Grammys 2018

29. November 2017 14:15; Akt: 29.11.2017 14:15 Print

«Demi? Selena? Ariana? Wo sind die Frauen?»

Bei den Grammys gehen 2018 mehrere Rap-Stars als Kronfavoriten ins Rennen. Weibliche Nominierte sind in den wichtigsten Kategorien kaum dabei. Das sorgt für Unmut.

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Donald Glover (34) ist auch erfolgreicher Schauspieler – er war dieses Jahr in «Spider-Man: Homecoming» zu sehen – und als Rapper unter dem Namen Childish Gambino soeben in neue Höhen aufgestiegen: Er wurde in fünf Kategorien nominiert, wie die Recording Academy am Dienstag mitteilte Er ist damit im Kreis der Kronfavoriten. Jay Z ist ein Grammy-Dauerbrenner: Er war schon 74-mal nominiert und hat 21 Trophäen bei sich zu Hause stehen. Dieses Jahr führt er das Kandidatenfeld mit acht Nominationen ... ... knapp vor Kendrick Lamar an. Der bringt es auf deren sieben. Rechnet man Childish Gambinos fünf dazu, ist klar: Die Fraktion wird im Januar mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit die grossen Sieger des Abends stellen. Harry Styles wurde bei den Nominierungen entgegen den Erwartungen von Branchenkennern nicht berücksichtigt. Und auch Hitmaschine Ed Sheeran ist bei den wichtigsten Kategorien nicht im Rennen, sondern nur für zwei marginale Pop-Preise. Somit ist in der Hauptkategorie «Bestes Album» zum ersten Mal seit 1999 kein weisser männlicher Musiker vertreten. abholen. Das hat einen einfachen Grund: Es wurde zu spät veröffentlicht, um noch berücksichtigt zu werden. Die Single «Look What You Made Me Do» hat den zeitlichen Cut geschafft, wurde aber nicht nominiert. Swift, die bereits zehn Grammys gewonnen hat, ist aber als Songwriterin von «I Don't Wanna Live Forever» vom «Fifty Shades Darker»-Soundtrack trotzdem unter den Kandidaten für einen Preis. Ganz grundsätzlich . In den Kategorien für das beste Album, die beste Aufnahme und den besten Song haben lediglich Lorde bei den Alben und Julia Michaels mit ihrem Hit «Issues» bei den Songs Aussenseiter-Chancen auf einen der grossen Preise. Auf Social Media wird die Dominanz der männlichen Künstler hinterfragt. Twitter-Userin Eva Mota findet, dass Ariana Grande, Demi Lovato, Dua Lipa und Selena Gomez eine Nomination verdient hätten. Noch etwas länger fällt die Liste bei dieser Userin aus. Miley Cyrus und auch Katy Perry oder «Frauen ganz allgemein» hätten berücksichtigt werden sollen. «Ich rege mich so auf, dass dieses Jahr kaum Frauen unter den Grammy-Nominierten sind», bringt dieser Tweet die Meinung vieler auf den Punkt. Ein weiterer findet den Umstand «sehr vielsagend». (Wir bemerken nebenbei, eine triviale Sache im Vergleich zum Thema, das hier behandelt wird: Die Grammys haben ihr eigenes Emoji. Die Oscars auch? Wir wollen eines für die SMAs!) Judy Berman bemerkt zynisch: «Ich bin immer dankbar dafür, dass die Grammys uns daran erinnern, dass Frauen nie Bemerkenswertes zu Rock-, Metal- oder alternativer Musik beitragen.» Übrigens: 1999 waren für das Album des Jahres tatsächlich fünf Frauen nominiert.

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Wummernde Beats statt Pop-Balladen: Die Rapper Jay Z und Kendrick Lamar gehen mit acht beziehungsweise sieben Grammy-Nominierungen als Favoriten in das Rennen für die wichtigste Auszeichnung der US-Musikbranche. Die Ende Januar in New York stattfindende Verleihung wird damit im Zeichen des Hip-Hop stehen.

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Auch in der prestigeträchtigsten Kategorie dominiert der Rap: Als Album des Jahres treten mit «4:44» von Jay Z, «Awaken, My Love!» von Childish Gambino, Lamars «Damn.» drei Rap-Werke gegeneinander an; ebenfalls im Rennen sind «Melodrama» der Neuseeländerin Lorde sowie «24K Magic» von Bruno Mars.

Die Frauen sind unterrepräsentiert

Die Konsequenz: Grosse Pop-Namen wie Harry Styles werden bei der Vergabe der goldenen Grammofon-Trophäen keine oder nur kleine Rollen spielen. Branchenkenner hatten dem britischen One-Direction-Mitglied gute Chancen ausgerechnet, Styles ging aber leer aus.

Auch Superstar Ed Sheeran, dem ein mögliches Kopf-an-Kopf-Rennen mit Kendrick Lamar vorausgesagt worden war, blieb hinter den Erwartungen zurück: Er holte im Vergleich zu Lamars sieben Nominierungen dann aber nur zwei – in wenig beachteten Pop-Kategorien.

Auffällig ist zudem, wie wenig Frauen in den grossen Kategorien antreten. Auf Twitter ist die Empörung darüber gross. «Demi? Selena? Ariana? Katy? Nicki? Wo sind die Frauen, die eine Nomination verdient hätten?», fragt User Klaus Ussy.


Weitere Erkenntnisse aus der Nominierten-Liste lesen Sie in der Bildstrecke.

(fim/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Kuster am 29.11.2017 14:43 Report Diesen Beitrag melden

    Vielleicht Begründet

    Ich wage jetzt mal eine These die mich natürlich aus feminitsischer Sicht sofort als grössten Frauenhasser brandmarkt. Vielleicht, aber nur vielleicht haben die erwähnten Frauen einfach keine Nomination verdient? Vielleicht war ihre Leistung zu schlecht? Ich bin kein Kenner des Metiers aber anstatt die Schuld immer bei allen anderen zu Suchen wäre es doch auch mal angebracht zuerst bei sich selbst zu schauen anstatt wieder die Männer/ Das Patriachat / Donald Trump oder sonst wem die Schuld zu geben.

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  • ksn am 29.11.2017 15:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    usa

    Normalerweise geht es ja bei den Grammys um die Musik und nicht darum, ob man genug Frauen auf der Bühne hat. Aber vielleicht hab ich ja was falsches gelernt.

  • Der DIe Das am 29.11.2017 14:35 Report Diesen Beitrag melden

    weniger ist manchmal mehr

    Ich kann diesen Genderquatsch langsam echt nicht mehr hören.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Allyn am 30.11.2017 12:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn das Geschlecht wichtiger als die Musik wird

    Also ich fühle mich weder als Frau noch als Mann denn ich bin ein hexagonales genderfluid Gepardenpony und ich muss sagen wir HGGP sind stark untervertreten und das ist rassistisch, sexistisch und alles andere auch noch. Nun fordere ich eine HGGP-Quote das auch Künstler meines Geschlechts einen Grammy bekommen, also wo kann ich meinen Grammy abholen?

  • Tamara am 30.11.2017 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Zwei Preise

    Ich fordere eine Frauenquote für Preise. Egal welcher. Besser wäre es, gleich jeweils zwei Kategorien zu machen und jeweils zwei Preise zu vergeben.

  • Mike Zac am 30.11.2017 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quoten

    führt Quoten ein. So wie bei den Oscars wurde inoffiziell eine Schwarzenquote eingeführt. Dort muss jedes Jahr mind. ein Schwarzer etwas gewinnen. Ist kein Witz.

  • Reto am 30.11.2017 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Aus Grammy wird Granny

    Naja , wenn bei den Grammy's nun nur noch Rap im Vordergrund steht , dann ist sowieso alles tot , für das was der Grammy mal stand.

  • SaKo am 29.11.2017 16:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quotendenken

    Geht es da nicht um Musik? Sollte doch der Beste Musiker gewinnen. Ob dieser männlich oder weiblich ist, sollte doch zweitrangig sein. Dies wollen doch Feministinnen: Gleichberechtigung! Dieses Quotendenken führt sowieso zu nichts!

    • Thestreet am 29.11.2017 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @SaKo

      Sie wollen keine Gleichberechtigung. Zumindest in den USA wollen sie mehr... (sagen aber was anderes)

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