Untervertretene Musikerinnen

08. Februar 2018 15:36; Akt: 08.02.2018 15:36 Print

Die SMA gehen das «Frauenproblem» an

Bei einer Diskussionsrunde im Vorfeld der SMA waren sich Musikschaffende einig: Frauen sind im Schweizer Pop untervertreten. So will man das Problem anpacken.

Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch verzichtet auf einen Besuch der Swiss Music Awards 2018, weil – erneut – zu wenige Frauen nominiert sind und auf der Bühne stehen. Bei einer Panel-Diskussion zur Frauenfrage im Schweizer Pop am Mittwochabend nahm sie jedoch teil und eröffnete den Abend mit einer Einschätzung zum Thema. (Video: Tamedia/Swiss Music Awards)
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Am Mittwochabend trafen sich Musikerinnen und Vertreter des Musikbusiness im Zürcher Kulturhaus Kosmos, um der Frage «Hat die Schweizer Popmusik ein Frauenproblem?» nachzugehen. Die Teilnehmer der Diskussionsrunde und die Zuschauer waren sich einig: Ja, es gibt zu wenige Frauen auf hiesigen Bühnen, in den Radio-Heavy-Rotations, Tageszeitungen und öffentlichen Plattformen ganz allgemein.

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Die Meinungen gingen allerdings auseinander, als es um die Behebung dieses Missstands ging. Während aus dem Publikum vermehrt Forderungen nach konkreten Lösungen und noch an diesem Abend in Angriff genommenen Massnahmen zu hören waren, versuchten Julie Born, Chefin Sony Music Schweiz und im Vorstand des Vereins Press Play, der fürs Reglement der SMA zuständig ist, und Oliver Rosa, Veranstalter der Swiss Music Awards, zu erklären, dass Veränderungen Zeit brauchen.

Eine Frauenquote für den Pop

Prominentestes Begehren war die Einführung einer Frauenquote – sowohl bei den Liveacts auf der SMA-Bühne als auch in der Zusammensetzung der Academy, die über die via Verkaufszahlen erhobenen SMA-Nominationen abstimmt; aktuell besteht diese aus acht Frauen und über 40 Männern.

Born stellte in Aussicht, den Frauenanteil in der Jury bis 2020 auf 50 Prozent hochzuschrauben: «Ich glaube, das ist machbar. Wir hatten das zu wenig beachtet und werden es ändern.»

«Ein reelles Problem»

Und Rosa verkündete, sich Ende März mit den Verantwortlichen von Helvetiarockt, der Koordinationsstelle für Schweizer Musikerinnen, zu treffen, um zu prüfen, wie und wo man Frauen besser und mehr stattfinden lassen kann. «Die Untervertretung von Frauen ist ein reelles Problem in der Schweizer Musikszene. Wir möchten es darum nicht nur bei diesem Abend belassen.»

In SMA-Kategorien, deren Nominierte von Verkaufszahlen bestimmt werden, seien ihnen dahingehend mehr oder weniger die Hände gebunden. «Aber dort, wo wir können, beispielsweise beim Best Talent oder Artist Award, wollen wir mehr Frauen eine Plattform geben.»

Hier sind die beiden Panels von «SMA presents: Hat die Schweizer Popmusik ein Frauenproblem?» in voller Länge zum Nachschauen:

20 Minuten ist Medienpartner der Swiss Music Awards.

(shy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michi am 08.02.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Brauchen wir jetzt eine Charts für Männer und Frauen?

  • Christina93 am 08.02.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    ach du meine güte

    diese Probleme möchte ich haben, wo führt das nur hin...

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  • Christina93 am 08.02.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    ach du meine güte

    diese Probleme möchte ich haben, wo führt das nur hin...

  • Michi am 08.02.2018 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt?

    Brauchen wir jetzt eine Charts für Männer und Frauen?