Zurich Film Festival

08. Oktober 2017 04:23; Akt: 08.10.2017 12:56 Print

«Blue My Mind» zieht alle Augen an

An der Award-Gala des 13. Zurich Film Festivals hat mit drei Preisen der Schweizer Film «Blue My Mind» von Regisseurin Lisa Brühlmann abgeräumt.

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Glamouröser Höhepunkt: Die Award Night des Zurich Film Festival auch dieses Jahr im Zürcher Opernhaus stattgefunden. (7. Oktober 2017) Die Schweizer Schauspielerin und Regisseurin Lisa Brühlmann erhält den Golden Eye Award für ihr Debütfilm «Blue My Mind» am Awardabend des Zurich Film Festivals im Opernhaus Zürich. (7. Oktober 2017) Der schwedische Autor und Produzent, Petter Lennstrand, erhält einen Award für «Up in the Sky». Produzent Luc Peter wird für «Avant la fin de l'été» ausgezeichnet. Das schweizerisch-französische Roadmovie erhält den mit 10'000 Franken dotierten Förderpreis für den besten Schweizer Film. Das 13. Zurich Film Festival hat vom 28. September bis 8. Oktober gedauert. Rund 160 Film wurden in elf Tagen gezeicht. Das mit 25'000 Franken verbundene Goldene Auge für den besten Film in der Kategorie «Internationaler Spielfilm» ging an Regisseurin Kirsten Tan aus Singapur für ihr Roadmovie «Pop Aye». US-Schauspieler Bill Pullman beehrte die Award-Gala. Die Schweizerin Seraina Nyikos nimmt ihren bereits im Vorfeld bekanntgegebenen Preis für das beste Treatment zum Thema «Selfie» entgegen. Und diese Jury hat die internationalen Preise vergeben (v. l.): Lucas Ochoa, Michel Merkt, Trine Dyrholm, Mabel Cheung, Paul Negoescu und Ed Guiney posieren auf dem grünen Teppich. Die beiden Co-Direktoren des Zurich Film Festivals: Karl Spoerri und Nadja Schildknecht. Am 28. September hatte Bundespräsidentin Doris Leuthard das 13. Zurich Film Festival eröffnet. Eröffnungsfilm war «Borg/McEnroe»: Borg-Darsteller Sverrir Gudnason (2. v. l.), die Filmemacher Janus Metz Pedersen und Ronnie Sandahl, ZFF-Co-Direktor Karl Spoerri, Tennisstar Roger Federer und ZFF-Co-Direktorin Nadja Schildknecht (v. l.) Oscarpreisträgerin Alicia Vikander zeigte mit «Euphoria» am Festival ihr Debüt als Produzentin. Der deutsche Schauspieler Moritz Bleibtreu geniesst das Bad in der Menge. ZFF-Co-Direktorin Nadja Schildknecht hat zum 13. Mal erfolgreich das Film Festival in Zürich durchgeführt. US-Schauspielerin Glenn Close erhält von Co-Direktor Karl Spoerri den Golden Icon Award für ihr Lebenswerk überreicht. (1. Oktober 2017) Die Preisträgerin kam mit ihrer Tochter Annie Starke (l.) nach Zürich, um ihren gemeinsamen Film «The Wife» zu präsentieren. Hat schon öfters am Festival seine Werke gezeigt: Roman Polanski posiert vor der Vorführung von «Based on a True Story - D'apres une histoire vraie» vor dem Kino Corso für ein Selfie. Filmstar Jake Gyllenhaal darf sich über ein Goldenes Auge freuen ... ... genauso wie Andrew Garfield. Der Schauspieler und seine Co-Darstellerin Claire Foy haben ihren neuen Film «Breathe» am Festival vorgestellt.

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Das Schweizer Filmschaffen hat sich am diesjährigen Zurich Film Festival (ZFF) unter anderem mit starken Coming-of-Age-Filmen hervorgetan. «Blue My Mind» von Lisa Brühlmann wurde an der 13. Ausgabe des internationalen Filmtreffens gleich mehrfach ausgezeichnet. Allen voran hat die Zürcher Regisseurin an der Award Night vom Samstagabend das Goldene Auge in der Kategorie «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» entgegennehmen können.

In ihrem überzeugenden Erstling erzählt sie die Geschichte der 15-jährigen Mia, die sich mit ihrer ersten Periode in eine Meerjungfrau zu verwandeln beginnt. Das Besondere an diesem Film ist, dass die Probleme des jungen Mädchens ausgerechnet mittels eines Märchenelements besonders nachvollziehbar und authentisch werden.

«Blue My Mind» hat an der Preisverleihung im Zürcher Opernhaus neben der mit 20'000 Franken dotierten Hauptauszeichnung auch den Kritikerpreis gewonnen. Dieser wird jeweils vom Schweizerischen Verband der Filmjournalistinnen und Filmjournalisten für den besten Erstlings-Spielfilm vergeben. Ausserdem wurde Lisa Brühlmann zuvor auch schon der erstmals verliehene Filmpreis der Zürcher Kirchen übergeben.

Gentrifizierungs-Essay lobend erwähnt

Das mit 25'000 Franken verbundene Goldene Auge für den besten Film in der Kategorie «Internationaler Spielfilm» ging an Regisseurin Kirsten Tan aus Singapur für ihr Roadmovie «Pop Aye». Tan schrieb auch das Drehbuch für den Streifen über einen Architekten Bangkoks, der sich nach beruflichen Tiefschlägen mit einem Elefanten auf den Weg in sein abgelegenes Heimatdorf macht.

Besondere Erwähnungen gingen in dieser Sparte an den französischen Thriller «Jusqu'à la garde» von Xavier Legrand sowie die isländisch-dänisch-polnische Koproduktion «Under the Tree» von Hafsteinn Gunnar Sigurðsson.

Erfolgreich endete das Festival auch für «Machines» (Indien, Deutschland, Finnland). Der Film über die miserablen Arbeitsverhältnisse in einer indischen Textilfabrik von Rahul Jain gewann den ebenfalls mit 25'000 Franken dotierten Preis in der Kategorie «Internationaler Dokumentarfilm».

Besonders erwähnt wurde an dieser Stelle «Al otro lado de muro», eine spanisch-mexikanische Doku über eine Immigranten-Familie von Pau Ortiz sowie der spannende und witzige Essay «Die Gentrifizierung bin ich: Beichte eines Finsterling» des Schweizer Filmemachers Thomas Haemmerli.

Förderpreis für Roadmovie

Der mit 10'000 Franken dotierte Förderpreis für den besten Schweizer Film im diesjährigen ZFF-Programm ging an das schweizerisch-französische Roadmovie «Avant la fin de l'été» von Maryam Goormaghtigh. Der Erstling der gebürtigen Genferin handelt von dem Iraner Arash, der nach fünf Jahren Studium in Paris die Nase voll von Frankreich hat. In der Hoffnung, dass er bleibt, überzeugen ihn seine Freunde, eine letzte gemeinsame Reise zu unternehmen.

Lobend erwähnt wurde in dieser Kategorie der ebenfalls im «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich»-Wettbewerb gezeigte Mystery-Film «Tiere» von Greg Zglinski um ein Paar, das während einer halbjährigen Auszeit die Beziehung kitten will.

Der diesjährige Publikumspreis ging an den amerikanischen Regisseur Mark Grieco für seinen im Internationalen Dokumentarfilmwettbewerb gezeigten Film «A River Below». Im Weiteren durfte die in Berlin lebende Schweizerin Seraina Nyikos ihren bereits im Vorfeld bekanntgegebenen Preis für das beste Treatment zum Thema «Selfie» entgegennehmen. Die mit 5000 Franken dotierte Auszeichnung wurde heuer zum fünften Mal verliehen. Die Gewinnerin erhält weitere 25'000 Franken für die Drehbuchentwicklung.

Prominenz auf dem Grünen Teppich

Bereits bekannt war, dass der US-amerikanische Regisseur, Schauspieler, Autor und Produzent Rob Reiner («Stand by Me», «When Harry Met Sally») an der Award Night den diesjährigen «A Tribute to... Award» entgegennehmen würde.

Er ergänzt somit die Reihe weiterer Film-Berühmtheiten – unter ihnen US-Schauspielerin Glenn Close (Golden Icon Award), der New Yorker Drehbuchautor Aaron Sorkin (Career Achievement Award) und die beiden Filmstars Jake Gyllenhaal und Andrew Garfield (Golden Eye Awards) – die ihre Auszeichnungen im Verlauf des Festivals persönlich abholten.

Neben viel Schweizer Prominenz beehrte am Samstagabend auch US-Schauspieler Bill Pullman die Gala. Für den abschliessenden Sonntagabend wird der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore erwartet, der seinen neusten Film «An Inconvenient Sequel: Truth to Power» persönlich vorstellt.

(foa/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • greg am 08.10.2017 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ein CH-Black Swan

    "Blue my mind" habe ich im Kino gesehen und meine erst Gedanken war "Black Swan". Da könnte man schon kreativer sein als nur Ideenklauen.

  • Papa Bär am 08.10.2017 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbläüliche mein Denken...

    Blue My Mind klingt ja schon vielversprechend. Ich liebe sowohl die Farbe als auch die Idee Farben und Gefühle in Einklang zu bringen. Den werde ich garantiert anzusehen versuchen, sobald diese ätzende Graudominanz aus dem Kopf verschwunden sein wird, wobei ein einziger Pinselstrich und die Wahl der Farbe alles verändern könnte Hmmm... verrückte Welt.

  • marko 32 am 08.10.2017 05:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

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Die neusten Leser-Kommentare

  • greg am 08.10.2017 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    Ein CH-Black Swan

    "Blue my mind" habe ich im Kino gesehen und meine erst Gedanken war "Black Swan". Da könnte man schon kreativer sein als nur Ideenklauen.

  • Papa Bär am 08.10.2017 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbläüliche mein Denken...

    Blue My Mind klingt ja schon vielversprechend. Ich liebe sowohl die Farbe als auch die Idee Farben und Gefühle in Einklang zu bringen. Den werde ich garantiert anzusehen versuchen, sobald diese ätzende Graudominanz aus dem Kopf verschwunden sein wird, wobei ein einziger Pinselstrich und die Wahl der Farbe alles verändern könnte Hmmm... verrückte Welt.

  • marko 32 am 08.10.2017 05:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

    • mario am 08.10.2017 16:20 Report Diesen Beitrag melden

      "Blue my mind" ist wie "The Lure"

      "The Lure" ist ein polnischer Film aus dem Jahr 2015. Ich glaube die Regisseurin hat sich von diesem Film "inspirieren" lassen. "Blue my mind" ist etwas langweilig weil der Film keinen Plot hat. Ein Teenager spinnt und sie verwandelt sich einen Fisch! Das war es..

    • Martial2 am 08.10.2017 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      Dies mal mehr: GROSS ARTIG!!

    • Justine am 08.10.2017 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Film gezeicht

      "Das 13. Zurich Film Festival hat vom 28. September bis 8. Oktober gedauert. Rund 160 Film wurden in elf Tagen gezeicht"...what the hell???

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