Jean de Meuron

13. Oktober 2017 15:18; Akt: 13.10.2017 15:18 Print

Basler spannt mit Roland Emmerich zusammen

Noch ist Jean de Meuron ein kleiner Fisch in Hollywood. Das könnte sich nun dank der Zusammenarbeit mit dem «Independence Day»-Regisseur ändern.

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Sein Vater Pierre de Meuron ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Architekten. Doch Jean de Meuron verfolgt einen anderen Traum: das Filmemachen. Vom Renommee seines Vaters ist der 32-Jährige aber noch weit entfernt.

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Ein paar Kurzfilme gehen auf das Konto des Exil-Schweizers, unter anderem mit Daniel Craigs Tochter Ella Loudon in der Hauptrolle. Und natürlich «La femme et le TGV», der im Februar als bester Kurzfilm ins Rennen um einen Oscar ging. Für die Kampagne des Schweizer Streifens mit Leinwand-Legende Jane Birkin war de Meuron massgeblich verantwortlich.

«Ein Traum ist wahr geworden»

Das hat ihm Türen in Hollywood geöffnet. Unter anderem die zu Roland Emmerich. Der Blockbuster-König («Independence Day», «The Day After Tomorrow») verpflichtete ihn als Produzenten für einen Werbespot seiner neuen Virtual-Reality-Firma.

«Es ist für mich eine Ehre, dass ich mit Roland zusammenarbeiten darf und von ihm lernen kann. Ein Traum ist wahr geworden, da ich als Kind so beeindruckt von ‹Independence Day› war», sagt de Meuron zu 20 Minuten. «Es ist also ein riesiger Karrieresprung und Erfolg für mich.» Eine Zusammenarbeit mit einem Regisseurs vom Kaliber eines Roland Emmerich auf seinem CV zu haben, ist in der Filmszene essentiell.

Kein Kommentar zu Harvey Weinstein

Seit knapp zehn Jahren verfolgt der Basler seinen Traum von Hollywood konsequent, studierte an Filmhochschulen in New York und Los Angeles und arbeitete danach beim Filmstudio Paramount Pictures und den Produzenten Scott Rudin («The Social Network», «No Country for Old Men») sowie Harvey Weinstein in New York.

Weinstein steht derzeit wegen angeblicher jahrzehntelanger sexueller Belästigung von Frauen im Kreuzfeuer der Kritik. Wie er den 65-Jährigen in der Zusammenarbeit empfunden hat oder ob er etwas von Weinsteins ungebührlichem Verhalten mitbekommen hat, will de Meuron nicht sagen.

«Anhaltender Sexismus ist ein Thema»

Mittlerweile lebt de Meuron in Los Angeles und gehört zur Clique der erfolgreichen Schweizer Filmschaffenden in Hollywood. Die Regisseure Marc Forster und Xavier Koller zählt er zu seinen Freunden.

In der aktuellen Oscar-Kampagne der Schweiz, die den Publikumshit «Die göttliche Ordnung» ins Rennen um den besten fremdsprachigen Film schickte, ist er zwar nicht direkt involviert. Dem Feel-Good-Drama von Petra Volpe rechnet er aber durchaus Chancen ein. «Der Film trifft einen Nerv, gerade jetzt, wo der anhaltende Sexismus gegenüber Frauen und Minderheiten ein grosses Thema ist. Die Academy ehrt oft Filme, die den Zeitgeist treffen», sagt der Oscar-Kenner.

De Meurons Werbespot für Roland Emmerich, der im Clip Regie führte:

(cat)

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