6 Gründe

21. November 2017 11:29; Akt: 21.11.2017 11:29 Print

Horrorfilme bringen so viel Geld wie nie zuvor ein

«It», «Get Out», «Annabelle: Creation»: 2017 war das bisher erfolgreichste Jahr des Genres an der US-Kinokasse. Das hat mehrere Gründe.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

2017 wird in die Geschichte des amerikanischen Kinos eingehen. Niemals zuvor machten Horrorfilme so viel Geld wie dieses Jahr. In den Top 15 rangieren gleich zwei Genrefilme. «It» auf Platz sechs mit über 326 Millionen Dollar (Stand 20. November), «Get Out» auf Platz 15 mit 175 Millionen Dollar.

Umfrage
Mögen Sie Horrorfilme?

Damit sind diese Filme erfolgreicher als beispielsweise der fünfte Teil von «Pirates of the Caribbean» oder der Animationshit «Boss Baby». Aber warum haben es Horrorfilme in den vergangenen Jahren vom Nischenmarkt zum Mainstream geschafft?

Die Qualität ist top:
Der Grossteil der Horrorfilme, die früher ins Kino kamen, waren storytechnisch von bescheidener Qualität. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Die Filmemacher setzen auf gute Geschichten und Figuren, was mindestens gleich wichtig ist wie gruselige Effekte. Das bringt Anerkennung bei den Filmkritikern und dem Publikum.

«Get Out» etwa war mehr als nur ein Horrorfilm. Er war ein Kommentar zum versteckten Rassismus, der in Amerika immer noch weit verbreitet ist. Das lockt auch Leute ins Kino, die das Genre normalerweise meiden.

Horrorfilme sind rentabel:
Schon früher galt die Devise: Ein Horrorfilm bringt immer Geld. Vor allem mit dem Beginn des Videokassetten-Booms Anfang der 80er-Jahre wurde das Genre zunehmend populär. Die Regale der Videotheken waren gefüllt mit Horrorfilmen und fanden entsprechend Anklang. Hinzu kommt natürlich, dass Horrorfilme meist mit einem beschiedenen Budget realisiert werden.

Superproduzent Jason Blum («Insidious», «The Purge», «The Conjuring» etc.) hat eine klare Devise: Alle seine Filme sind Low-Budget. Beispiel: «Happy Death Day», der neuste Blum-Streifen, der aktuell in der Schweiz läuft, kostete nicht einmal 5 Millionen Dollar in der Produktion und spielte bisher knapp 100 wieder ein. Insgesamt haben seine Filme weltweit knapp drei Milliarden Dollar eingespielt. Die Rechnung geht also auf.

Der Trailer zum neusten Horror-Hit «Happy Death Day».

Das Genre braucht keine Stars:
In «It» spielt kein einziger Star mit. Okay, vielleicht ist dem einen oder anderen der Name Bill Skarsgård geläufig, der den Clown Pennywise spielt. Aber wohl eher wegen seines berühmten Bruders Alexander, der gerade als Tarzan zu sehen war. Zwar gibt es immer öfter auch Mainstream-Schauspieler, die im Genre mitwirken (Ethan Hawke, Vera Farmiga), aber grosse Namen sind selten und vor allem nicht entscheidend für den Erfolg. Das spart den Machern viele Millionen an Gagen und die Zuschauer scheint es nicht zu stören.

Der Trailer zu «It».

Fans wollen Horror das ganze Jahr über:
Früher fanden die gruseligen Filme fast ausschliesslich in der Zeit um Halloween (31. Oktober) herum ihren Weg ins Kino und kannibalisierten sich oft gegenseitig. Heute laufen Horrorfilme das ganze Jahr über. «Get Out» etwa startete im Februar und wurde zum zweiterfolgreichsten Horrorfilm des Jahres. «Annabelle: Creation» kam im August heraus und rettete den ansonsten miserablen Monat.

Horror stärkt das Gemeinschaftsgefühl:
Das Kino hat als kollektives Erlebnis an Bedeutung verloren. Sprach früher die breite Masse über aktuelle Filme, die im Kino liefen, passiert das nun bei Serien. Auch gehen wir seltener in einer Gruppe ins Kino. Bei Horrorfilmen ist das anders. Die Zuschauer gehen gemeinsam ins Kino, um sich gemeinsam zu fürchten. Das schafft ein Gemeinschaftsgefühl.

Die grosse Leinwand schafft Anreize:
Im Horrorfilm passiert viel über das Sounddesign. Und der ist im Kino nun mal nicht vergleichbar mit (illegalen) Downloads auf dem Laptop. Bei einem Horrorfilm lohnt es sich also eher, Geld in einen Kinobesuch zu investieren, als bei einem dialoglastigen Film.

(cat)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chicken am 21.11.2017 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    nach guten Horrorfilmen

    fürchte ich mich fast immer vom Waschbecken den Kopf zu heben und in den Spiegel zu schauen... Auch wenn der Film keine solche Szene hatte. Vielleicht ist es ja mein Gesicht...

    einklappen einklappen
  • Fabian am 21.11.2017 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Braindead, Evil Dead

    Für mich sind die alten B-Movies aus den 80ern anfang 90er immer noch die besten. Braindead von Peter Jackson die absolute Krönung des Fun Splatters. Und Evil Dead atmosphärisch und Kameratechnisch fantastisch ;-)

  • Polarlicht am 21.11.2017 12:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schaue sie heute noch

    Ich liebe Horrorfilme sehr und habe immer noch alte VHS Kassetten,auf denen ich noch alte Horrorfilme,die ich früher aufgenommen oder gekauft habe.Ich schaue ab und zu mal einen alten Horrorfilm wie Freitag der 13.oder Chucky die Mörderpuppe sowie vom S.King Friedhof der Kuscheltiere oder Sie an. Besonders in dieser Jahreszeit wenn es draussen kalt und nass ist,schaue ich gerne mal einen Horrorfilm an.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Zombie Fresh am 22.11.2017 07:41 Report Diesen Beitrag melden

    Brutal und fertig..das reicht mir nicht!

    Ich bin seit meiner Entstehung Horrofilme fan und hab eine Samlung von etwa 9 tausend Filme auf fast allen Medien, angefangen von super 8 Filmrollen bis über 16 und 35mm und Videokassetten und DVD und bin ehemaliger Filmstudent und Kameraoperateur / Cutter! In den heutigen Horrorfilmen fehlt das gewisse Etwas, Sie haben keine Mimmik und kein gewisser Charme mehr! Ich liebe deswegen seit immer die alten Horrormovies, Boris karloff, Vincent Price, Peter Cushing etc weil Diese genau das gewisse Charme hatten, denn bei Ihren Filmen war alles echte Handarbeit!!

    • Freddy Krueger am 22.11.2017 10:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zombie Fresh

      Die alten Filme die sie meinen sind ja meiner Meinung Gruselfilme und im Artikel geht es um Horrorfilme. Aber ich bin mit ihnen einer Leinung dass die alten Filme die besseren sind / mir besser gefallen.

    einklappen einklappen
  • Leser am 22.11.2017 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Horrorfilme

    Plötzlich lieben alle Horrorfilme, haben alle alten Klassiker gesehen und prahlen mit ihrem (Un)Wissen. Und die anderen, die die Klassiker wirklich kennen, gehören meistens zu der Früher-war-alles-besser-Fraktion. Die Realität ist irgendwo dazwischen.

  • Bartli am 21.11.2017 23:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn Gedanken zur Wirklichkeit werden

    Tja, wenn sich Gedanken verwirklichen.

  • Liquidsss am 21.11.2017 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ahja?

    er Grossteil der Horrorfilme, die früher ins Kino kamen, waren storytechnisch von bescheidener Qualität..... Äh wie bitte? Ich hab eher das gefühl dass das Gegenteil der Fall ist. Klar gibt es Ausnahmen Heutzutage. Aber mit den ganzen CGI Effekte gibt sich keiner wirklich mehr Mühe. Finde vom optischen her z.B The Thing von John Carpenter zig mal besser als die Filme die Heute in den Kinos gezwungen werden.

    • Jugni am 21.11.2017 22:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Liquidsss

      Ich liebe Horrorfilme wie zB;Freddy Krüger!Der muss wieder mal vorbei schauen in meine Träume und auch im TV,Stephen King ist auch sehr gut!

    • Äh, nein am 22.11.2017 12:13 Report Diesen Beitrag melden

      'Story' ungleich 'Bildgewalt'

      Die Qualität der Erzählung und die Qualität der Optik sind normalerweise zwei verschiedene Paar Schuhe...

    einklappen einklappen
  • marko 32 am 21.11.2017 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich