Neue Schweizer Filme

17. Oktober 2017 11:05; Akt: 17.10.2017 11:05 Print

Jetzt gehts um Anarchie, Sex und Steroide

Der oftmals putzigen Swissness des heimischen Filmschaffens setzen junge Regisseure jetzt einen Gegenentwurf vor. Statt Idylle zeigen sie Abgründe.

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Filme, die auf heimischem Kulturgut («Heidi», «Schellen-Ursli») basieren, kommen beim Publikum ohne Zweifel an. Und ein gesunder Marktanteil ist für die Schweizer Filmwirtschaft enorm wichtig. Dabei geht aber oft der Mut der Filmemacher verloren, über den Tellerrand hinauszuschauen und Geschichten zu erzählen, die eine universelle Ausstrahlung haben.

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Genau das setzten sich drei neue Schweizer Projekte junger Regisseure zum Ziel. Alle handeln von jungen Erwachsenen, die mit den Herausforderungen an ihre Generation hadern: Dazugehören zu wollen und trotzdem anders zu sein. Das Smartphone zu lieben und es gleichzeitig zu hassen. Erwachsen zu werden in einer Zeit, wo die klassischen Rollenbilder nicht mehr greifen.

Max Hubacher, der in «Lasst die Alten sterben» einen Jugendlichen spielt, der zum Anarchisten wird, hat einen Verdacht, was seine Generation orientierungsloser macht als andere zuvor. «Ich glaube das Problem ist, dass wir im Vergleich zu früher zu viele Möglichkeiten haben. Wie willst du dich in diesem Meer denn orientieren können? Ich denke, uns fehlt oft der Mut zu Entscheidungen», sagt er zu 20 Minuten.

«Lasst die Alten sterben», jetzt im Kino:
Worum gehts: Kevin schwimmt mit dem Strom. Aus Wut auf sein komfortables, aber langweiliges Leben gründet er eine Kommune im Stil der Alt-Achtziger. Dort wird gekifft, geklaut und nach Parolen gesucht. Nur stösst die Provokation auf taube Ohren.
Mit: «Verdingbub»-Star Max Hubacher.
Von: Juri Steinhart, der vielfach für seine für Werbefilme ausgezeichnet wurde.
Anders weil: In der witzigen Hommage an ein analoges Zeitalter jede Ideologie ihr Fett weg kriegt.
Hat was von: «Trainspotting» und «Was tun, wenn's brennt?».

«Blue My Mind», ab 9.11.:
Worum gehts: Die 15-jährige Mia steht vor einem überwältigenden Umbruch, der ihre ganze Existenz in Frage stellt. Ihr Körper verändert sich radikal – aber viel extremer als bei anderen Teenagern.
Mit: Nachwuchsschauspielerin Luna Wedler und Instagram-Star Zoe Pastelle.
Von: Schauspielerin Lisa Brühlmann, die mit ihrem Debütfilm direkt den Kritikerpreis des Zurich Film Festivals abstaubte.
Anders weil: Teenage-Angst hier noch durch eine Body-Horror-Wendung gesteigert wird.
Hat was von: «Amateur Teens» und «Die Fliege».

«Goliath», ab 30.11.:
Worum gehts: Als der werdende Vater David seine Freundin bei einem Angriff nicht schützen kann, wächst seine Angst, als Mann nicht zu genügen. Verzweifelt greift er zu Steroiden und beginnt mit exzessivem Krafttraining.
Mit: Die Schweizer Hollywood-Hoffnung Sven Schelker («Homeland») und Jasna Fritzi Bauer.
Von: Dominik Locher, dem Ex-Journalisten, dessen Debütfilm «Tempo Girl» für Aufsehen sorgte.
Anders weil: Hat was von: «Turist» und «L'enfant».


(cat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Arnold Weissenegger am 17.10.2017 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Steroide und nur 30 KG Kniebeugen

    Na ja ich nehme keine Steroide. Kniebeugen mache ich mit 175 KG!

  • Globi am 17.10.2017 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine meinung

    Geldverschwendung auf höchster ebene :) das intressiert ne hand voll leute... aber bitte, macht nur

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  • marco am 17.10.2017 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    punks sind keine Anarchisten, denn:

    Regisseure und Leute im Allgemeinem sollten Begriffe recherchieren, denn: Anarchie bezeichnet einen Zustand der Abwesenheit von Herrschaft. Er findet hauptsächlich in der politischen Philosophie Verwendung, wo der Anarchismus für eine solche soziale Ordnung wirbt. Landläufig wird Anarchie auch mit einem durch die Abwesenheit von Staat und institutioneller Gewalt bedingten Zustand gesellschaftlicher Unordnung, Gewaltherrschaft und Gesetzlosigkeit verwendet. Die tatsächliche Bezeichnung für einen solchen Zustand ist jedoch Anomie.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Boris am 18.10.2017 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    Das tönt doch alles todlangweilig.

    An der Anzahl der Kommentare können die Filmemacher schon mal sehen wie hoch der Ansturm auf die Kinos sein wird, wenn die Filme dann den Kinos laufen, bei den hochinteressanten, spannenden, brandheissen Storys. Denkt ihr im Ernst das diese Themen viele Leute ins Kino locken wird ? Oder seit ihr nur scharf auf intellektuell hochstehende Kritiken.

  • marko 32 am 17.10.2017 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

  • Kritiker am 17.10.2017 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry

    Schweizer Filme sind oft sehr langweilig,unglaubwürdig und iergendwie nicht sehenswert.Die schauspielerischen Leistungen,die vergebenen Stimmen das alles passt fast nie in einem schweizer Film.

  • Claudio am 17.10.2017 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Film nein danke

    Fürchte dass wird auch wieder Müll, es scheint den Schweizern schwer zu fallen gute Filme zu machen. Schielt mal zb. nach Holland, auch ein kleines Land hat aber ein paar Gute Filme (jongen) und sogar ne super Serie ( hollands hoop) Das gute ist es kann nur besser werden.

  • marco am 17.10.2017 15:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    punks sind keine Anarchisten, denn:

    Regisseure und Leute im Allgemeinem sollten Begriffe recherchieren, denn: Anarchie bezeichnet einen Zustand der Abwesenheit von Herrschaft. Er findet hauptsächlich in der politischen Philosophie Verwendung, wo der Anarchismus für eine solche soziale Ordnung wirbt. Landläufig wird Anarchie auch mit einem durch die Abwesenheit von Staat und institutioneller Gewalt bedingten Zustand gesellschaftlicher Unordnung, Gewaltherrschaft und Gesetzlosigkeit verwendet. Die tatsächliche Bezeichnung für einen solchen Zustand ist jedoch Anomie.

    • Kendra Nostra am 18.10.2017 07:09 Report Diesen Beitrag melden

      Hörthört

      Da hat jemand aber ganz gut aufgepasst im ersten Semester an der Uni.

    • El Jefe am 18.10.2017 07:57 Report Diesen Beitrag melden

      Halbwissen

      Viele Worte ohne Inhalt. Wenn du Anarchismus erklären willst, bitte korrekt. Das macht selbst Wikipedia besser...

    • Pixel am 18.10.2017 08:03 Report Diesen Beitrag melden

      @Marco

      Natürlich können auch Punks Anarchisten sein, wieso denn nicht?

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