium-User, Lifetime-User oder normaler User mit gespeicherten Dateien.

«Keine akute Gefährdung»

Der Präsident der Schweizer Piratenpartei vertritt eine klare Meinung, was die Schliessung von MegaUpload betrifft. Natürlich sei das Geschäftsmodell der Plattform problematisch gewesen, zumal der Betreiber allem Anschein nach explizit Urheberrechtsverletzungen geduldet habe und damit «fett Kohle» gemacht habe. «Was wir gar nicht billigen können, ist die plötzliche Offlinenahme des Dienstes aus dem Nichts.»

Das Vorgehen des FBI bezeichnet der Piratenpartei-Präsident als totale Überreaktion. Einerseits sei der Dienst nicht ausschliesslich für den illegalen Austausch von Kultur verwendet worden. Andererseits sei nicht davon auszugehen, dass irgendeine akute Gefährdung bestanden hätte, würde der Dienst nun noch weiterlaufen. Dann hätten die MegaUpload-Kunden nämlich die Möglichkeit erhalten, wichtige Daten zu sichern.

Die Schweizer Piratenpartei ist Mitglied der internationalen Dachorganisation der Piratenparteien (PPI). «Viel mehr als die Überprüfung, ob Gesetze gebrochen wurden, passiert aktuell in der PPI meines Wissens nicht», sagt Simonet.

Update 30. Januar

Die Daten auf der Internetplattform Megaupload könnten bereits in den kommenden Tagen gelöscht werden. Das gab die US-Staatsanwaltschaft bekannt. Zwei externe Firmen, die für Megaupload die Speicherung der Daten von Nutzern übernehmen, könnten am Donnerstag mit der Löschung beginnen, teilte die Anklagebehörde im US-Staat Virginia in einem am vergangenen Freitag eingebrachten Schreiben mit. Keines der beiden Unternehmen, Carpathia Hosting und Cogent Communications Group, war für eine Stellungnahme erreichbar.

(dsc)

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
  • bzut am 27.01.2012 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für nix bezahlt

    Vorallem die Leute die einen Bezahlaccount gekauft haben, wie ich, haben jetzt ins Klo gegriffen! Ich hoffe das wird konsequenzen für die Amerikaner haben! Die erlauben sich wirklich alles, sowas muss aufgehalten werden bevor Sie es (noch mehr) übertreiben!

  • Cedric.r am 27.01.2012 16:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Expect us

    Ich sage nur.. Ihr wollt uns abschalten? Ha wir schalten euch ab. Ecpect us! Es gibt schlimmeres auf der welt als daten austausch! Aber diese sachen sind ja zu kompliziert für unsere politiker/ gesellschaft... Leider sagt unsere generation viel zu wehnig! Jezt sind wir da und nicht die von vor jahrzehnten! Das ist unsere welt nich die der anderen

  • Boris am 27.01.2012 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    @David Vergleich hinkt

    @ David -Dein Bus Vergleich hinkt ein wenig. Wenn die Polizei den Bus stoppt kann Sie den Verbrecher festnehmen und die unbescholtenen Bürger können weiterfahren. Wenn die Polizei aber allen das Gepäck wegnimmt nur weil der Verbrecher Drogen oder sons was illegales in seinem Gepäckstück hatte so ist das unverhältensmässig. Genaus os unverhältensmässig wie sämtliche legale Dateien bei Megaupload einfach zu sperren.