Freeware im Web

04. November 2008 14:18; Akt: 03.12.2009 16:14 Print

Softwarefirmen machen es Abzockern leicht

von Henning Steier - Mit bekannter Gratis-Software ködern dreiste Internet-Betrüger arglose Anwender. Die Hersteller der Programme sind machtlos.

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«Freeware ist Software, die vom Urheber zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung gestellt wird», heisst es auf www.opendownload.de. Das hindert die Macher der Seite allerdings nicht daran, mit den Programmen in Abzockermanier Geld zu verdienen. Die Verbraucherzentrale in Rheinland-Pfalz warnt jetzt vor dem Portal, das in diversen Rubriken wie Grafik oder Sicherheit Gratis-Software zum Download anbietet.

Das Herunterladen ist allerdings nicht kostenlos. Denn nach einer kurzen Registrierung wird ein Abonnement abgeschlossen, sodass ein einziges Programm umgerechnet rund 280 Franken kosten kann.

Teure Registrierung

Wörtlich steht versteckt am rechten Bildrand: «Durch Drücken des Buttons Anmelden entstehen Ihnen Kosten von 96 Euro inkl. Mehrwertsteuer pro Jahr (12 Monate zu je 8 Euro). Vertragslaufzeit 2 Jahre.» Zu den angebotenen Programmen auf der im seriösen Design daherkommenden Seite gehören die Nokia PC Suite, der Adobe Reader und eine Vorabversion des Internet Explorer 8.

Kaum Kontrollen

Die Hersteller machen es Seiten wie opendownload.de leicht, mit den Programmen Geld zu verdienen. 20 Minuten Online hat bei sieben grossen Unternehmen, darunter Microsoft, Nokia und Adobe nachgefragt. In allen Fällen wussten die Firmen nicht, wozu ihre Gratis-Software benutzt wird. Bislang kündigten nur Nokia, Google und Adobe an, ihre Rechtsabteilungen einzuschalten. Ein Sprecher, der ungenannt bleiben möchte, sagte, man gebe die Tools an seriöse Download-Seiten weiter. Was dann mit den Programmen passiere, könne man nicht kontrollieren.

Betreiber bekannt

Betrieben wird die Seite opendownload.de von der Content Services Ltd. aus Mannheim. Das Unternehmen ist immer wieder durch ähnliche Seiten aufgefallen. Dazu zählen hausaufgaben-schnell-gemacht.de und dein-geistiges-alter.de.

Die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) rät betroffenen Verbrauchern, den Abzocker-Unternehmen schriftlich (siehe Infobox) mitzuteilen, dass aufgrund absichtlicher Täuschung kein rechtsgültiger Vertrag besteht. Nachfolgende Rechnungsaufforderungen und Mahnungen können dann ignoriert werden.

Wurden Sie auch schon Opfer von Web-Abzockern? Schreiben Sie uns Ihr Erlebnis an feedback@20minuten.ch.