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Norwegen-Niederlage
06. Mai 2011 07:20; Akt: 06.05.2011 10:22 Print
Luca Sbisas harte Kritik
von Klaus Zaugg, Kosice - Was macht den Unterschied zwischen einem braven Schweizer Profi und einem NHL-Millionär? Ganz einfach: Die Einschätzung der eigenen Leistung.
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Wie weit kommt die Schweiz an der Hockey-WM in der Slowakei?
Donnerstag, 22:24 Uhr. Das Spiel ist aus. Norwegen hat 3:2 gewonnen. Die besiegten Helden kommen vom Eis und stellen sich in der «Mixed Zone», diesem «Kontakthof» im Bauch des Stadions, den Reportern.
Bildstrecken Die Schweizer Hockey-NatiDie Schweizer sind Könige der Diplomatie. Sie analysieren, relativieren, beschwichtigen, vermeiden sorgsam jede Aussage, aus der eine Polemik gezimmert werden könnte und manch ein Chronist, der hart kritisieren wollte, ist beschwichtigt. So sagt Torhüter Tobias Stephan, das erste Drittel sei gar nicht so schlecht gewesen.
Sbisa knallhart
Nur einer ist noch kein Schweizer geworden. Luca Sbisa, der Verteidiger, der als Junior ausgezogen ist, um Amerika zu erobern und heute in der NHL rockt und rollt und pro Saison fast zwei Millionen Dollar verdient. Seine Analyse gegenüber 20 Minuten Online ist ehrlich und knallhart: «Wir waren im ersten Drittel nicht bereit.» Die Frage, wie viel Prozent die Mannschaft in diesem ersten Drittel gebracht habe, würde ein Schweizer niemals mit einer konkreten Zahl beantworten. NHL-Profi Sbisa aber sagt: «Etwa 50 Prozent.» Päng! 50 Prozent. Die Schweizer haben damit im Startdrittel buchstäblich «halbbatzig» gespielt.
Sbisa nimmt sich von der Kritik nicht aus. Er sagt, er habe auch nicht gut gespielt. Er verteidigt zum ersten Mal in seiner Karriere auf diesem Niveau auf dem breiten Eisfeld – das Spielfeld ist in Nordamerika ziemlich genau ein Drittel weniger breit. «Auf dem grossen Eisfeld habe ich zwar mehr Zeit, die Scheibe anzunehmen und zu passen. Aber die Zweikämpfe sind schwieriger, es gelingt den Gegenspielern meistens, die Scheibe noch zu spielen oder sogar auszuweichen, wenn ich sie checken will.»
Hier soll, wie immer, keine Polemik gemacht werden. Nur die Fakten sollen sprechen. Sbisa ist an dieser WM statistisch mit einer ausgeglichenen Plus/Minus-Bilanz ein durchschnittlicher Verteidiger. Beat Gerber (-1), Julien Vaucliar (-2), Philippe Furrer (-1) sind schlechter, Mathias Seger und Félicien Du Bois haben ebenfalls eine ausgeglichene Bilanz und Rafael Diaz (+2) sowie Goran Bezina (+2) sind statistisch besser. Der als Ersatz für den verletzten Goran Bezina eingeflogene John Gobbi sass zwar auf der Bank, wurde von Sean Simpson jedoch noch nicht aufs Eis geschickt.
Wenn wir im Rückblick auf diese WM doch noch polemisieren werden, dann könnte es sein, dass wir uns noch einmal mit der Personalpolitik des Nationaltrainers beschäftigen werden.
























