Schweizer Filmpreis

21. März 2014 21:02; Akt: 21.03.2014 21:54 Print

«Der Goalie bin ig» ist der beste Schweizer Spielfilm

Der auch an den Kinokassen erfolgreiche Film «Der Goalie bin ig» ist zum besten Schweizer Spielfilm gekürt worden. Der Roman, der als Grundlage dient, stammt von Pedro Lenz.

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(Von links) Drehbuchautor Pedro Lenz, (Moderatorin Maria Haas), Drehbuchautorin Jasmine Hoch und Regisseurin Sabine Boss: Preistraeger für den besten Spielfilm mit «Der Golie bin ig» beim Schweizer Filmpreis 2014. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Bei der ersten Verleihung des Schweizer Filmpreises in Zürich hat erwartungsgemäss Berner Kunsthandwerk aufgetrumpft: «Der Goalie bin ig», der mit sieben Nominationen ins Rennen stieg, konnte sich vier Auszeichnungen sichern.

Der Streifen über einen herzensguten Verlierer, der in der Deutschschweiz mit mittlerweile über 68'000 Eintritten zum Kassenschlager avanciert ist, wurde am Freitagabend in Zürich zum besten Schweizer Film des Jahres gekürt.

Pedro Lenz, auf dessen Roman der Streifen basiert, sowie Sabine Boss und Jasmine Hoch erhielten den Quartz für das beste Drehbuch. Der Preis sei «allen marginalisierten Goalies dieser Welt» gewidmet, sagte Lenz.

Auch «Goalie«-Hauptdarsteller Marcus Signer konnte jubeln. Alle Nominierten hätten den Preis verdient, betonte er. In mehreren Kategorien entschieden sich die Mitglieder der Schweizer Filmakademie tatsächlich für die Konkurrenz des «Goalie».

Den Quartz für die beste Darstellerin - und einzige Auszeichnung für das mit vier Nominationen gestartete Prostitutionsdrama «Taumland» - erhielt die Bündnerin Ursina Lardi. Zürichs Stadtpräsidentin Corine Mauch als Laudatorin begrüsste besonders diesen Preis für einen Film, der grossstädtische Themen aufgreift.

Mehrere Überraschungen

Bester Nebendarsteller wurde der junge Solothurner Dimitri Stapfer für seine Rolle im Westschweizer Film «Left Foot Right Foot». Mit der Ehrung für die beste Kamera erhielt der Streifen als Überraschung des Abends noch einen zweiten Quartz.

Dass nicht einer der vieldiskutierten Filme über Migration oder die Blocher-Doku die Auszeichnung bei den Dokfilmen zugesprochen erhielt, sondern Peter Liechtis Familiengeschichte «Vaters Garten - Die Liebe meiner Eltern», darf ebenfalls als Überraschung gelten.

Schliesslich verblüffte wohl auch Kulturminister Alain Berset das Publikum - mit der Aussage «Optimismus und Fortschrittsglaube» seien natürliche Ressourcen der Schweiz. Der Bundesrat hielt die Laudatio auf Alexander J. Seiler, den Träger des Ehren-Quartz.

Berset räumte ein, dass es in den vergangenen Jahrzehnten bisweilen schwer gewesen sei, den Glauben an sozialen Fortschritt zu nähren: «Es wäre ein Leichtes, zu resignieren.» Seiler zähle jedoch zu denjenigen, die nie resigniert hätten.

Alexander J. Seiler arbeitete zunächst als Journalist, bevor er sich dem Film zuwandte. Sein Dokfilm «Siamo italiani» (1964) über den Alltag italienischer Gastarbeiter, die mit Fremdenfeindlichkeit der Schweizer konfrontiert sind, sorgte international für Aufsehen. Seilers Werk sei «Teil der DNA der Kultur unseres Landes», erklärte Berset.

Premiere im Schiffbau

Der Schweizer Filmpreis wurde dieses Jahr zum 17. Mal vergeben. Zürich war nach einer eigentlichen «Tour de Suisse» der Preisgala erstmals Gaststadt. Bis 2008 fand die Veranstaltung während der Solothurner Filmtage statt, anschliessend kam Luzern zum Handkuss.

Seit vergangenem Jahr wird die Zeremonie abwechselnd in Genf und Zürich durchgeführt. Für beide Austragungsorte gilt, dass in kommenden Jahren noch Luft nach oben vorhanden ist.

Wie bereits im Vorjahr in Genf wurden auch in Zürich fast schon hektisch Kategorien abgespult. Lediglich der 85-jährige Seiler, der zu Beginn seiner Ausführungen noch erklärte hatte, er habe nichts zu sagen, sprach lange und verdankte herzlich die ihm zuteil gewordene Ehre.

Für die Premiere im Schiffbau engagierten die Veranstalter die landesweit noch wenig bekannte Bündner Sängerin und «Telesguard«-Moderatorin Maria Viktoria Haas. Auf eine TV-Übertragung mussten Filmfans allerdings verzichten, die Show war lediglich als Live-Stream zu sehen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jan am 22.03.2014 02:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Marcus!

    Gratulation an Marcus Signer, den ich noch von meinen Stadttheater Bern-Zeiten her kenne. Ich finde ihn absolut Hammer, sehr authentisch und nicht aufgesetzt! Merci, ich mags ihm wirklich gönnen!

  • Mike B. am 22.03.2014 00:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De Goalie bin ig

    Hab den Roman gelesen, den Film leider noch nicht gesehen. Ich mag Herrn Lenz und seine Erzählungen sehr. Den Erfolg mag ich ihm von herzen gönnen.

  • Peter Marthaler am 22.03.2014 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Moderations Geheimwaffen

    Nehmt doch nächstes Jahr eine der Moderationsgeheimwaffen der SRG und ihr werdet sehen, die Preisverleihung wird live übertragen. Sven Epiney, Melanie einiger, Christa Rigozzi oder sonst so eine Ex-Miss sind besonders beliebt. Egal, was da verliehen wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Marthaler am 22.03.2014 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Moderations Geheimwaffen

    Nehmt doch nächstes Jahr eine der Moderationsgeheimwaffen der SRG und ihr werdet sehen, die Preisverleihung wird live übertragen. Sven Epiney, Melanie einiger, Christa Rigozzi oder sonst so eine Ex-Miss sind besonders beliebt. Egal, was da verliehen wird.

  • neuer Fan am 22.03.2014 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation, sehr verdient!

    Lese grad das Buch, hab den Film vor zwei Wochen in "Schlummertal", wo ich arbeite und in der Nähe auch wohne, gesehen - ist witzig, wenn man im Kino einen Film schaut und auf Leinwand fährt grad jemand genau an diesem Kino vorbei :D Toller Film: super Casting, authentisch wirkende Schauspieler, gute, sehr sorgfältige Ausstattung, kam dem Look and Feel der 80er in der Mittelland-Provinz sehr nahe. Ja, ein ruhiger und kleiner Film, aber genau das braucht es nunmal auch und genau in dieser Disziplin sind wir Schweizer sehr gut!

  • T. Minator am 22.03.2014 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Käserei in der Vehfreude

    Bald können wir uns nur noch die alten Kamellen ansehen wie die Käserei in der Vehfreude und den Polizischt Wäckerli. Denn die MEI hat die Filmförderung torpediert. Bald ist es im Iran filmisch interessanter als bei uns. Gut Nacht um 6i, Schweiz.

    • Legolas am 23.03.2014 01:22 Report Diesen Beitrag melden

      Käserei in der Vehfreude

      Es gibt auch gute neue CH-Filme wie z.B. " Achtung Fertig Charlie oder " Mein Name ist Eugen oder dieses Jahr: die Schwarzen Brüder, der leider keinen Preis erhielt, aber es gibt auch gute alte CH-Filme die nicht unbedingt von Jeremias Gotthelf stammen müssen.

    einklappen einklappen
  • Jan am 22.03.2014 02:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo Marcus!

    Gratulation an Marcus Signer, den ich noch von meinen Stadttheater Bern-Zeiten her kenne. Ich finde ihn absolut Hammer, sehr authentisch und nicht aufgesetzt! Merci, ich mags ihm wirklich gönnen!

  • Mike B. am 22.03.2014 00:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    De Goalie bin ig

    Hab den Roman gelesen, den Film leider noch nicht gesehen. Ich mag Herrn Lenz und seine Erzählungen sehr. Den Erfolg mag ich ihm von herzen gönnen.