Bester Dokumentarfilm

03. März 2018 04:45; Akt: 03.03.2018 08:27 Print

Schweizer Film erhält einen César

«I Am Not Your Negro», der von der Schweiz koproduzierte Film über Rassendiskriminierung in den USA, gewinnt einen weiteren Preis.

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Der von der Schweiz koproduzierte Film «I Am Not Your Negro» über Rassendiskriminierung in den USA ist dem französischen Filmpreis César für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet worden.

Der geehrte Dokumentarfilm des Haitianers Raoul Peck erzählt von Rassenproblemen in den USA aus der Sicht des afroamerikanischen Schriftstellers James Baldwin (1924-1987). Der Film wurde von den Genfer Produzenten von «Close up Films» und dem Westschweizer Fernsehen RTS co-produziert. Er war im letzten Jahr für einen Oscar nominiert gewesen und hatte Mitte Februar den britischen Filmpreis gewonnen.

Aidsdrama als grosser Abräumer

In Paris leer ausgegangen waren dagegen die anderen nominierten Beiträge mit Schweizer Beteiligung. Die Koproduktion «Les Gardiennes» von Xavier Beauvois war in vier Kategorien nominiert, so für die beste Kamera, die beste Adaption, die besten Kostüme und die beste Newcomerin. Auch die schweizerisch-französische Schauspielerin Laetitia Dosch hat als Newcomerin («Jeune femme») auf einen Preis gehofft.

Video: Filmtrailer
«I Am Not Your Negro»: Der Dokumentarfilm erzählt von Rassenproblemen in den USA. (Video: Magnolia Pictures & Magnet Releasing)

Grosser Abräumer bei der diesjährigen Verleihung der französischen Filmpreise am Freitagabend in Paris war das Aidsdrama «120 battements par minute» von Robin Campillo aus Frankreich. Er holte sechs Césars, darunter für den besten Film und das beste Drehbuch. Das Werk, das den Kampf gegen Aids und gegen den Tod beschreibt, gewann bereits in Cannes den Grossen Preis der Jury.

Ehrenpreis für Penelope Cruz

Als beste Schauspielerin ging Jeanne Balibar («Barbara») hervor. Ihr männlicher Kollege Swann Arlaud wurde für seine Hauptrolle in «Petit Paysan» ausgezeichnet. Das für einen Ausland-Oscar nominierte Filmdrama «Loveless» des russischen Starregisseurs Andrej Swjaginzew gewann den César als bester ausländischer Film. Dieser handelt von einem Ehepaar, das vor der Scheidung steht und dessen Sohn spurlos verschwindet. Der 54-jährige Regisseur war bei der Verleihung nicht anwesend.

Die spanische Schauspielerin Penelope Cruz bekam für ihre Karriere den französischen Ehren-Cesar. Heute Abend habe sie Lust, dem Leben zu danken, sagte die 43-Jährige sichtlich bewegt. Selbst in ihren kühnsten Träumen habe sie es nicht gewagt, an diesen Preis zu denken.

Cruz nahm mit ihrem Mann, dem Schauspieler Javier Bardem, an der Verleihung teil. Die Spanierin hat in mehr als 40 Produktionen mitgespielt und mit namhaften Regisseuren gedreht, darunter Kenneth Branagh und Pedro Almodovar, der ihr auch den Preis übergab. Er sei der Grund gewesen, warum sie Kino mache, erklärte sie. Cruz wurde 2009 für ihre schauspielerische Leistung in «Vicky Cristina Barcelona» mit einem Oscar als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Solidarität mit Missbrauchsopfern

Bei der Verleihung nahmen viele Darsteller Bezug auf die aktuellen #MeToo- und «Time's Up»-Bewegungen. Die französischen Filmstars trugen kleine weisse Schleifen als Zeichen der Solidarität mit Opfern von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Während der Gala wurden Menschen über die Filmbranche hinaus aufgefordert, #MaintenantOnAgit (etwa: Jetzt handeln wir) zu unterstützen.

Die in dieser Woche gestartete Kampagne hilft Belästigungs- und Missbrauchsopfern, rechtliche Schritte gegen mutmassliche Täter einzuleiten. Bereits in den USA und Grossbritannien hatten Schauspieler und andere Stars Zeichen gegen sexuelles Fehlverhalten gesetzt.

Mehr als 100 französische Promis, darunter Schauspielerin Sandrine Bonnaire, Schauspielerin und Regisseurin Julie Gayet sowie Regisseurin Agnès Jaoui hatten zu Spenden aufgerufen, «damit keine Frau jemals wieder sagen muss #MeToo». Die Präsidentin der Verleihung, Schauspielerin Vanessa Paradis, erklärte zu Beginn der Zeremonie, sie trage die weisse Schleife für den Kampf gegen Gewalt gegen Frauen.

(scl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mohrekopf am 03.03.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    langsam wird es langweilig

    Offenbar gibt es keine anderen Themen ausser Rassismus und Diskreminierung mehr. Minderheiten sind selbstverständlich nie rassistisch. Süssigkeiten aber auch nicht.

  • Isa am 03.03.2018 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche

    Geld wurde gegeben, nichts anderes ! Hat mit CH Film nichts zu tun. Für solche Sachen hat es immer Geld.und immer schön sozialkritisch links gerichtete Aufarbeitung. Die Zeiten waren anders!

    einklappen einklappen
  • Tobias Müller am 03.03.2018 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch klar

    Ist doch klar, dass heute nur linke ausgerichtete Filme in unserer Gutmenschenwelt gewinnen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Waterpolo1s am 23.03.2018 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genial! und .... :-))

    Genial! und herzliche Gratulation! :-))

  • Isa am 03.03.2018 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer das gleiche

    Geld wurde gegeben, nichts anderes ! Hat mit CH Film nichts zu tun. Für solche Sachen hat es immer Geld.und immer schön sozialkritisch links gerichtete Aufarbeitung. Die Zeiten waren anders!

    • El Mex am 03.03.2018 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Isa

      Von wegen die Zeiten waren anders. Schau heute zu und du wirst bei objektiver Beurteilung feststellen müssen: vieles ist immer noch gleich! Leider

    • Ueli am 03.03.2018 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Isa, hm

      Der Ausgewogenheit halber würde ich ja gern ein rechtsgerichtetes sozialkritisches Werk kennen lernen, das womöglich auch einen Oskar bekommt. Gibt es wohl aber nicht.

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  • Tobias Müller am 03.03.2018 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch klar

    Ist doch klar, dass heute nur linke ausgerichtete Filme in unserer Gutmenschenwelt gewinnen.

  • Mohrekopf am 03.03.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    langsam wird es langweilig

    Offenbar gibt es keine anderen Themen ausser Rassismus und Diskreminierung mehr. Minderheiten sind selbstverständlich nie rassistisch. Süssigkeiten aber auch nicht.

  • marko 33 am 03.03.2018 05:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glückwunsch

    Glückwunsch