Königskategorie

24. März 2017 21:13; Akt: 25.03.2017 12:59 Print

«Ma vie de Courgette» ist bester Schweizer Spielfilm

Erst war er für einen Oscar nominiert – nun siegt der Animationsstreifen «Ma vie de Courgette» in der Schweizer Königskategorie. Wer sonst noch gewann.

Zu Deutsch: Mein Leben als Zucchini: Der Streifen zeigt die Geschichte eines kleinen Jungen, der in einem Kinderheim aufwächst. (Video: Tamedia/Rita Productions)
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Der Animationsfilm «Ma vie de Courgette?», der Anfang Jahr mit einer Oscar-Nominierung für Aufsehen sorgte, ist am Freitagabend im Genfer Bâtiment des Forces Motrices mit drei Schweizer Filmpreisen ausgezeichnet worden. Darunter als bester Spielfilm.

Dass der Streifen des Walliser Regisseurs Claude Barras überhaupt erst um den Quartz in der Kategorie Bester Spielfilm buhlen konnte, liegt an dessen Länge. Wie das Bundesamt für Kultur (BAK) in einer Medienmitteilung erklärte, sind Animationsfilme von mindestens 60 Minuten zu lang für die Kategorie «Bester Animationsfilm». Die Trophäe für den besten kurzen Animationsfilm ging an «Au revoir Balthazar» von Rafael Sommerhalder.

Wie der grosse Filmpreis-Favorit «Die Göttliche Ordnung», räumte «Ma vie de Courgette» in insgesamt drei Kategorien ab. So erhielt Sophie Hunger den Quartz für die Filmmusik und Marie-Eve Hildbrand den Spezialpreis der Akademie für Casting und Schauspielführung.

«Die Göttliche Ordnung» war in fünf Kategorien (dreimal in der Kategorie Beste Darstellung in einer Nebenrolle) nominiert. Ebenso «Aloys», das Erstlingswerk des Zürcher Regisseurs Tobias Nölle. Während Nölles Streifen um einen verschrobenen Grossstädter, der von einer Unbekannten erpresst wird, lediglich in der Kategorie Beste Kamera (Simon Guy Fässler) gewann, heimste die politische Komödie über die Einführung des Frauenstimmrechts in den Kategorien Bestes Drehbuch, Beste Darstellerin und Beste Darstellung in einer Nebenrolle Trophäen ein.

Quartz-Verleihung: Zwei Favoriten-Filme mit je drei Preisen geehrt

Doppelte Ehre für Bruno Ganz

Der Quartz für ihre Leistung als Beste Darstellerin ging an Marie Leuenberger. Nominiert waren auch Esmée Liliane Amuat («Skizzen von Lou») und Tilde von Overbeck («Aloys»). Als bester Schauspieler wurde Bruno Ganz für seine Rolle in «Un Juif pour l'exemple», einem Film, der ihm nach eigenen Angaben sehr am Herzen liegt, ausgezeichnet. Er setzte sich gegen Urs Jucker («Der Frosch») und Max Simonischek («Die Göttliche Ordnung») durch.

Es war Ganz' Überraschungstrophäe, während ihm bereits im Vorfeld bekannt war, dass er am Ende der Veranstaltung von Bundesrat Alain Berset den Ehrenpreis für sein filmisches Gesamtwerk überreicht bekommen würde. In seiner Laudatio strich Berset die ungeheure Vielfalt der Rollen heraus, die Bruno Ganz gespielt hat: «Als Wanderer durch die Welten dieser Welt hat er ein grosses Werk geschaffen. Dafür ehren wir Bruno Ganz heute.»

Das Filmpreis-Déjà-vu

Zu einer aussergewöhnlichen Begebenheit kam es bei der Verleihung des Kurzfilmpreises. Mit «Bon Voyage» von Marc Raymond Wilkins und «La femme et le TGV» von Timo von Gunten gingen gleich zwei Filme als Gewinner hervor. Der Grund: Sie hatten von der Schweizer Filmakademie gleich viele Stimmen erhalten, worauf das BAK entschied, beide zu ehren.

Das ist keine Premiere: 1998, bei der ersten Filmpreis-Ausgabe überhaupt, kam es schon einmal zu einer Doppelehrung. Damals wurden in der Kategorie Bester Spielfilm gleichzeitig Mohammed Soudani für «Waalo Fendo - Là où la terre gèle» und Clemens Klopfenstein für «Das Schweigen der Männer» geehrt.

Die Schweizer Filmpreise wurden zum 20. Mal vergeben. Über die Nominierten und die Gewinner bestimmt die Schweizer Filmakademie, ausgerichtet und finanziert wird die Veranstaltung vom Bundesamt für Kultur. Seit 2013 findet die Gala im Turnus in Genf und in Zürich statt. Die Gewinnerfilme beziehen sich jeweils auf das vergangene Kinojahr. Der nächste Ausgabe des Schweizer Filmpreises findet am 23. März 2018 in Zürich statt.

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lukas am 24.03.2017 23:28 Report Diesen Beitrag melden

    5% Filmindustrie feiert...

    Leider waren alle diese Filme sehr schwach bei den Kinokassen: Der Aloys wurde mit 2 Millionen produziert und nur 2058 Zuschauer den Film geschaut.

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  • Markus R. am 25.03.2017 00:35 Report Diesen Beitrag melden

    Bruno Ganz ist einer der letzten besten

    Schauspieler die die Schweiz noch hat. Und seine Rolle als Adolf Hitler im Film: " Der Untergang " ist einfach genial. Leider herrscht bei der Förderung der jungen Filmschauspieler in der Schweiz " Tote Hose ".

  • Quico am 25.03.2017 01:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quartz

    Finde die Preise gut vergeben. Abe wieso wird um vorraus so wenig berichtet? Und kann ich ea noch nachschauen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rico am 25.03.2017 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Relation?

    Wie muss ich das als Laie verstehen? Bester von zwei, fünf oder 10 Filmen. Ein schweizer Film ist sicher der beste aller Schweizer Filme. Das Ganze sagt mir aber trotzdem nichts über deren Qualität aus.

  • m.o. am 25.03.2017 12:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handlung wäre gut aber die Umsetzung...

    Mir gefallen solche "Filme" überhaupt nicht. Wenn schon in einem Comicstyle dann richtig. Oder eben lassen. Mir hat die viele Werbung darüber schon gereicht.

  • meierisli am 25.03.2017 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    die welt kennt nur käse und banken

    ich bin kein puppentheater-fan. bereits zu kinderzeiten hat mich dieser stil nicht interessiert. wir schweizer hätten einen sehr trockenen und schrägen humor. ich finde es schade dass wir diesen nicht häufiger in filmen zeigen, also ob wir uns schämen würden.. schade

  • Boris am 25.03.2017 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Kategorie oder falscher Film.

    Sollte in einem Spielfilm nicht vor der Kamera gespielt werden ? Was ja bei einem Animationsfilmen eigentlich nicht so der Fall ist. Für mich sollte er den Preis für den besten Animationsfilm kriegen und nicht den Preis als bester Spielfilm.

  • Ideomatic am 25.03.2017 06:41 Report Diesen Beitrag melden

    Finde...

    Animationsfilme eigentlich wunderbar. Sie bringen Abwechslung. Bei Spielfilmen haben wir in der Schweiz das Problem, wir haben nicht genügend Schauspieler/innen. Jedesmal sehen wir die gleichen Gringe :-)

    • Es gibt sie schon am 25.03.2017 07:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ideomatic

      Das liegt an der Castingagentur-Lobby, die immer dieselben SchauspielerInnen casten.

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