Extremes Method-Acting

15. Mai 2016 19:12; Akt: 15.05.2016 19:12 Print

Wie Jared Leto zum verrückten Joker wurde

von Schimun Krausz - Sein Joker-Lachen hat Jared Leto an unwissenden Passanten trainiert. Wir fassen zusammen, was er sonst noch unternahm, um zum Batman-Bösewicht zu werden.

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Die «Hahahaha...»-, Hofnarr- und «Damaged»-Tattoos des Jokers von Jared Leto gelten als zu gewollt, zu offensichtlich, zu platt. Immerhin sind sie mal was Neues; denn Batmans Nemesis wurde schon einige Male für die grosse Leinwand verkörpert; es anders als seine Vorgänger zu machen, ist gar nicht mehr so einfach. Sowohl in der originalen «Batman»-Live-Action-Serie von 1966 als auch im darauf basierenden Film aus demselben Jahr kam das teuflische Lachen des Joker aus dem Mund des 1994 im Alter von 86 Jahren verstorbenen Schauspielers . Er war so ziemlich die einzige Figur, die nicht lächerlich wirkte, weil er sich im Gegensatz zum Rest des Casts nie wirklich ernst nahm. Der Joker ist eine Rolle, die wie geschaffen ist für (79), der mit weisser Schminke und grünem Haar kaum anders aussieht als in natura. Das breite Grinsen und die Augen, welche gleichermassen vor Schalk und Wahnsinn blitzen, verliehen Michael Keatons (64) Gegenspieler in Tim Burtons (57) 1989er Klassiker «Batman» eine Klasse, die erst knapp 20 Jahre später übertroffen wurde. s (64) berühmteste Rolle wird immer die des Luke Skywalker sein, in die er für die neue «Star Wars»-Trilogie abermals geschlüpft ist. Sein bekanntester Charakter neben dem Sci-Fi-Jedi-Ritter ist der Joker, dem er seit «Batman: The Animated Series» 1992 regelmässig in Cartoons und Videospielen des DC-Comic-Universums seine Stimme leiht. Diesen Sommer erscheint die Trickfilm-Version der Graphic Novel «Batman: The Killing Joke», abermals mit Hamill als psychopathischem Clown. Er gilt als s (28) Darstellung des verrückten Killers in «The Dark Knight» (2008) liess Fans und Kritiker gleichermassen in die Hände klatschen. Wer dem nihilistischen, psychopathischen und gewalttätigen Clown zuschaut, bekommt es früher oder später mit der Angst zu tun, so gut porträtierte ihn Ledger, der selbst stolz auf seine Leistung war. Den fertigen Film hat er allerdings nie gesehen, da er ein halbes Jahr vor dem Release an einer Überdosis verschreibungspflichtiger Medikamente verstarb. Neben Mark Hamill hat im Laufe der Jahre eine ganze Reihe weiterer Schauspieler und Synchronsprecher die Rolle des Batman-Bösewichts übernommen, darunter Kevin Michael Richardson («The Batman»), Jeff Bennett («Batman: The Brave And The Bold») und Michael Emerson («The Dark Knight Returns»). Eine aktuelle Joker-Stimme kommt von spricht. Ausserdem ist er einer der umtriebigsten Videospiel-Sprecher überhaupt; seit dieser Woche ist er als Sam Drake in «Uncharted 4» zu hören. Jack Nicholsons Joker liegt schon 27 Jahre zurück und die Cartoons sind kein wirklicher Vergleichswert - Oscar-Preisträger (44) wird sich vor allem mit dem fast unerreichbaren Heath Ledger messen müssen, wenn er ab dem 18. August als grünhaariger Spinner im Bösewichte-Klassentreffen «Suicide Squad» zu sehen ist. Ein wenig anders ist er, ja, aber ob er trotzdem ähnlich begeisternd und furchteinflössend ist? Die bisherigen Trailer lassen jedenfalls hoffen.

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Dem amerikanischen TV-Sender CNBC verriet Jared Leto kürzlich, wie er das teuflische Lachen der Batman-Nemesis Joker übte, den er im anstehenden Bösewicht-Streifen «Suicide Squad» mimt.

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Jared Leto als Joker – passt das?
33 %
53 %
5 %
9 %
Insgesamt 1414 Teilnehmer


(Quelle: Youtube/Nick)

«Ich bin im Prinzip in New York und Toronto herumgelaufen und habe ausprobiert, welches Lachen die Passanten am meisten beunruhigte. Und irgendwann habe ich genau den Lacher gefunden, bei dem sich die Leute jedes Mal umdrehten und dachten: ‹Wer ist dieser gruselige Typ hinter mir?›»

Besuch in der Klapse

Das Wichtigste bei der Rollenfindung sei gewesen, die berühmte Figur des Jokers neu zu interpretieren und ihn nicht so zu spielen, wie es andere vor ihm schon getan haben, betonte der 44-jährige Schauspieler und Sänger der Alternative-Rockband Thirty Seconds To Mars im Interview mit «Entertainment Weekly» – damit deutete er die gefeierten Darbietungen von Jack Nicholson (1989 in «Batman») und insbesondere Heath Ledger (2008 in »The Dark Knight») an.

Nachdem er die Batman-Comics und -Cartoons durchgesehen hatte, machte Leto den nächsten Schritt, um in den Kopf des geschminkten, anarchistischen und mörderischen Psychopathen einzudringen. «Ich habe mich mit Experten getroffen, mit Ärzten und Psychiatern, die schon mit Leuten zu tun hatten, die abscheuliche Verbrechen begangen haben», fuhr er fort. «Und dann habe ich Zeit mit diesen Leuten verbracht, die schon sehr lange in einer Anstalt stecken.»

Benutzte Kondome verschenkt

Für den Amerikaner ist die Schauspielerei kein Teilzeitjob – wenn er etwas anpackt, dann richtig, er wird eins mit seiner Rolle. Diese Technik nennt man Method-Acting; während der Dreharbeiten war nicht Jared Leto am Set, sondern der Joker. «Die Regieassistenten mussten ihn mit ‹Mr. J› ansprechen, wenn er an der Reihe war», erzählte Produzent Charles Roven dem Kinoportal «Collider». «Er hat sich in vielerlei Hinsicht vom Rest der Gruppe isoliert. Aber genau so ist seine Figur.»


(Quelle: Youtube/Warner Bros. Pictures)

Wenn Leto sich nicht gerade von seinen Co-Stars abkapselte, machte er ihnen Geschenke. Geschenke, wie sie der Joker aussuchen würde. Margot Robbie, die des Jokers Gespielin Harley Quinn mimt, bekam von ihm einen Liebesbrief und eine lebendige Ratte. Einen Brief gab es auch für «Deadshot»-Darsteller Will Smith, dazu ein paar Patronen. Die beiden sowie Adewale Akinnuoye-Agbaje, der den Killer Croc spielt, beschenkte er zudem mit Pornoheftchen, benutzten Kondomen und Analkugeln.

Schwerer Stand

Für die ganze Darsteller-Riege gab es auch einmal ein totes Schwein. Zum Glück beschenkte Joker-Jared niemals Viola Davis (gibt im Film als Amanda Waller dem Suicide Squad seine Befehle); denn diese hätte dem Oscar-Preisträger sonst wohl ihren Ehemann, der früher professioneller Footballer war, auf den Hals gehetzt.


(Quelle: Movieclips Trailers)

Sie ist nicht die Einzige, welcher Jared Letos Joker nicht ganz grün ist. Seit das erste Foto von ihm in der Rolle des ultimativen Batman-Bösewichts aufgetaucht ist, wird an dessen Aussehen rumgenörgelt. Tattoos wie «Hahahaha...» oder «Damaged» seien zu offensichtlich. Sein Look sei zu modern, nicht zeitlos genug – dass er zudem Grills auf den Zähnen trägt, helfe auch nicht unbedingt.

In den bisherigen Trailern macht er schon mal keine schlechte Figur. Ob Jared Letos Joker-Performance letztendlich mit der überragenden Leistung von Heath Ledger gleichzuziehen vermag, können Sie selbst beurteilen, wenn «Suicide Squad» am 18. August in die Deutschschweizer Kinos kommt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Scrooge Mc. Duck am 15.05.2016 20:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viele Gesichter

    Der Joker hat viele Gesichter und man kann Ihn auf verschiedene Arten spielen. Die meisten Mode-Fans hypen Heath Ledger ins Endlose. Er war wirklich gut aber ich kann dieses "der Beste" nicht mehr lesen. Nolans Umsetzung war realitätsnah und nicht wie im Comic Universum. Jared kommt dem näher. Ich freue mich auf Ihn.

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  • Nick am 15.05.2016 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Go Jared

    Keine Ahnung warum ihn so viele schlechtreden... ich finde er passt perfekt in die Rolle und sein Aussehen finde ich auch total genial. Hoffentlich wird dieser Film keine Pleite.

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  • El Corecto am 15.05.2016 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Method Acting

    Dass man mit der Rolle eins wird, bedeutet noch lange nicht, dass man "The Method" (nicht Method Acting) benutzt. Das sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Method Acting war Lee Strasbergs Lehre in den 70er und 80er und wird nicht mehr praktiziert. Sie giltet als veraltet. Auch mit der Grotowski-Methode oder Meisner-Technik wird man eins mit der Rolle. Ausserdem war mein Favorit Jack Nichloson (damals mit Method Acting ;-)) als Joker

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Regonsim am 16.05.2016 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Suicide Squad...

    ... Ist einfach der HAMMER! Mit Harley und joker wird es bestimmt cool sein. naja ich wünschte das anstatt deadshot deathstroke käme. Aber ist doch egal.

  • Ich bi Schwyzer am 16.05.2016 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ok

    Der einsige der den Joker noch spielen könnte der wirklich Talent genug hätte wehre Johni Depp

    • Calisto am 16.05.2016 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ich bi Schwyzer

      Genau! Jetzt da du das erwähnst, könnte ich mir johnny auch super als jocker vorstellen!!

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  • the V am 16.05.2016 03:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der wirds schon schaffen

    Heath ledger & Jack nicholson.. zwei unbezahlbare Joker und trotzdem denke ich das Leto dem Joker mit seiner darstellung bzw. Interpretation keine schande mache wird

  • Thomas am 16.05.2016 01:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jack best Joket ever

    Ehrlich gesagt konnte ich von Heath nicht viel abgewinnen. Jack Nicholson ist und war bis jetzt der beste Joker. Heath war wegen des allgemeinen schlechten Barman Serie mit Bale herausgestochen. Aber Geschmäcker sind halt verschieden.

    • Der Barmann am 16.05.2016 22:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomas

      Ja, die Barman Serie fand ich auch nicht gut, da wurde mir zu viel Alkohol getrunken :-/

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  • franziska am 16.05.2016 00:33 Report Diesen Beitrag melden

    go jared!

    ich glaube, er wird so richtig abräumen und mindestens mit ledger gleichziehen.