Adrian Stern auf Digital Detox

16. März 2017 15:31; Akt: 16.03.2017 15:57 Print

«Das Handy hat mich angeekelt»

von Francesca Nett - Der Aargauer Musiker Adrian Stern (41) hat ein Experiment gewagt. Drei Wochen lang verzichtete er auf sein Smartphone.

Mit Gitarre und Strubelfrisur: Ein paar Skater-Tricks kann er heute noch. (Moderation: Schimun Krausz Video: Alice Grosjean)
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SMS und Mails im Minutentakt – das Smartphone macht Informationen 24/7 verfügbar. Ignorieren? Schwierig. Reizüberflutung ist programmiert. «Diese ständige Erreichbarkeit – das hat mich richtig angeekelt», sagt Adrian Stern. Er zog die Notbremse und verordnete sich drei Wochen Handy-Entzug.

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Seine Begründung: «Automatismen haben sich bei mir eingeschlichen, die mich vom realen Leben ablenkten. Die riesige Informationsflut ist lähmend – so kam auch der Entschluss zum Verzicht.» Trotzdem legte er sich nicht einfach in die Sonne und genoss die Ruhe.

«Man ist den Gesprächen ausgeliefert»

Stern war gezwungen, Alternativen zum «Alleskönner Smartphone» zu finden. Er legte sich ein «Senioren-Handy» zu. SBB-Fahrpläne lesen, unterwegs Musik hören – alles plötzlich eine Herausforderung. Wenige Telefonate und die Mails einmal täglich am PC checken, mehr lag nicht drin.

«Zugfahren war der Horror. Keine Musik, kein Buch – nichts. Du bist den Gesprächen der Leute ausgeliefert. So eine Flucht vor der Realität, die Möglichkeit sich abzugrenzen, das kann auch etwas Schönes sein.»

Kein Smartphone-Verbot bei Konzerten

Nun ist sein iPhone wieder an. Adrian lebt den Umgang mit dem Gerät nun bewusster: «Das Smartphone ist etwas vom Praktischsten, was je erfunden worden ist.» Es sei aber jedem selbst überlassen, einen gesunden Umgang damit zu definieren.

Für sich hat er das richtige Mass nun gefunden – und er wird sein Handy wohl auch auf seiner Tour, die morgen beginnt, ab und an zücken, um ein paar Momente festzuhalten. Seine Fans dürfen sich freuen, denn Digital Detox hin oder her – ein Smartphone-Verbot muss niemand befürchten: «Ich befinde mich immer noch in der Phase, in der ich mich geehrt fühle, dass mich Leute auf dem Konzert überhaupt filmen wollen», sagt er.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mona am 16.03.2017 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohne Smartphone

    "Keine Musik,kein Buch,nichts." Wie wärs mit einem Discman oder Walkman?Einem richtigen Buch oder Zeitung?Oder einfach mal aus dem Fenster schauen oder mit jemandem ein Gespräch führen? Herr Stern ist 41 und stammt aus einer Zeit als es noch keine Smartphones gab. Schade hat er das vergessen..

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  • No Social Networks am 16.03.2017 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Verzicht tut gut und bringt Zeit!

    Kein Facebook / Kein Twitter / Kein Instagram, und ich Lebe! ich Lebe gut, sehr gut ohne!! hab endlich wieder Zeit für die wichtigen Dinge,.. MEIN LEBEN, MEINE FEUNDE, MEINE FAMILIE!

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  • Gerry am 16.03.2017 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    ich will auch eine News

    Wenn ich Ferien habe bleibt mein Smartphone, grundsätzlich zu Hause. Das letzte Mal waren es viereinhalb Wochen ohne Smartphone. Bekomme ich jetzt auch eine News? Ich muss mit dem Smartphone nach den Ferien jeweils auch nicht "bewusster umgehen". Ich nutze es einfach so wie vor den Ferien.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Og am 17.03.2017 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Smartphone ade!!!!

    Ich bin seit 1 monat vom smartphone weg und habe ein nokia das minimum 1 woche akku hat. Finde es total erholsam! Mein iPhone fungiert offline als musicplayer wird aber beim richtigen angebot in ein ipod classic getauscht!

  • Mythenmetz am 17.03.2017 01:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Bongo?

    Sorry.. da stimmt doch schon wieder was nicht mit den Gesprächen ausgefliefert zu sein. Wo wird denn heutzutage noch gesprochen in den Zügen? Schauen doch alle stumm auf ihr Smartphone.

  • Zeitgenosse am 16.03.2017 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Problem ist Absorbiertheit

    Ein Smartphone ist ja grundsätzlich eine beeindruckende technische Errungenschaft, und sicher für vieles nutze. ABER die Leute sind dem Gerät TOTAL verfallen, wie Junkies. Sie sind non-stop absorbiert und nehmen gar nicht mehr wahr was um sie herum vorgeht. Für mich hat das eine schwer krankhafte Komponente.

  • SlipKnot74 am 16.03.2017 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gefährdung

    die "natürliche" Kommunikation bleibt je länger je mehr auf der strecke ... neue Technologie mag gut sein , birgt aber auch soziale gefahren

  • Darwin am 16.03.2017 17:34 Report Diesen Beitrag melden

    Smart bin ich lieber selbst

    Es geht auch ohne. Sonst wäre die Menschheit vor den 90er Jahren ausgestorben. Das Handy gibt's erst seit ca. 1996 in handlicher Form. Also knapp 20 Jahre. In der Evolution nicht mal ein schnelles Augenzwinkern. Wir müssen nur schauen, dass wir noch eine Wahl haben und die Telekommunikationsfirmen nicht alles was analog ist ausmerzen sonst sehe ich schwarz.

    • Bewustsein am 16.03.2017 21:20 Report Diesen Beitrag melden

      realistisch

      Danke Darwin Entlich eine realistische Antwort und übrigens, mein uraltes Nokia N8 macht seine Arbeit nach wie vor tatellos und der Akku hält immer noch 6 Tage, das Gerät sieht noch wie neu aus, obwohl es sich um ein Geschäftstelefon handelt! Halt eben noch Qualität und Umweltbewust!

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