Dodo

10. März 2017 05:43; Akt: 10.03.2017 07:53 Print

«Zürcher machen schneller Liebe»

von Schimun Krausz - Dodos neue Single «Zürimaa» ist eine Liebeserklärung an Bern. Uns verrät der Zürcher, warum sein Herz so sehr für die Hauptstadt schlägt.

Der Zürcher Dodo hat über sieben Jahre in Bern gewohnt. Für 20 Minuten vergleicht er die beiden Städte miteinander. (Video: Schimun Krausz)
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Zwei Jahre nach dem Hit «Hippie-Bus» legt Dodo mit «Zürimaa» seinen nächsten Ohrwurm nach. Der Song ist eine Liebeserklärung des Zürchers an Bern, wo er sieben Jahre lang gewohnt hat. Wir haben mit dem 40-Jährigen über seine Begeisterung für die Schweizer Hauptstadt gesprochen. Und oben im Video erklärt er, wie unterschiedlich Bern und Zürich mit dem Thema Liebe umgehen.

Umfrage
Und welche der zehn grössten Schweizer Städte ist für Sie die «Stadt der Liebe»?
18 %
2 %
7 %
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3 %
4 %
6 %
5 %
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2 %
16 %
Insgesamt 1295 Teilnehmer

Dodo, in deinem neuen Lied besingst du Bern als einen Ort, der «wie Feriä» sei. Warum ist das so?
Kumuliert ergab es dieses Gefühl. In Bern ist es einfach ein grosses Stück gemütlicher, vor allem wenn du aus dem hektischen Zürich kommst. Die Leute lachen und die Frauen schauen dich an. Häufig hatte ich das Gefühl, dass die Berner besser wissen, wie man lebt.

Von 2004 bis 2014 warst du wegen deiner damaligen Beziehung vor allem in Bern unterwegs, hast sogar sieben Jahre dort gewohnt. Was reizt dich – abgesehen vom Feriengefühl – an der Hauptstadt?
Bern ist eine poetische Stadt. Du spürst die Poesie in den Gemäuern, in den Gebäuden, in den Lauben. Du willst tatsächlich Gedichte schreiben, wenn du da bist.

Warum bist du denn wieder nach Zürich gezogen?
Als die Beziehung auseinander ging, bin ich wieder zurück nach Zürich. Das war für mich ein sauberer Schnitt. Ausserdem habe ich auch während meiner Zeit in Bern immer in Zürich gearbeitet – hier ist mein Studio – und ich will jetzt hierbleiben.


Dodos 2015er Hit «Hippie-Bus». (Video: Youtube/Dodo Music)

Erinnert dich Bern an die frühere Beziehung?
Schon ein wenig. Für mich ist Bern die Stadt der Liebe, sie hat etwas sehr Liebevolles. Zürich hat das schon auch, aber ganz anders, weniger poetisch und mehr so im Stil von «wir machen es». In Zürich machen wir es, aber in Bern denken wir erst mal darüber nach.

Bern ist Liebe und Zürich ist Sex?
Das hast du gesagt.

Was gefällt dir an der Berner Musikszene?
Wie die Berner mit ihrer Kultur und ihrem Liedgut umgehen. Ausserdem sind sie alle so vernetzt miteinander und feiern sich gegenseitig. Patent Ochsner haben mal ein nicht offiziell angekündigtes Konzert vor der Reithalle gespielt. Halb Bern war da, obwohl die Kunde nur via Mund-zu-Mund-Propaganda verbreitet wurde. Und alle konnten die Lieder singen. Das ist ein grandioses Gefühl. In Zürich habe ich so was noch nie erlebt.

Dein liebster Ort in Bern?
Da gibt es viele fantastische Plätze, aber mein Lieblingsquartier ist wohl die Lorraine. Dort ist die Brasserie Lorraine, dort haben wir am Sonntagnachmittag Ping-Pong gespielt, dort fliesst die Aare vorbei – das ist so das Künstlerviertel. Sollte ich wieder mal nach Bern ziehen, dann in die Lorraine. Und dann gibt es Orte wie das Monbijou – das Manillio jetzt noch bekannter gemacht hat –, das Fischermätteli, Elfenau. Nur schon der Name: Elfenau, lass dir den mal durch den Kopf gehen. In Bern klingt einfach immer alles schön.

Auch andere Ausdrücke scheinen es dir angetan zu haben – in «Zürimaa» singst du von «Meitschi».
Jeder sollte mal «Meitschi» aussprechen, das klingt einfach schön. Auf Zürichdeutsch würde man «Meitli» sagen, aber das ist zu kindlich. Und «Frau» ist fast schon Hochdeutsch. «Hiube Hinech» singe ich auch im Lied. Das habe ich von einem ehemaligen Arbeitskollegen im Reisebüro, in dem ich lange gearbeitet hatte, bevor es mit der Musik richtig los ging. Er ist Thuner und sagte zum Abschied jeweils «E Hiube». Darum habe ich mit «Hiube Hinech» angefangen. «Hinech» heisst «Abend» und «hiube», wie ich später herausgefunden habe, bedeutet «windstill». Völlig abstrakt, sie wünschen sich eigentlich einen «windstillen Abend». Mir macht es Spass, solche Ausdrücke zu verwenden und die Berner müssen eh lachen, wenn ein Zürcher das so etwas krumm ausspricht.

Dodos neue Single «Zürimaa» (Sony) ist jetzt erhältlich.

Das zugehörige Studioalbum folgt im Sommer – «je nachdem, wie gut der Sommer wird, kommt es früher oder später», so Dodo schmunzelnd.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Augen auf! am 10.03.2017 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe "macht" man nicht

    Sex kann man machen. Liebe "ist"

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  • Herr Max Bünzlig am 10.03.2017 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Herr Dodo, Sie täuschen sich, in Amsterdam geht es noch besser

  • Th1990 am 10.03.2017 08:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe machen ...

    die Zürcher schneller, dafür dauert es bei den Bernern länger ;-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • P.Seudonym am 11.03.2017 03:28 Report Diesen Beitrag melden

    MonEY not Love

    Zürich es an Liebe fehlt,weil nur Geld und Oberfläche zählt.

  • Herr Max Bünzlig am 10.03.2017 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    Herr Dodo, Sie täuschen sich, in Amsterdam geht es noch besser

  • Maxima aus dem Gewerbe! am 10.03.2017 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Das stimmt !

    Mit einem Zürcher dauert es 5 Minuten und 36 Sekunden. Mit einem Berner kann es über 120 Minuten dauern. Ich ziehe Züricher aus wirtschaftlicher Sicht vor - aber nur aus dieser Perspektive! ok?

  • toby am 10.03.2017 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    schleichende Dodoisierung

    ...und auf SRF3 läuft mindestens schon zum dritten Mal Dodo. Ich kanns schon jetzt nicht mehr hören! -.-

  • Hotwith am 10.03.2017 12:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ZH ist klar

    die haben auch das grösste puff.