Experteninterview

07. Mai 2012 21:48; Akt: 07.05.2012 22:04 Print

«Langsame Bräune hält länger an»

von Nina Ladina Kurz - Sonne tut der Seele gut, aber wie viele Strahlen verträgt die Haut? Ultrasun will in Zusammenarbeit mit der Dermatologin Karoline Zepter aufklären. ­20 Minuten hat bei der Ärztin nachgefragt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Lassen Sie sich für den Sommer im Solarium vorbräunen?
Dr. med. Karoline Zepter:
Nein, dass dies helfen soll, ist ein Mythos. Im Gegenteil, für den UV-Eigenschutz braucht die Haut UV-A- und UV-B-Strahlung. Solarien verwenden aber ausschliesslich UV-A-Strahlen. Eine Verminderung der Sonnenbrandempfindlichkeit tritt also nicht ein. Dafür steigt bei regelmässigem Solarium-Besuch das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

Was wäre eine gesunde Bräune?
Der Begriff ist eigentlich falsch. Bräune ist eine Reaktion und eine Schutzhaltung der Haut gegen UV-Licht. Grundsätzlich ist aber eine langsame Bräune ohne Sonnenbrand besser für die Haut – und hält auch länger!

Wie erkenne ich den persön­lichen Sonnenschutz-Faktor?
Das kommt auf den Hauttyp an. Typ 1 und 2 sind sehr hell und empfindlich. Hier empfehle ich einen Faktor von 30 bis 50. Dunkelhaarige Personen können auch einmal 10 bis 20 Minuten ohne Schutz in der Sonne sein, ich empfehle aber auch hier einen Faktor von 30.

Wird man bei einem hohen Sonnenschutzfaktor überhaupt braun?
Ja, es geht nur länger. Ein ­hoher Faktor ist nie ein 100-prozentiger Sonnenschutzblock.

Was tun bei Sonnenbrand?
Kühlen und am besten eine unparfümierte After-Sun-Lotion auftragen. Schwarztee-Umschläge können helfen und auch ein Aspirin wirkt entzündungshemmend. Sobald sich aber Blasen bilden, muss man zum Arzt.