Filmfestival Cannes

28. Mai 2017 22:47; Akt: 28.05.2017 22:48 Print

«Oh mein Gott, oh mein Gott!»

Am 70. Filmfestival in Cannes gab es viel Jubel: Die Goldene Palme ging erstmals nach Schweden.

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Die bissige Gesellschaftssatire «The Square» des Schweden Ruben Östlund ist am Sonntagabend beim 70. Filmfestival in Cannes überraschend mit der Goldenen Palme ausgezeichnet worden. «Oh mein Gott, oh mein Gott», rief der Filmemacher bei Bekanntgabe der Auszeichnung durch die Jury unter dem Vorsitz des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar.

Im Mittelpunkt steht ein Museumskurator, der sich selbst als weltoffen gibt – dann aber zunehmend als bigott und machohaft entlarvt wird. Das Werk wird so zu einer spannenden Abhandlung über Vertrauen, gesellschaftliche Werte und Doppelmoral. Es ist die erste Goldene Palme für Schweden.

Film mit Schweizer Schauspieler prämiert

Überhaupt wurden für Cannes ungewöhnlich viele Filme mit politischem Inhalt ausgezeichnet: Der Grosse Preis der Jury – die zweitwichtigste Auszeichnung der Filmfestspiele – ging an das berührende Werk «120 battements par minute», in dem der Schweizer Schauspieler Simon Guélat mitspielt.

Der französische Regisseur Robin Campillo erzählt darin von Aids-Aktivisten zu Beginn der 1990er Jahre, die unter Präsident François Mitterrand um Aufklärung und lebensnotwendige Medikamente kämpfen - ein Plädoyer für Akzeptanz und gleichberechtigtes Miteinander.

Diane Kruger beste Schauspielerin

Die Deutsche Diane Kruger gewann bei dem Festival in Südfrankreich den Preis als beste Schauspielerin. Die 40-Jährige wurde für ihre überragende Leistung in Fatih Akins NSU-Drama «Aus dem Nichts» ausgezeichnet. Es war ihre erste grosse Rolle in einer deutschen Produktion.

Und es ist der erste Preis für eine deutsche Hauptdarstellerin seit 1986. Damals gewann Barbara Sukowa für Margarethe von Trottas «Rosa Luxemburg».

Das blonde Ex-Model spielt in der Regel in grossen Hollywood-Produktionen mit. Zu ihrer Rolle in Akins Film hatte sie indes zuletzt gesagt, der Film habe ihr «Leben verändert». Kruger spielt in dem Drama eine Mutter, deren kurdischstämmiger Mann und Sohn von Neonazis ermordet werden.

Preis für beste Regie an Sofia Coppola

Ausserdem wurden zwei weitere Frauen ausgezeichnet. Für die beste Regie vergab die Jury unter Vorsitz des Spaniers Pedro Almodóvar den Preis an die US-Amerikanerin Sofia Coppola für ihr Melodrama «Die Verführten» zur Zeit des US-Bürgerkriegs.

Für den Thriller «You Were Never Really Here» gab es gleich zwei Trophäen: Regisseurin Lynne Ramsay wurde für das beste Drehbuch geehrt, ihr Hauptdarsteller Joaquin Phoenix als bester Schauspieler.

(chi/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nick P. Wild am 29.05.2017 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus dem Nichts

    Ich durfte der Weltpremiere von Aus dem Nichts von Fatih Akin in Cannes beweiwohnen. Wohl der beste deutsche Film seit Jahren. Sehr empfehlenswert.

  • Typhoeus am 28.05.2017 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral der Gesellschaft

    Eines der grössten Übel; beginnt bei allen heutigen Religionen und macht die Menschen kaputt.

  • Typhoeus am 28.05.2017 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gott und die Doppelmoral

    Da beginnt ja das Übel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nick P. Wild am 29.05.2017 05:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aus dem Nichts

    Ich durfte der Weltpremiere von Aus dem Nichts von Fatih Akin in Cannes beweiwohnen. Wohl der beste deutsche Film seit Jahren. Sehr empfehlenswert.

  • Typhoeus am 28.05.2017 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Endlich mal kein Hoolywood Streifen

    Mit der schönen Welt

  • Typhoeus am 28.05.2017 23:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gott und die Doppelmoral

    Da beginnt ja das Übel.

  • Typhoeus am 28.05.2017 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral der Gesellschaft

    Eines der grössten Übel; beginnt bei allen heutigen Religionen und macht die Menschen kaputt.