Barry Keoghan

07. Februar 2018 09:40; Akt: 07.02.2018 09:40 Print

Aus der Heroin-Hölle nach Hollywood

Er ist vielleicht das grösste Schauspieltalent seit Leonardo DiCaprio. Doch der Weg von Barry Keoghan in die Traumfabrik war ein steiniger.

Für diesen Film wurde Barry Keoghan in Cannes gefeiert: «The Killing of a Sacred Deer». (Quelle: Youtube.com)
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Zwei kaum unbekannte Newcomer, beide unter 30, schafften es dieses Jahr in der Kategorie «Bester Schauspieler» auf die Nominierten-Liste der Oscars: Daniel Kaluuya («Get Out») und Timothée Chalamet («Call Me By Your Name»).

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Dabei hätte ein anderer Jungstar die Nominierung am meisten verdient: Barry Keoghan. Der 25-Jährige brillierte vergangenes Jahr im Kriegs-Thriller «Dunkirk» und jetzt im Arthouse-Schocker «The Killing of a Sacred Deer». Aber gerade letztere Rolle war wohl zu extrem und der Filmverleih zu wenig mutig, um eine kostspielige Oscar-Kampagne zu finanzieren.

Vom netten Jungen zum Psycho

Keoghan spielt im Film den 16-jährigen Martin, der die Familie eines Herzchirurgen (Colin Farrell, Nicole Kidman) so lange terrorisiert, bis dieser ein Mitglied seiner eigenen Familie als Opferlamm darbringt. Keoghan spielt seine Co-Stars locker an die Wand. Innerhalb weniger Sekunden schwankt er mit minimalen Mitteln vom netten Jungen von nebenan zum kaltblütigen Psychopathen und zurück. Eine Glanzleistung, die lange im Gedächtnis bleibt.

Sein intensives Spiel und auch seine eigenwillige Rollenwahl erinnern an Leonardo DiCaprio. In Comic-Verfilmungen oder Jugendfilmserien wie «The Hunger Games» oder «Maze Runner» sucht man ihn vergeblich. Und das, obwohl er wie ein Teenager aussieht und als solcher besetzt wird. Stattdessen wählt er psychologisch schwierige Parts mit Tiefgang. Eine Strategie, die sich auszahlt: In Hollywood gilt Keoghan als «the next big thing».

Heroin, Heim, Hollywood

Dass er es einmal so weit schaffen würde, hätte er wohl selbst nicht für möglich gehalten. Keoghan kommt aus schwierigsten familiären Verhältnissen. Seine Mutter war bis zu ihrem Tod
heroinabhängig und verstarb an einer Überdosis, als Barry noch ein Kind war. Danach war er in Heimen und bei Pflegefamilien untergebracht. Mit 12 Jahren nahm ihn schliesslich seine Grossmutter auf, die ihn auch ermutigte, es als Schauspieler zu versuchen.

«Ich rede gern über diese Dinge, damit die Leute wissen, wo ich herkomme und wie weit ich es gebracht habe», sagte er im Interview mit der Zeitung «The Independent». Sein Schicksal habe ihn angespornt, es den Menschen zu beweisen. Wo er noch hin möchte, weiss der Dubliner ganz genau: «Ich will drei Oscars gewinnen. Und zwar in drei verschiedenen Kategorien.»

«The Killing of a Sacred Deer» läuft jetzt im Kino.

(cat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Miley am 07.02.2018 09:58 Report Diesen Beitrag melden

    Häää?

    Ich habe Dunkirk kürzlich gesehen und fand seine Leistung gar nicht mal so toll? Abgesehen davon war er ja gar nicht in der Hauptrolle, oder habe ich was verpasst? The Killing of a Sacred Deer steht bei mir aber noch auf der Watchlist, vielleicht ändert sich ja dann meine Meinung.

    einklappen einklappen
  • sady am 07.02.2018 10:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    com on

    Ich hoffe dass jeder Heroin Süchtige uns, die Familienmitglieder etwas entlastet und am Beispiel dieses Films vielleicht wieder einen Anlauf macht mit einem Entzug! Es ist NIE ZU SPÄT...

  • Leandra am 07.02.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag ihm den Erfolg gönnen

    aber ich hoffe, es geht im auch noch so gut bzw. dass er von den Drogen fernbleibt, auch wenn er mal keinen Erfolg mehr hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Yousay am 07.02.2018 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    In Hollywood

    zählt halt Schönheit.

  • Kopfstand am 07.02.2018 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    normalerweise

    wird man doch zuerst ein Star und dann Drogenabhängig

  • Filmfan am 07.02.2018 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spoiler Alert!

    Die Filmbeschreibung ist eigentlich ein Spoiler, denn das mit der Opferbringung erfährt man im offiziellen Trailer nicht und war eigentlich eine überraschende Wendung!

  • dani87 am 07.02.2018 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na toll

    vom einem verderben ins andere...

  • Leandra am 07.02.2018 10:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ich mag ihm den Erfolg gönnen

    aber ich hoffe, es geht im auch noch so gut bzw. dass er von den Drogen fernbleibt, auch wenn er mal keinen Erfolg mehr hat.