8 Prozent Zuwachs

08. Oktober 2017 19:09; Akt: 08.10.2017 19:24 Print

Zurich Film Festival bricht Publikumsrekord erneut

Fast hätte die 13. Ausgabe des Zürcher Filmfests die 100'000er-Marke geknackt. Die Direktoren machen ein geschärftes Profil für den Erfolg verantwortlich.

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Die Co-Direktoren Nadja Schildknecht (l.) und Karl Spoerri (r.) posieren auf dem grünen Teppich mit dem Schweizer Regisseur Marc Forster. (2. Oktober 2017) (Bild: Keystone/Ennio Leanza/AP)

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Trotz einem strafferen Programm mit 160 Filmen (im Vorjahr waren es deren 172) kann das Zurich Film Festival (ZFF) am Schlusstag seiner 13. Ausgabe einen Publikumsrekord verzeichnen. Mit 98'300 Besuchern ist die Zuschauerzahl gegenüber den 90'500 Gästen im Vorjahr um 8,5 Prozent gestiegen. Wie die Veranstalter mitteilten können ausserdem «signifikant mehr ausverkaufte Vorstellungen» verbucht werden.

«Das Publikum hat offenbar honoriert, dass wir unser Profil erneut geschärft und den Festivalgedanken weiterentwickelt haben», freuen sich die beiden Co-Direktoren Nadja Schildknecht und Karl Spoerri gemäss Medienmitteilung vom Sonntag.

Leicht höheres Budget

«Besonders in den Wettbewerbssektionen, in denen neue Arbeiten aus aller Welt im Mittelpunkt stehen, aber auch etwa in den Special Screenings, im Schwerpunkt mit Filmen aus Ungarn sowie in der erneut umfangreicheren Reihe ZFF für Kinder haben wir eine starke Publikumsnachfrage gespürt.» Mehr denn je sei deutlich geworden, dass das Festival in der Stadt allgegenwärtig sei.

Mit den vier Kinosälen im Riffraff stand dem Festival auch erstmals mehr Platz zur Verfügung. Ausserdem verfügte es mit 7,3 Millionen Franken über ein leicht höheres Budget als 2016, als 7,2 Millionen zur Verfügung standen.

Erfolg für «Blue My Mind»

6 von 15 Filmen mit Schweizer Beteiligung haben es in den Wettbewerb geschafft. «Blue My Mind», das faszinierende Coming-of-Age-Drama der Zürcher Filmemacherin Lisa Brühlmann, heimste während der gesamten Festivalzeit drei Auszeichnungen ein, einen davon in einer Hauptkategorie.

An der Award Night vom Samstagabend im Zürcher Opernhaus wurden ihr das Goldene Auge für den besten Film in der Kategorie «Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich» sowie der Kritikerpreis verliehen. Davor hatte sie für ihren Debütfilm bereits den erstmals verliehenen Filmpreis der Zürcher Kirchen gewonnen.

Bester Schweizer Film aus Genf

Das filmische Essay «Die Gentrifizierung bin ich: Beichte eines Finsterlings» des Schweizer Filmemachers Thomas Hämmerli verlor das Rennen um das Goldene Auge für den besten internationalen Dokumentarfilm zwar gegen «Machines» von Rahul Jain. Die aufschlussreiche und witzige Einordnung der in der Schweiz so oft benutzten Begriffe «Gentrifizierung» und «Dichtestress» wurde an der Preisverleihung allerdings lobend erwähnt.

Ebenso erfolgreich endete das 13. ZFF für die Genfer Regisseurin Maryam Goormaghtigh. Sie erhielt für ihren Erstling, das Roadmovie «Avant la fin de l'été», den mit 10'000 Franken dotierten Förderpreis für den besten Schweizer Film im diesjährigen Programm.

Das Goldene Auge in der Kategorie «Internationaler Spielfilm» ging an Regisseurin Kirsten Tan aus Singapur für «Pop Aye», ebenfalls ein Roadmovie. Allerdings geht es darin nicht um eine gewöhnliche Reise, sondern um den Fussmarsch eines Architekten mit einem Elefanten.

Starke Frauenpräsenz

Neben der Abräumerin Lisa Brühlmann und weiteren weiblichen Filmschaffenden, die am 13. ZFF Preise gewannen und ihre Filme präsentierten, waren die Frauen auch auf dem Grünen Teppich sehr präsent. Bundespräsidentin Doris Leuthard eröffnete das Festival, das im Anschluss auch die Schauspielerinnen Glenn Close, Alicia Vikander, Emmanuelle Seigner oder Birgit Minichmayer beehrten.

Die Regisseure Rob Reiner, Roman Polanski und Marc Forster sowie Schauspielstars wie Jake Gyllenhaal, Bill Pullman oder Andrew Garfield ergänzten die Liste der prominenten Gäste, die am (heutigen) Sonntagabend um den ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore ergänzt wird.

Das 14. Zurich Film Festival findet von Donnerstag, 27. September bis Sonntag, 7. Oktober 2018 statt.

(mch/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • smaily am 09.10.2017 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Rechnung

    und wie viele tickets haben sie an die Sponsoren gratis verteilt??

  • Konrad am 09.10.2017 01:53 Report Diesen Beitrag melden

    Stars kommen nicht wegen des ZFF

    sondern wegen der Schweiz bzw. Zürich. Und das ZFF zeigten nur die "alte"Filme, die schon anderswo gelaufen sind. Also, es gab keine Entdeckung! Also, die Steuerzahler sollen diesen Anlass nicht mehr unterstützen.

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  • Pierre am 08.10.2017 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 Woche, kaum hunderttausend?

    Im Vergleich mit anderen Anlässen, die in der Stadt an einem einzigen Tag eine Million Zuschauer generieren, ein NoGo; echt überflüssig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • smaily am 09.10.2017 10:28 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Rechnung

    und wie viele tickets haben sie an die Sponsoren gratis verteilt??

  • Konrad am 09.10.2017 01:53 Report Diesen Beitrag melden

    Stars kommen nicht wegen des ZFF

    sondern wegen der Schweiz bzw. Zürich. Und das ZFF zeigten nur die "alte"Filme, die schon anderswo gelaufen sind. Also, es gab keine Entdeckung! Also, die Steuerzahler sollen diesen Anlass nicht mehr unterstützen.

    • xTuri am 09.10.2017 04:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Konrad

      Wie kommen denn alle darauf, dass für das ZFF Steuergelder benötigt werden? Zur Entstehungsgeschichte des ZFF, nur soviel: Es gab bereits vor Nadja Schildknecht und Karl Spoerri mehrere Leute, die ein Film Festival in Zürich veranstalten wollten. Wenn man jedoch den Namen Zürich in einem Anlass verwenden möchte muss man sich mit den Behörden ausseinandersetzen. Es wurde nie stattgegeben, bis Nadja und Karl der Politik das erste Konzept vorlegten, welches ohne Steuergelder auskam. Sie waren deswegen auch die ersten, welche das okay erhalten haben.

    • Konrad am 09.10.2017 15:21 Report Diesen Beitrag melden

      BAK 250'000, Stadt Züri 350'000

      und Kt. Zürich 250'000! Im laufenden Jahr steuert die öffentliche Hand insgesamt 810'000 Franken (Quelle Bilanz) Spori und Schildknecht sollen machen was sie wollen aber nicht mit meinem Geld!

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  • Pierre am 08.10.2017 20:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 Woche, kaum hunderttausend?

    Im Vergleich mit anderen Anlässen, die in der Stadt an einem einzigen Tag eine Million Zuschauer generieren, ein NoGo; echt überflüssig.

    • M.B. am 08.10.2017 21:02 Report Diesen Beitrag melden

      Das ZFF ist etwas einzigartiges...

      Naja, die alleinige Masse kann da nicht als Messwert dienen. Mit einem Open Air, Street Parade etc. ist es eifach tausende von Besucher zu erreichen... Mit einem ernsthaften Kulturanlass jedoch nicht. Es ist beeindruckend, dass es das ZFF geschafft hat internationale Aufmerksamkeit zu erreichen neben all der Konkurrenz. Prominente Gäste besuchen diesen Anlass und machen ihn zu etwas speziellem und aussergewöhnlichem. Letztendlich profitiert das ganze Land von dem guten, internationalen Image des Anlasses. Ich war selber noch nie da, aber würde sehr gerne mal hingehen.

    • M.F. am 08.10.2017 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      M.F.

      Die Filmauswahl am ZFF ist fantastisch im Gegensatz zu Locarno, wo man mit einem Pass viele fragwürdige Filme sehen muss. Schade nur, dass viele Filme stets sofort ausverkauft sind. Ich werfe sicher kein 10er Abo mehr kaufen. Vier Eintritte musste deswegen ich verfallen lassen: Ausverkauft oder andere Kategorie. Doch die Vielfältigkeit und Qualität der Filme und Geschichten ist beeindruckend.

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