Photoshop-Schock

17. Februar 2012 09:13; Akt: 17.02.2012 11:03 Print

Venus, du bist zu dick!

Was passiert, wenn man Meisterwerke der Kunstgeschichte nach heutigen Schönheitsvorgaben retouchiert? Die Ergebnisse reichen von sanfter Veränderung bis zum verstörenden Eingriff.

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Die italienische Künstlerin Anna Utopia Giordano hat sich berühmten Darstellungen der Liebesgöttin Venus angenommen und sie heutigen Schönheitsidealen angepasst, wie sie uns von Hochglanzmagazinen der Welt vorgegeben werden. Bald stellt sich heraus, dass die liebe Venus - wie hier in der Darstellung ihrer Geburt vom italienischen Renaissancekünstler Botticelli - zu dick ist. Hier das Original ... ... hier die Version fürs 21. Jahrhundert. Schnell merkt man, dass sanfte Rundungen (wie hier im Original von William Bouguereau) nicht zwingend 'zu dick' bedeuten müssen ... ... oder ist die photoshopveränderte Version wirklich so markant schöner? Die Geburt der Venus von Alexandre Cabanel einmal im Original ... ... und einmal geschlankt. Westal Richards Meisterwerk ... ... für die Modeheftchen des 21. Jahrhunderts angepasst. Die schlafende Venus von Artemisia Gentileschi ... ... und von Anna Utopia Giordano ‹verbessert›. Venere di Urbino von Tiziano ... ... müsste schon arg photogeshopped werden, um es ins «Cosmopolitan» zu schaffen. Venere e Cupido von Velazquez ... ... nach der Fettabsaugung. Venus Anadyomene von Jean-Auguste-Dominique Ingres ... ... passt nach der Bearbeitung nach modernen Schönheitsstandards eher ins Kindchenschema. Angelo Bronzino stellte sich seine Schönheitsgöttin so vor ... ... die Moderedaktionen von heute stellen sie sich so vor. Die Venus von Hayez käme heute wohl in keiner Modelagentur unter ... ... ausser sie unterzieht sich einem strengen Fitnessregime und Diätplan.

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Bei «The Venus Project» bekommen klassische Schönheiten eine Photoshop-Schönheitskur. Die italienische Künstlerin Anna Utopia Giordano hat sich berühmter Darstellungen der Liebesgöttin Venus angenommen und sie dem heutigen Schönheitsideal angepasst, wie es uns von den Hochglanzmagazinen dieser Welt tagtäglich vorgeführt wird. Vollschlanke Schönheiten mutieren dabei zu langgliedrigen Gazellen. Giordanos Kunstprojekt wirft dabei etliche Fragen zum veränderten Ästhetikempfinden auf. Die Resultate ihrer Retouchen sind unterschiedlich. Einige Aphroditen erscheinen nur leicht schlanker, während andere verstörend kindlich wirken.

(obi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jay N am 18.02.2012 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Mir gefallen die schlanken Versionen

    In unserer Gesellschaft gibt es viel mehr übergewichtige, als untergewichtige Menschen. Ich finde es komisch, dass schlank so oft als schlecht dargestellt wird, wo Übergwicht wohl das grösserer Problem ist. Ich will Magersucht keineswegs befürworten, nur kennen viele den Unterschied zwischen dünn und magersüchtig nicht. Dazwischen liegen aber Welten!

  • Ylene am 17.02.2012 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Redet mal mit den Männern, meine Damen

    In meinem Bekanntenkreis findet ausnahmslos jede(r) - egal ob hetero, bi, lesbisch oder schwul - Salma Hayek, Rhianna, etc. 1000x schöner als die Magermodells von den Laufstegen. Auch hoch im Kurs: hübsches Gesicht und gute Laune. Newsflash: Modeheftli werden nur von (wahrscheinlich masochistischen) Frauen gelesen. Es gibt einen Grund, wieso bei Playboy die Damen mehr auf den Knochen haben... und die meisten Leute sind immer noch über- als untergewichtig. Also schön locker bleiben.

  • Jan.C am 17.02.2012 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lasst sie wie sie ist

    Lasst die Venus wie sie ist. So wurde sie nun mal gemalt und so sollte man sie lassen. Muss man immer gleich alles verpfuschen nur weils grad nicht ins Weltbild passt..?

Die neusten Leser-Kommentare

  • S Marco am 18.02.2012 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gut getroffen

    Die Nachbesserungen sind wirklich attraktiver =)

  • Jay N am 18.02.2012 13:35 Report Diesen Beitrag melden

    Mir gefallen die schlanken Versionen

    In unserer Gesellschaft gibt es viel mehr übergewichtige, als untergewichtige Menschen. Ich finde es komisch, dass schlank so oft als schlecht dargestellt wird, wo Übergwicht wohl das grösserer Problem ist. Ich will Magersucht keineswegs befürworten, nur kennen viele den Unterschied zwischen dünn und magersüchtig nicht. Dazwischen liegen aber Welten!

  • Adolf am 18.02.2012 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Muss etwas berücksichtigen!

    Also einige Bilder sind einfach schlecht "nachgebessert". Früher war "Dick" und blass etwas, was den Reichen der Gesellschaft zustand. Die Bauern waren von der Arbeit auf dem Feld braun (Sonne) und eher mager. Manche dieser Frauen sind aber auch im Original nicht gut proportioniert.

  • Durchschnitt am 18.02.2012 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Original gefällt mir besser

    Die original Venus hätte in der heutigen Zeit eine Durschnittsfigur. Nicht zu dick und nicht zu dünn, eben gerade richtig.

  • meyer am 17.02.2012 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    schlecht

    Die retuschen sind einfach nur schlecht gemacht unter kuenstlerischem aspekt. die meisten sind aus der proportion geraten, zu kurze beine, zu dicke koepfe, umgebung nicht ans neue koerpergewicht angepasst, etc... das derart stuemperhafte retuschen sich 'kunst' nennen duerfte jedem photoshop profi wie ein witz vorkommen.

    • J.M. am 18.02.2012 07:54 Report Diesen Beitrag melden

      Erster Gedanke...

      dasselbe dachte ich als Laye auch beim Betrachten der Bilder, einfach nur sauschlecht retuschiert.

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