Kino-Studie

26. März 2016 20:10; Akt: 26.03.2016 20:10 Print

Diesen Psychopathen können Sie vertrauen

Welche Kino-Darstellung eines Psychopathen kommt der Realität am nächsten? Um diese Frage zu beantworten schaute sich ein Psychiater über 400 Filme an.

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Javier Bardems Charakter von Anton Chigurh kommt gemäss der Studie von Professor Samuel Leistedt und seinem Team einem klassischen Psychopathen am nächsten. Chigurh begeht die Morde mit einem unheimlichen Gefühl von Normalität und ist glücklich, wenn er sein Bolzenschussgerät leeren kann ohne einmal mit der Wimper zu zucken. Bardem bekam für seine schauspielerische Leistung im Film «No Country for Old Men» einen Oscar. Auch Leistedt ist begeistert von Bardems authentischer Darstellung eines Psychopathen: «Er scheint tatsächlich unverwundbar und resistent gegen jeder Form von Emotion oder Menschlichkeit zu sein.» Die Rolle des Kindermörders Hans Beckert im deutschen Film «M» aus dem Jahre 1931 beinhaltet viele wahrhaftige Charakterzüge eines Kinderschänders, wie Leistedt und sein Team beobachteten. «Lorre porträtiert Beckert als äusserlich unauffälliger Man, der unter dem Zwang Kinder rituell umzubringen selbst sehr leidet», schreiben die Forscher im Paper. Die Psychiater würden jedoch Beckerts Krankheitsbild eher als «Pseudopsychopath» oder Soziopath umschreiben. Seine Brutalität lässt auch auf eine Psychose schliessen. Der Film, der grösstenteils auf der Biographie des Serienmörders Henry Lee Lucas basiert, landet im Ranking der Psychiater auf dem dritten Platz, was die Darstellung eines Psychopathen anbelangt. Henry Lee Lucas hat hunderte von Morden gestanden. Der Film aus dem Jahre 1986 zeigt das instabile Leben eines grausigen Serienmörders. Leistedt argumentiert, dass die Unfähigkeit von Henry zu planen, sein turbulentes Leben und die schwachen familiären Banden machten ihn zu einem Schulbuchbeispiel eines Psychopathen. Die ikonischeren Leinwand-Psychopathen wie Hannibal Lecter (gespielt von Anthony Hopkins) in «Das Schweigen der Lämmer», ... ... Patrick Bateman (gespielt von Christian Bale) in «American Psycho» ... ... oder Gordon Gekko (links, gespielt von Michael Douglas) sind zwar unterhaltsame und angstauslösende Charakteren aber Leistedt und sein Team argumentieren, dass ihre Charaktereigenschaften nicht unbedingt jene eines Psychopathen sind. Der Mörder im Hitchcock-Klassiker «Psycho», Norman Bates, sei in seinem Verhalten eher wahnhaft als psychopathisch. So ein Charakter wie der von Bates sei in der echten Welt des Verbrechens nur selten anzutreffen, so die Forscher in ihrem wissenschaftlichen Paper. Die Wissenschaftler kommen in ihrer Studie zum Schluss, dass die meisten Rollen in den Filmen mit der Realität wenig zu tun haben. «Die meisten psychopathischen Bösewichte in populären Filmen sind sich im internationalen Vergleich ähnlich - es gibt nahezu einen Bösewicht Archetyp». Mit anderen Worten: Nur die wenigsten Psychopathen in fiktiven Filmen könnten tatsächlich als Psychopath diagnostiziert werden, die anderen entsprechen allenfalls gewissen Stereotypen.

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Für Horrorfans ist es das Schönste aller Gefühle: Das kalte Schaudern, das einem den Rücken runterläuft, wenn es auf der Leinwand gerade sehr spannend oder gruselig wird. Doch wie viel Psychopath steckt tatsächlich in den Filmfiguren wie Norman Bates und Hannibal Lecter?

Mit genau dieser Frage hat sich ein belgischer Psychiater in seiner Studie auseinandergesetzt. Unter einem Psychopathen versteht man nämlich einen Menschen mit einer besonders schweren Form einer dissozialen/antisozialen Persönlichkeitsstörung. Dieses Krankheitsbild zeichnet sich vor allem durch Gefühlskälte aus. Ob sie nun Zähne putzen oder einen Menschen töten macht in ihrer Gefühlswelt keinen grossen Unterschied.

Der Professor Samuel Leistedt wollte anhand von Mörder-Charakteren in über 400 verschiedenen Filmen herausfinden, welche der Figuren einem tatsächlichen Psychopathen am nächsten ist und welche nicht – und kam dabei zu überraschenden Ergebnissen. Klicken Sie sich durch die Bildstrecke und lesen Sie, welchen Figuren Sie auch im wahren Leben besser nicht begegnen.

(mor)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Strichnöter am 26.03.2016 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No country for old men

    Ein absoluter Filmklassiker in meinen Augen. Bardem brilliert in Topform und auch Brolin, Harrelson und Lee Jones trumpfen gross auf!! Und wer sich daran stört, dass der Film nicht mit Musik untermauert wurde, dem sage ich nur das macht den Film erst zu einem Meisterwerk!! Absolute Oberklasse

  • marc_3.14159265 am 27.03.2016 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klopfklopf

    Nicht zu vergessen: Sheldon Cooper, eine wahre Meisterleistung

  • PaSchi am 27.03.2016 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blablabla

    Und ich komme zum Schluss das die meisten Psychiater von der menschlichen Psyche die gleich grosse Ahnung haben wie eine Kuh vom Kletter

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alufuchs am 27.03.2016 21:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jeremy Renner

    Als Dahmer oder Misha Collins in Karla haben bei mir auch nachhaltig Eindruck hinterlassen

  • PaSchi am 27.03.2016 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blablabla

    Und ich komme zum Schluss das die meisten Psychiater von der menschlichen Psyche die gleich grosse Ahnung haben wie eine Kuh vom Kletter

  • marc_3.14159265 am 27.03.2016 14:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klopfklopf

    Nicht zu vergessen: Sheldon Cooper, eine wahre Meisterleistung

  • Strichnöter am 26.03.2016 21:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    No country for old men

    Ein absoluter Filmklassiker in meinen Augen. Bardem brilliert in Topform und auch Brolin, Harrelson und Lee Jones trumpfen gross auf!! Und wer sich daran stört, dass der Film nicht mit Musik untermauert wurde, dem sage ich nur das macht den Film erst zu einem Meisterwerk!! Absolute Oberklasse