Kinderpornografie

17. Februar 2011 14:28; Akt: 17.02.2011 15:54 Print

USA sperren 84'000 Websites - aus Versehen

Die USA wollen der Kinderpornografie im Netz den Garaus machen. Die letzte Aktion lief gründlich schief.

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US-Behörde sperrt aus Versehen 84 000 Internetadressen vermeintlich illegaler Seiten.

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Die US-Behörden verkündeten letzte Woche stolz, mehrere Websites mit Kinderpornografie und gefälschten Waren aus dem Verkehr gezogen zu haben. Was die Behörden nicht erwähnten, sie sperrten bei der Aktion «Rettet unsere Kinder» auch den Gratis-Domain-Anbieter FreeDNS, den Tausende von Privaten und kleinen Firmen für ihre Websites nutzen.

Wer eine dieser Websites aufrufen wollte, wurde mehrere Tage zur obenstehenden Grafik der US-Behörden umgeleitet. Die 84 000 betroffenen Website-Besitzer sahen sich mit einer Nachricht unter ihrer Webadresse konfrontiert, die sie beschuldigte, Links auf Websites mit Kinderpornografie zu verbreiten: «Bewerbung, Verteilung und Besitz von Kinderpornografie ist ein Verbrechen, das mit Strafen bis zu 30 Jahren Gefängnis oder einer Busse von 250 000 Dollar bestraft werden kann.»

Keine Entschuldigung

Der Gratis-Domain-Provider ist inzwischen wieder online; im Dunkeln bleibt indes, wie der Fehler geschah. Trotz des für die unschuldig Betroffenen äusserst unangenehmen Versehens der Behörden, versuchen die Verantwortlichen den Vorfall anscheinend unter den Teppich zu kehren, wie torrentfreak.com meldet. Gemäss dem Blog preisen die Behörden in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung ihren «erfolgreichen» Einsatz gegen zehn Kinderpornografie-Seiten; über die 84 0000 fälschlicherweise gesperrten Websites und den Reputationsschaden für die Betroffenen verlieren die Behörden kein Wort.

(owi)