Wo war Steff la Cheffe?

16. April 2018 21:49; Akt: 17.04.2018 09:40 Print

«Irgendwann kam nicht mehr viel Geld rein»

Nach ihrem grossen Durchbruch tauchte sie unerwartet ab. Jetzt kündigt die Berner Musikerin Steff la Cheffe ihr Comeback an. Wo hat sie die ganze Zeit über gesteckt?

Steff la Cheffe meldet sich fünf Jahre nach ihrem letzten Release mit einer düsteren Version des volkstümlichen «Guggisbärglied» zurück. (Video: Tamedia/bakaramusic)
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Vor fünf Jahren gelang Steff la Cheffe (31) mit dem ohrwurmigen «Ha ke Ahnig» ein Sofort-Klassiker des Schweizer Mundartpop. Mit dem Album «Vögu zum Geburtstag» stieg sie auf Platz eins der Hitparade ein, in der Folge trat sie auf den wichtigsten Bühnen des Landes auf. Dann zog sich Stefanie Peter, wie die Bernerin mit bürgerlichem Namen heisst, zurück. Am Freitag kündigte Steff nun überraschend ihre musikalische Rückkehr an: Anfang Mai kommt das neue Album «Härz Schritt Macherin».

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Haben Sie Steff la Cheffe vermisst?

2013 erschien dein letztes Album. Hast du Abstand vom Rampenlicht gebraucht?
Ich habe mir Zeit gelassen, um zu mir selbst zu kommen und zu schauen, wohin ich mit meinem Leben eigentlich will. Nach meiner letzten Tour ging ich auf Reisen. Unter anderem hab ich zwei Monate auf einer kleinen Insel in der Nähe von Sizilien verbracht – das war wunderbar.

Und was hast du in der Zeit herausgefunden?
Ich habe mich damals entschieden, nicht mehr aufzutreten, solange ich keine neue Musik habe. Das hiess konkret: Es kam irgendwann nicht mehr viel Geld rein.

Hattest du was zur Seite gelegt?
Ein bisschen was hatte ich, ja. Aber ich bin nicht sehr gut in der Finanzplanung.

Dann musstest du einen Job suchen?
Ja. Damit ich meine Rechnungen bezahlen konnte, hab ich Anfang 2016 bei einem KMU angefangen zu arbeiten, das Fleisch und Käse produziert.

Was hast du dort genau gemacht?
Es war eine recht physische Arbeit. Ich war hauptsächlich in der Abteilung Käse, die meiste Zeit habe ich im Kühlraum gearbeitet und Bestellungen bereitgemacht. Ich habe viele Kisten geschleppt, Käse zugeschnitten und verpackt. Das war wie ein arktisches Fitnessprogramm. Und ein Reality-Check für mich.

Die Musik war zu der Zeit kein Thema mehr?
Doch, doch! Ich habe immer Musik gemacht. Ich bin zwar ein paar Monate ohne ausgekommen, aber ich kann gar nicht nicht Musik machen, habe ich gemerkt. Sie zieht mich an.

Dann war immer klar, dass es ein neues Steff-la-Cheffe-Album geben würde?
Nein. Ich habe mir das gut überlegt, ob ich mich wieder so in der Öffentlichkeit exponieren will. Ich habe mich davon ja bewusst zurückgezogen. Wenn ich jetzt ein Album veröffentliche und toure, muss ich wieder meine extrovertierte Seite auspacken.

Braucht das Überwindung?
Live auf der Bühne zu stehen, ist etwas sehr Schönes, Unvergleichliches. Ganz ehrlich, es hat mir schon ein bisschen gefehlt.

Bist du auch privat dort, wo du sein möchtest?
Eine Zeit lang habe ich mir Druck gemacht – gerade als Frau hat man ja ein beschränktes Zeitfenster, Stichwort Familienplanung. In meinem Umfeld hat es Kinder geregnet, Freunde haben geheiratet. Ich hingegen habe noch keine Kinder, bin nicht verheiratet. Aber es geht mir gut. Ich habe aufgehört, mir zu viele Gedanken zu machen, ich vertraue auf das Leben.

Gäbe es denn jemanden zum Heiraten?
Ich weiss nicht, ob ich überhaupt heiraten will. Das ist doch 2010! Oder sogar 1910. Mehr will ich zu meinem Privatleben auch nicht sagen. Das habe ich schon immer so gehandhabt.

Steff la Cheffes Comeback-Nummer ist eine Neuinterpretation des Berner Volkliedes «Guggisbärglied».

(shy/fim)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zwangssubventionierer am 17.04.2018 00:55 Report Diesen Beitrag melden

    Reality-Check

    Ja, ein "Reality-Check" würde manchen Schweizer "Kulturschaffenden" gut tun...

  • P.Romi am 17.04.2018 05:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Einstellung

    Jawohl! Sie sagt nichts zu ihrem Privatleben, das ist eine gute Einstellung! Dieses ewige Promi getue ist ein Chabis.

  • Babo am 16.04.2018 22:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Woooow

    Yes.. sucht sich einen job und geht arbeiten. Nd dann noch operative arbeit. Eine sehr kluge Und auf dem boden gebliebene Frau. Dass die noch nicht unter der haube ist frag ich mich.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • karl am 17.04.2018 11:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie Gölle

    der kommt auch immer wieder wenn Geld braucht

  • Fee vom Bielersee am 17.04.2018 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Lebenseinstellung

    gut gemacht junge Frau!

  • Tinel am 17.04.2018 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Organisierter Lärm

    Ich habe gerne Musik, mit Betonung Musik!

    • Vincent the Sandcorn am 17.04.2018 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tinel

      Sie meinen vermutlich klassische Musik, bei welcher das Ohr jedes Instrument heraushört. Die mag ich auch sehr, Tinel. Ist es nicht etwas oberflächlich, sich allem Anderen zu verweigern? Mein Erzeuger war auch solch einer. Alles was nicht Rock'n Roll war wurde verachtet. Eine persönliche Einstellung wird von mir immer akzeptiert, wenn auch meine Eigene akzeptiert wird. Einen erfolgreichen Tag auch Ihnen, Tinel.

    • kurt am 17.04.2018 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tinel

      dann höre dir Mal ihr neuen Frack an. geniale musik

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  • Igel am 17.04.2018 09:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tells Geschoss

    Nach der Ausländischen Sängerhippe folgt die Influencerhippe. Alle wollen mit nichts Arbeiten Millionäre werden. CH Songs werden links liegen gelassen zugunsten anderem Schmarren.

    • Smoking_Joe am 17.04.2018 11:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Igel

      was ist eine hippe ?

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  • Danny am 17.04.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Entwicklung

    Ich mochte die damals überhaupt nicht. Jetzt macht sie auf mich einen geerdeten Eindruck. Die Zeit hat ihr sicher gut getan und Familienplanung ist halt so eine Sache. Weiss auch nicht ob ich je heiraten werde und ich bin immerhin schon 10 Jahre älter als die Frau. Die Musik ist aber immer noch nicht mein Ding.