Co-Creation

06. Juni 2011 19:02; Akt: 06.06.2011 19:39 Print

Der Kunde wird zum Designer

von Nina Ladina Kurz - Die Geschäftsidee von Co-Creation-Firmen ist simpel, aber dennoch – oder gerade deshalb – äusserst erfolgreich. Der Schweizer Hemden-Brand Solosso macht es vor: am Heim-PC designt, in Asien hergestellt, innert vier Wochen geliefert.

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Solosso-Gründer und Mann mit Stil: Severin ­Rüegger.

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Während sich die breite Masse immer noch einen Weg durch die Wühltische grosser Einkaufsketten sucht, schwappt klammheimlich ein neuer Trend aus den USA in die Schweiz über. Co-Creation heisst der Trend und setzt auf das Verkaufsargument Individualität. Der Bestellvorgang ist schnell erklärt: Der Kunde misst sich selbst aus, bestimmt Material, Muster und Farben und bestellt das persönliche Stück per Online-Formular.

Ein Vorreiter im Schweizer Markt ist der Fashion-Brand Solosso. Gründer Severin Rüeg­ger hat sich ganz auf Männerhemden konzentriert: «Die Idee entstand aus einem persönlichen Bedürfnis. Mir passten einfach nur wenige Hemden und massgeschneiderte Shirts empfand ich als zu teuer», so der 28-jährige Jungunternehmer. Seit 2010 produziert er nun die personalisierten Hemden zu einem Preis ab 89 Dollar. Ein guter Deal, wenn man bedenkt, dass individuel-le Hemden vom Schneider hierzulande schnell über 300 Franken kosten.

Dass in Asien genäht wird, ist für den Geschäftsmann unproblematisch: «Ich bin kein Birkenstock-Träger, aber auch ich bezahle lieber für nachhaltige Produkte. Bei Solosso sind alle Prozesse und Produktionsmittel auf Nachhaltigkeit optimiert. Und es wird jeweils nur so viel produziert wie bestellt», so Rüegger. Hindernis kann nur noch das Ausmessen sein: «Wer sich das nicht selbst zutraut, kann zu einem Schneider gehen und wir lassen die Kosten beim Hemdkauf wieder gutschreiben», verspricht ­Rüegger.

www.solosso.com