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Bund warnt vor Trojaner
02. März 2012 11:17; Akt: 02.03.2012 13:22 Print
Hacker legen Musik-Downloader rein
In der Schweiz treibt ein fieser Trojaner sein Unwesen: Plötzlich wird der PC gesperrt, dann soll wegen illegal heruntergeladener Songs eine Mahngebühr an die Suisa bezahlt werden.

Betroffene User sollten die geforderte Zahlung von 75 Franken keinesfalls vornehmen, warnt die SUISA und distanziert sich vom «kriminellen Akt». (Bild: Colourbox)
Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung MELANI hat gestern eine ungewöhnliche Warnung auf ihrer Website aufgeschaltet. Die Bundesbehörde teilt mit, sie sei auf eine Schadsoftware aufmerksam gemacht worden, die fremde Computer sperre.
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Solche Programme, die auch Lösegeld-Trojaner genannt werden, sind an sich keine neue Sache. Doch in diesem Fall ist das Vorgehen der Kriminellen ziemlich ungewöhnlich. Auf den infizierten Computern erscheint ein Fenster mit einer Nachricht, die scheinbar von der Suisa stammt. In der Nachricht wird der Computer-Benutzer aufgefordert,
Logo und Namen missbraucht
Die Suisa ist die Genossenschaft der Urheber und Verleger von Musik in der Schweiz. Sie vertritt gemäss eigenen Angaben allein in der Schweiz rund
Doch mit der sich im Umlauf befindenden Schadsoftware habe sie nichts zu tun. «Betroffene User sollten diese Zahlung keinesfalls vornehmen», heisst es in einer Mitteilung auf der SUISA-Website. Logo und Namen der SUISA würden missbräuchlich verwendet.
Die Schadsoftware lade sich automatisch beim Aufrufen von korrumpierten Webseiten im Internet herunter, warnt die Suisa. Möglich sei auch eine Infektion per E-Mail. «Leider lässt sich derzeit nicht genau nachvollziehen, wie der Trojaner verteilt wird.» Es handle sich offenbar um eine Variante des BKA/GEMA-Trojaners (20 Minuten Online berichtete).
Download ist in der Schweiz nicht illegal
Die Suisa schildert das Vorgehen der fiesen Schadsoftware wie folgt: Nach der Installation öffne sich ein bildschirmfüllendes Fenster und verhindere die Benutzung des PCs. Der darin erscheinende Text behaupte fälschlicherweise, dass darauf «Raubkopien» gefunden worden seien. Weiter heisse es im Text: «Um die Sperre aufzuheben und weiteren Strafrechtlichen konsequenzen (sic!) aus dem Weg zu gehen, sind Sie verpflichtet eine Mahngebühr in Höhe von CHF 75.- zu bezahlen.»
Das Fiese an solchen Lösegeld-Trojanern: Auch nach dem Bezahlen ist der Zugriff auf das gesperrte Betriebssystem nicht mehr möglich. Zudem gilt es festzuhalten, dass in der Schweiz das Herunterladen von Musik für den Eigengebrauch nicht per Gesetz verboten ist.
Passwörter wechseln
Die Sicherheitsexperten des Bundes empfehlen, bei Auftauchen der Meldung den Computer mit einer dem neusten Stand entsprechenden Anti-Virus-Live-CD zu analysieren und den Schädling zu entfernen. Betroffene könnten sich aber auch Rat im Internet holen oder sich an ein Computer-Fachgeschäft wenden. Weil bei einer Trojaner-Infektion auch andere Daten ausgespäht worden sein könnten, wird zudem empfohlen, alle Passwörter zu wechseln.
(dsc)
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Alle 116 Kommentare

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Musikliebhaber
Ich weiss, ich verfehle das Thema. Aber folgendes liegt mir schon sehr lange am Herzen: Wer Musik liebt, der zahlt. Wer gratis Musik lädt (ob legal oder illegal, egal, für mich bleibt dies zumindest moralisch absolut ILLEGAL!), der ist selbst Schuld, wenn er sich einen Trojaner einfängt. Punkt.
Wer doppelt bezahlt ist selber schuld...
Wir bezahlen über abgaben von HDDs, leeren CDs, Memory-Sticks usw. bereits gebühren and die urheberrechts Firmen. Aus diesem Grund sind die downloads ja auch nicht illegal...
Trojaner
Mit der heutigen technik sollte es doch möglich sein, die Absender dieses Trojaner ausfindig zu machen ? Diese Typen muss man gleichstellen und verurteilen wie Verbrecher. Also los, findet sie.
Geht's nur mir so?
Ich bin sehr viel im www unterwegs. Downloads jeder Art. Meine Kiste hat sich noch nie weder ein Trojaner noch ein Virus eingefangen. Ein aktueller, bezahlter Scanner für CHF 40 pro Jahr leistet offensichtlich gute Dienste. Andere, ich sag mal Servicesoftware, pro Woche laufen lassen und allen Mist aus der Kiste killen. Systemstart, arbeiten und herunterfahren noch wie am ersten Tag. Dies gepaart mit gesundem Menschenverstand und grundlegende Kenntnisse der Webinhalte/-Gefahren sollten eigentlich reichen um clean zu bleiben. Wie gefragt: geht's nur mir so?