Neue Studie

23. November 2012 22:23; Akt: 23.11.2012 22:23 Print

Kate Moss & Co. machen Frauen unglücklich

Hauptsache dünn lautet das Credo der heutigen Gesellschaft. Warum? Weil uns dies ständig vorgegaukelt wird. Dies legt jedenfalls eine neue Studie nahe.

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Ob sie unser Wahrnehmen tatsächlich beeinflussen?

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Es gibt sie, die ganz schlanken, feingliedrigen, androgynen Frauen. Doch scheint deren Existenz etwa so selten zu sein wie der langjährige Erfolg ehemaliger Castingshow-Teilnehmer. Immer mehr Mädchen hungern, um den scheinbar perfekten Körper zu haben. Jenen, der in der Werbung als Mass aller Dinge angepriesen wird. Das öffentliche Bild von Schönheitsidealen prägt und beeinflusst. Das ist nun wissenschaftlich bewiesen. Die neue Studie der «England's Durnham University» besagt: Je mehr dünne Models gezeigt werden, desto eher wird in der Gesellschaft Dünnsein als normal und fülligere Körper als abnormal angesehen.

Die visuelle Prägung

Für ihre Studie, welche im Fachmagazin «Plos One» veröffentlicht wurde, untersuchten die drei Forscher Lynda Boothroyd, Martin Tovée und Thomas Pollet, warum Frauen in westlichen Ländern dünne Körper bevorzugen. Mittels zweier unterschiedlicher Tests untersuchten sie den Forschungsgegenstand.

Bei Test eins musste eine Gruppe darüber urteilen, welches Bild ihr jeweils besser gefalle – das der dünnen oder das der dickeren Frau. Danach wurden einer weiteren Gruppe Frauen Bilder von allesamt dünnen Frauen vorgelegt. Anschliessend mussten auch sie ihre Präferenz zwischen den Bildern dünn und dick angeben. Und umgekehrt. Sprich, der anderen Gruppe wurden vor dem Ranking zwischen dünn-dick ausschliesslich dicke Frauen gezeigt. Das Ergebnis: Zeigte man den Befragten dünne Frauen, fiel das Ranking stark zugunsten der Dünnen aus. Werden ihnen Bilder von fülligeren Frauen gezeigt, ist die Präferenz für Dünne deutlich weniger ausgeprägt.

Test zwei legte zwei Gruppen jeweils Bilder von dünnen, hässlichen und ungepflegten Frauen vor und solche von dickeren, stylishen und fröhlichen. Und auch dieser Test folgte anschliessend in der umgekehrten Version. Das Ergebnis: Ist eine Frau dünn und wird hübsch dargestellt, wird sie gegenüber einer dickeren klar präferiert. Wird sie hingegen als unattraktiv gezeigt, wird die dickere und fröhlichere Dame bevorzugt.

Nicht genetisch, sondern künstlich erschaffen

Wer jetzt denkt, das Ergebnis dieser zweiteiligen Studie sei wenig überraschend, der täuscht sich. Diese Untersuchung zeigt, dass das Schönheitsempfinden ein kulturelles Konstrukt ist – und falsifiziert eine bisherige Studie. So besagte eine Studie der «Michigan State University», dass der Wunsch nach Dünnsein genetisch sei.

Laut der neusten Studie sollten folglich vermehrt fülligere Damen in Werbungen und Zeitschriften gezeigt werden, um so das gesellschaftlich verbreitete Streben nach Dünnsein zu reduzieren. «Wir wissen zwar nicht, ob Bilder von dickeren Frauen, die Besessenheit nach Schlanksein tatsächlich verringern, unsere Studie aber besagt, dass es möglich wäre», so die Forscherin Boothroyd gegenüber der «Science Daily».

Nicht nur Otto Normalverbraucher wird von bearbeiteten Bildern einer scheinbar perfekten Kate Moss beeinflusst, auch die Promi-Damen sind davor nicht gefeit. Christina Aguilera etwa gerät durch ihr Ab- und Zunehmen ständig in den Fokus des öffentlichen Interesses. Lange hatte die Sängerin offenbar mit ihrem Gewicht zu kämpfen. Erst kürzlich äusserte sie sich zu ihren «geliebten» Pfunden und betonte, wie stolz sie darauf sei. In dasselbe Horn stossen Hit-Stürmerin Adele und Lady Gaga. Trotz Seitenhieb von Designer Karl Lagerfeld, der Adele fett nannte, sagte die Künstlerin kürzlich: «Abnehmen würde ich nur, wenn es den Sex verbessern würde.» Und auch Lady Gaga präsentierte erst kürzlich ein Bild von ihren Kurven via Twitter – und gestand, dass sie magersüchtig und bulimisch war.

Gut gibt es Ladys im Showbusiness wie Aguilera, Beth Ditto und Co. Dank ihnen werden Plus-Size-Frauen wohl schon bald zum neuen Ideal – vielleicht.

(los)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 23.11.2012 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgeglichen

    dafür machen sie Männer glücklich :)

  • Franc am 24.11.2012 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Proportionen sind wichtiger

    Ich stand schon immer auf schlange Frauen mit Kurven und mochte dicke Frauen mit tonnenförmiger Figur nicht. Jedenfalls haben sie mich sexuell nicht angesprochen. Als Kolleginnen oder Freundin zum Sprechen ist mir Figur und Aussehen egal.

  • Jens Liedtke am 24.11.2012 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    Weise Erkenntnis?

    Es ist immer wieder erstaunlich, dass es erst ganzer Studien bedarf, um etwas offensichtliches zu "erklären". Ich freue mich über Menschen, die einen eigenen Sinn für "schön" entwickeln konnten - unabhängig von dem viel zu oft gezeigten vermeintlichen Ideal.

Die neusten Leser-Kommentare

  • nici am 26.11.2012 20:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dick?

    hier schreiben wirklich frauen mit 38 und meinen sie sind dick? hab ich was verpasst? ich bin 21, trage 36/38 )kommt wirklich drauf an wo ich hosen kaufe) , ich bin 1.72 und 53 kilo(an guten tagen);) das ist untergewicht und das soll nun dick sein?

  • Steff am See am 26.11.2012 09:02 Report Diesen Beitrag melden

    Macht nur weiter so

    Eine Frau auf ihren Körper zu reduzieren ist etwa gleich beschränkt wie den Mann auf sein Einkommen und den Unterhaltungsfaktor den er in dieser Gesellschaft erfüllen sollte.

  • brad am 25.11.2012 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    disagree

    na dann viel spass, 80% von unseren frauen haben tatsaechlich ein gewichtsproblem! das liegt auch am falschen speiseplan! das wird ersichtlich wenn man sich in asiatischen laendern umschaut!

    • nici am 26.11.2012 20:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      übertreib mal nicht!

      80% ? frage mich echt von wo sie diesen prozentsatz nur her haben!

    einklappen einklappen
  • Isabella M. Meyer-Zu. am 25.11.2012 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahre Schönheit strahlt von innen!!!

    Ich bin gesund - etwas rund - na, und? Bin dem Schlankheitswahn nicht versessen - darum hin und wieder etwas feines essen - und zu danken nicht vergessen! Offen und herzlich im Gemüt - kein gewolltes klipperdürr oh nein, behüt!

  • Susanne am 25.11.2012 06:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich fühle mich gut

    Eine gute Freundin ist seit 20 Jahren magersüchtig- sie friert sehr schnell, ist immer wieder krank und wird beim Essen vom schlechten Gewissen geplagt. Ich bin froh, dass ich etwas mehr Reserven habe- fühle mich deswegen nicht dick- es ist mir wohl dabei und es geht mir gut. Die Ausstrahlung und das Wesen eines Menschen ist für mich persönlich viel wichtiger- das gilt für Männer und Frauen.