Stürze und Krankheiten

19. November 2012 23:29; Akt: 28.12.2012 13:00 Print

27 Tiere sterben bei Dreharbeiten für «Hobbit»

Dutzende tierische Schauspieler sind bei den Dreharbeiten zu «Der Hobbit» ums Leben gekommen. Jetzt drohen Tierschützer mit Protestaktionen bei den Premieren.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

«Rainbow» erwischte es als Erstes. Das Kleinpferd musste eingeschläfert werden, nachdem es unglücklich gestürzt war. Als innert weniger Monate zwei weitere Pferde schwer verletzt wurden, kündigte Tierpfleger Chris Langridge seinen Job. Von November 2010 bis Februar 2011 hatte er bei den Dreharbeiten der Filmtrilogie «Der Hobbit» mitgearbeitet.

Ein anderer Tierpfleger erzählte gegenüber Spiegel.de, dass sechs Ziegen und sechs Schafe durch den Sturz in eine Grube beziehungsweise durch Wurmbefall und falsche Ernährung gestorben seien. Zudem sollen mehrere Hühner von umherstreunenden Hunden angefallen worden sein.

«Todesfallen» im unwegsamen Gelände

Insgesamt 27 Tieren bezahlten die schlechten Bedingungen bei den Dreharbeiten mit dem Leben, darunter Pferde, Ziegen, Hühner und ein Schaf. Vier Tierpfleger sagten der Nachrichtenagentur AP, auf dem Hof in der Nähe der neuseeländischen Hauptstadt Wellington habe es zahlreiche Felsvorsprünge, Senken, kaputte Zäune und andere «Todesfallen» für die Tiere gegeben.

Sie hätten die Filmproduzenten auf die Mängel hingewiesen und selbst einiges ausgebessert, sagten sie. Es sei aber eine unlösbare Aufgabe gewesen, sagte Chris Langridge, einer der Tierpfleger.

Ein Sprecher des Regisseurs Peter Jackson räumte auf Anfrage den Tod der Tiere ein. Auf der Farm bei Wellington waren seinen Angaben zufolge rund 150 Tiere untergebracht, die bei den Dreharbeiten für die Hobbit-Trilogie eingesetzt wurden. Der Sprecher sagte, einige Todesfälle hätten natürliche Ursachen gehabt, aber der Tod von zwei Pferden hätte verhindert werden können. Die Produktionsfirma habe schnell für eine Verbesserung der Situation gesorgt. Ausserdem werde sie die Farm nicht mehr mieten.

Aktivisten fordern Digitaltechnik statt lebende Tiere

Für die US-Tierschutzorganisation ADI genügt das nicht, wie die «Los Angeles Times» schreibt. Sie kritisiert, dass trotz der Fortschritte in der Filmtechnik immer noch so viele Tiere in Hollywood-Produktionen eingesetzt werden. Diese könnten genauso gut digital erzeugt werden.

«Der Hobbit» ist eine Filmtrilogie, die auf dem Buch «Der Kleine Hobbit» des britischen Schriftstellers John R. R. Tolkien beruht. Es ist die Vorgeschichte zu seinem ebenfalls von Jackson verfilmten Roman «Der Herr der Ringe». Der erste Teil der rund 50 Millionen Dollar teuren Produktion, «Eine unerwartete Reise», soll am 28. November in Wellington gezeigt werden. In der Deutschschweiz kommt er am 13. Dezember in die Kinos. Tierschützer haben Protestaktionen am Rand der Premieren in Neuseeland, den USA und Grossbritannien angekündigt.


Offizieller Trailer zum 1. «Hobbit»-Teil:

(Quelle: YouTube/MoviepilotTrailer)

(dapd/kmo)